Traum ist ein Stück vom Leben

Wenn man morgens aufsteht und an genau ein Gedicht von seinem Lieblingslyriker denkt, seine neue Sternenstrumpfhose anzieht und weiß, dass es ein guter Tag wird :-)…

Traum ist ein Stück vom Leben

“…Und sagen sie das Leben sei ein Traum: das nicht; nicht Traum allein.
Traum ist ein Stück vom Leben.
Ein wirres Stück, in welchem sich Gesicht
und Sein verbeißt und ineinanderflicht
wie goldne Tiere, Königen von Theben
aus ihrem Tod genommen (der zerbricht).

Traum ist Brokat der von dir niederfließt,
Traum ist ein Baum, ein Glanz der geht, ein Laut -;
ein Fühlen das in dir beginnt und schließt
ist Traum; ein Tier das dir ins Auge schaut
ist Traum; ein Engel welcher dich genießt
ist Traum. Traum ist das Wort, das sanften Falles
in dein Gefühl fällt wie ein Blütenblatt
das dir im Haar bleibt: licht, verwirrt und matt -,
hebst du die Hände auf: auch dann kommt Traum,
kommt in sie wie das Fallen eines Balles -;
fast alles träumt -,
du aber trägst das alles.

Du trägst das alles. Und wie trägst du´s schön.
So wie mit deinem Haar damit beladen.
Und aus den Tiefen kommt es, von den Höhn
kommt es zu dir und wird von deinen Gnaden…

Da wo du bist hat nichts umsonst geharrt,
um dich die Dinge nehmen nirgend Schaden,
und mir ist so als hätt ich schon gesehn,
daß Tiere sich in deinen Blicken baden
und trinken deine klare Gegenwart.

Nur wer du bist: das weiß ich nicht. Ich weiß
nur deinen Preis zu singen: Sagenkreis
um eine Seele,
Garten um ein Haus,
in dessen Fenstern ich den Himmel sah -,

Und wenn es Nacht ist -: was für große Sterne
müssen sich nicht in diesen Fenstern spiegeln…”

Rainer Maria Rilke, aus: Die Gedichte 1906 bis 1910 (Paris, Juni 1906)

Gletscher Chalet Stubai – Ein Wochenende voller Erholung

“Die größten Ereignisse sind nicht unsere lautesten,
sondern unsere stillsten Stunden.”
Friedrich Wilhelm Nietzsche

Gletscher Chalet Stubai

Oh weh, ich war ganz schön schreibfaul in den letzten Monaten. Der letzte Post war mein Gewinnspiel-Krimi für das Wochenende im Gletscher Chalet und nun ist es Mai und ich war schon längst dort…. Asche über mein Haupt, aber aktuell liegen die Prioritäten einfach nicht auf dem Schreiben und mir fehlt leider einfach die Muße dazu. Aber über den Aufenthalt im Gletscher Chalet Stubai zu schreiben, hatte ich mir fest vorgenommen, und das werde ich nun auch endlich machen! Wer sich ggf. nicht mehr an das Gewinnspiel erinnern kann: Dank zahlreicher Kommentare habe ich im Dezember 2015 den Erholungsaufenthalt bei einem Gewinnspiel auf wohlgeraten.de mit dem Beitrag “Doppelter Alp(!)traum” gewonnen. Danke noch einmal an alle, die kommentiert haben.

Ende April hieß es für St. Bergweh und Stern des Nordens ab in den Kurzwinterurlaub in Österreich. Nach einer Zwischenübernachtung in München ging es am Donnerstagmorgen direkt Richtung Gletscher. Angekommen bei der Station verdarben uns Wind und schlechte Sicht direkt die Lust auf den Berg zu fahren. Na ja gut, mit verdarb es die Lust zu fahren, der liebe Björn hätte sich durchaus noch auf den Gletscher begeben ;-). Kurzerhand wurde der Plan geändert und nach einem kurzen Telefonat mit Frau Siller vom Gletscher Chalet stand fest: Unser Wanderlust-Haus ist schon bezugsfertig und einem entspannten Saunatag steht nichts mehr im Wege. Sehr gespannt auf unser Chalet ging es wieder zurück ins 7km entfernte Ranalt.

Die gesamte Anlage ist sehr neu und gepflegt. Jedes der fünf 75m² großen Chalets ist mit einer modernen Küche ausgestattet. Abends selbst kochen ist also kein Problem. Die Einrichtung ist urgemütlich, modern, aber trotzdem traditionell. Jedes Chalet besteht aus zwei Etagen mit jeweils einem Schlaf- und Badezimmer. Der Kamin ist zwar nicht echt, aber das angenehme Knistern lässt trotzdem sehr viel Gemütlichkeit aufkommen, vor allem nach dem Saunagang. Man hat zudem eine eigene Sonnenterrasse und und einen großen Balkon auf der zweiten Etage. Wegen des nicht so schönen Wetters konnten wir dies allerdings weniger nutzen. Der Wind war dann doch noch ein wenig zu kalt.
Richtig toll war die private Finnische Außenblocksauna an jedem Chalet, welche Platz für sechs Personen bietet. Einfach 30 Minuten vorher einschalten und danach schön Saunieren und Entspannen. Bei uns kam wirklich ein echtes Spa-Feeling auf. Vor allem, wenn man sich nach dem Saunagang erst auf dem Balkon abkühlen und danach direkt in das bequeme und warme Bett legen kann.

Im Chalet schläft man wirklich sehr erholsam. Man hört keinerlei Geräusche, nachts ist es wirklich stockdunkel, weil es draußen keine künstlichen Lichtquellen gibt. Selbst der Hahn nebenan wollte morgens in der Frühe nicht Krähen, so dass wir entspannt und erholt aufstehen konnten. Auch um das Frühstück mussten wir uns nicht kümmern. Dieses wurde uns morgens direkt ins Chalet gebracht und wir haben uns einfach an den gedeckten Tisch gesetzt. Das Frühstück ist inklusive und wirklich sehr, sehr lecker sowie reichhaltig. Frisches Obst, diverse Joghurtsorten, Müsli, Brot, Brötchen, Wurst und Käse sowie Orangensaft. Klar, es ist kein veganes Frühstück, aber das fand ich nicht schlimm. Die wesentlichsten Sachen habe ich einfach vor Ort in Neustift gekauft. Mittlerweile ist es auch dort kein Problem mehr, an vegane Produkte zu kommen.

Tagsüber ging es dann auf den Gletscher, wobei das Wetter eher durchwachsen war. Das erste mal ein Whiteout zu haben war für mich ein wenig komisch, aber immerhin hatte ich keine große Angst mehr beim Fahren wie noch zuvor in dem La Plagne Urlaub auf dem Roxy Board. Aufgrund dieses Fehlkaufes hätte ich mich fast vom Snowboarden verabschiedet. Aber dank Empfehlung einer Bekannten bin ich dann beim Gnu B-Nice gelandet, welches wirklich ein Traumboard ist und ich jedem Einsteiger bis hin zum Fahrer mit ein wenig Erfahrung empfehlen kann.

Die restlichen zwei Tage waren geprägt von Entspannung, keinerlei Hektik, ausgiebigen Frühstücken, ein wenig Boarden und viel Saunieren. Das war wirklich trotz des mittelmäßigen Wetters ein kleiner Traumurlaub. Lea Siller ist eine tolle Gastgeberin und wir haben uns direkt wohl gefühlt. Das Chalet ist eine tolle Kombi zwischen Luxus, Gemütlichkeit und Natur. Ich habe mich in den paar Tagen in das kleine Holzhaus verliebt und hätte es am liebsten mit nach Hamburg genommen *seufz*….

Zum Schluss noch ein paar Eindrücke von unserem superschönen Kurztrip nach Stubai <3.

 

Krimi am Sonntag Abend, aber der Tatort war es nicht

„Whatever can go wrong will go wrong“, sagte Edward A. Murphy einmal, aber ätsch bätsch, heute mal nicht :-).

WAS für ein Nikolauskrimi am Sonntag Abend! Noch nie habe ich vorher bei einem Gewinnspiel mitgemacht und um jeden Kommentar unter einem Blogbeitrag gerungen. Eigentlich mag ich so was nicht, aber nachdem mein Beitrag nun schon einmal unter die Top5 gewählt wurde, hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Wenn ich jetzt 204 Kommentare später an meinen Anfangssatz zurückdenke “Ach 20 Kommentare müssten doch reichen” kommt der mir ziemlich naiv vor. Das Zehnfache hat nur knapp gereicht und hätte ich nicht so einen tollen Freund, Freunde und Bekannte gehabt, hätte das niemals geklappt. Man muss wirklich Zeit investieren und auch ein paar Nerven, um einen Blogkommentar zu bekommen, der nur dazu dient, dass man selbst ein Wochenende im Gletscherchalet in Stubai gewinnt. Aber es hat geklappt und das finde ich einfach saugeil! *jubel, jubel, freu freu*. Da war der schreckliche Les Deux Alpes horrible Urlaub doch noch zu etwas gut. Wer hätte das gedacht :-D.

Ich hätte den Gewinn aber auch allen anderen Teilnehmern gegönnt. Vor allem mit Jenny war es ein Kopf an Kopf rennen und die Entscheidung war mehr als knapp.

Danke an Charis von wohlgeraten  für den tollen Gewinn! Ich freue mich sehr auf das Gletscherchalet in Stubai! Du bekommst auf jeden Fall Fotos und auch einen kleinen Bericht.
Ich habe auch schon meine Begleitperson auserkoren und das wird der liebe Björn von St. Bergweh sein. Er hat es mehr als verdient, in den Bergen ein wenig auszuspannen. Nun heißt es zusammen ein Wochenende in 2016 finden und dann Stubais Berge genießen.

Sonne + Schnee = glücklich
Stubai 2014: Sonne + Schnee = glücklich

Mit viel Bergweh gehe ich nun ins Bett. Gute Nacht euch allen und einen angenehmen Start in die neue Woche!

 

Vote for me – Les2Alpes horrible auf wohlgeraten.de

Der Blog Wohlgeraten feiert seinen fünften Geburtstag! Anlässlich dieses Jubiläums gibt es dort ein Gewinnspiel, bei dem ich mitgemacht habe und mein Blogbeitrag über meinen schrecklichen Urlaub in Les2Alpes wurde unter die Top 5 gewählt. YEAH!

Aber nun seid ihr gefragt! Der Beitrag mit den meisten Kommentaren, die bis Sonntag, den 06.12.2015, bis 22 Uhr eingegangen sind, gewinnt das Wochenende in Stubai. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich hier unterstützen würdet 🙂

Hier geht es zu meinem Beitrag: Doppelter Alp(!)traum

Es wäre super, wenn ihr für mich einen Kommentar hinterlassen würdet! DANKE :-*

Swim, eat, sleep, repeat – Mein erstes Schwimmtrainingslager in Lindow

“Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt.”
Gotthold Ephraim Lessing

Vor ein paar Wochen saß ich aufgeregt vor dem Rechner und ließ sogar das Athletiktraining ausfallen, um einen der heiß begehrten Plätze im Technik-Schwimmtrainingslager in Lindow zu ergattern. Reload, server error, reload, server error, server error, server error, server error, Stunden später reload und plötzlich konnte ich mich eintragen *jubel*. Mit Näherrücken des 20. Novembers kamen aber dann doch immer mehr Zweifel auf: “Kann ich da überhaupt mithalten? Ich bin seit Wochen nicht geschwommen, habe Ende Juni die ersten 50 Meter meines Lebens gekrault und nun soll ich in drei Tagen acht Stunden Schwimmtraining durchhalten?!”

Letztes Wochenende war es dann endlich soweit. Mit gemischten Gefühlen stieg ich ins Auto. Zwar wusste ich, dass mich nur der Wurf ins “kalte Wasser” und ein intensives Training weiterbringen würden, aber das flaue Gefühl blieb trotzdem. Rückblickend sage ich: Hart war´s, schwer war´s, aber gut und hilfreich war´s. Was besseres hätte ich nicht machen können, als an diesem Technik-Trainingslager teilzunehmen. Ich bin zwar noch weit davon entfernt eine gute Schwimmerin zu sein, aber endlich habe ich das Gefühl, dass der Grundstein gelegt wurde, um irgendwann auch einmal über 500 Meter Kraulen zu können. Und hätte mir jemand vor Lindow gesagt, dass ich in der Zeit dort neun Kilometer schwimmen werde, hätte ich ihn ausgelacht. Aber wir Rookies haben das Wasser gerockt und sind auch ein wenig stolz darauf :-).

Tag 1 – Schwimmen zum Eingewöhnen
Am Freitag Abend gegen 17:30 trudelten langsam alle Teilnehmer im Sport- und Bildungszentrum Lindow ein. Die “alten” Hasen zeigten uns Neulingen direkt die drei wichtigsten Wege der kommenden drei Tage:

  • zum Zimmer
  • zum Essen
  • zur Schwimmhalle.

Um 19 Uhr standen wir dann alle zusammen in der Schwimmhalle, einige mehr, andere weniger aufgeregt. Gefreut habe ich mich besonders darüber, dass Stephi unsere Trainerin auf der nicht ganz so schnellen Bahn sein würde. Sie kannte noch mein Leiden aus dem Rookietraining: Überforderung, Gejammer, Wut, Freude – alles war dabei, als ich im Sommer diesen Jahres im Rookieprogramm versucht habe, beim Kraulen nicht unterzugehen.
Ich muss zugeben: die ersten zwei Stunden waren anstrengend, aber liefen nicht so schlecht wie ich dachte. Ich hatte dank Stephi sogar Spaß und das will bei mir schon was heißen :-).

Nach dem Training trafen wir uns dann alle noch auf einen kleiner Absacker vor dem Zimmer 421. Wir Neulinge hörten während des Erdinger-Alkohlfrei-Trinkens dann immer wieder das Wort “Lindowtaufe”, dachten aber dann, es habe sich mit dem Trinken eines Feuerstein-Schnapses erledigt. Weit gefehlt, aber zur Taufe des Grauens, die uns am dritten Tag erwartete, dann später mehr.

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Lustiges Flurtreffen

Tag 2 – Vier Stunden Schwimmen
“Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?” klang es aus meinem Handywecker um 7 Uhr 20. Wie schon aufstehen? Ach neee es ist doch Samstag! Aber was hilft es… raus aus den Federn, rein in die Sportklamotten, runter zum Frühstück, zurück aus Zimmer, Schwimmsachen schnappen und wieder runter zum Becken zur ersten Einheit des Tages. Trotz müder Arme und Beine merkte ich schon einen Fortschritt zu Freitag. Dank Stephis Trockenübungen zur Zugphase und Körperstreckung stellte sich auch bei mir zeitweilig ein Gefühl des Gleitens im Wasser ein.

Nach dem Mittag hatten wir dann ein wenig Zeit für uns. Gingen einige Laufen oder zum Athletiktraining, habe ich mit meiner Zimmergenossin gechillt. Anschließend haben wir noch Energie beim Spaziergang um den Wutzsee getankt, denn schließlich mussten wir um 17 Uhr erneut fit am Beckenrand stehen, bei der sich dann aber auch langsam die müden Arme und der Brustmuskel bemerkbar machten.. aua….

Nach dem Abendessen ging es dann noch in die Sportlerbar. Ein wenig quatschen, sich einen Gin Tonic…äh natürlich Wasser genehmigen und mit anderen Teilnehmern austauschen, mit denen man vorher nicht so viel Kontakt hatte. Ein großer Teil von uns ging noch auf die Bowlingbahn nebenan, aber da meine Arme mir das nicht gedankt hätten, beschränkte ich mich auf das Getränkehalten an der Bar.

Tag 3 – Last but not least
“Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?”…… Ja, es war schon so spät, nämlich 7 Uhr 30 und daher Zeit für´s Frühstück. Rein in die Sportsachen, runter zum Frühstück, wieder rauf auf´s Zimmer und Sachen packen. Dann wieder runter, aber nicht zum Schwimmen, sondern zunächst zum Stretching mit Rüdiger. DAS tat wirklich gut und war herrlich entspannend. Um 11 Uhr standen wir dann das letzte Mal am Becken und alle guckten uns Lindow-Neulinge schon mitleidig an. Die sagenumwobene Lindowtaufe stand uns also nun doch noch bevor. Schnell setzten einige Neulinge ihre Badekappen auf, um vor unverhofften “Attacken” ein wenig geschützt zu sein. Aber auch diese Vorsorgemaßnahme hat nichts geholfen. Ich kann nur sagen: die gruseligste, unglaublichste und stinkigste Taufe, die ich je erlebt habe! Mehr darf ich aber leider nicht verraten, denn es wird sicherlich auch beim nächsten Mal wieder Lindow-Neulinge geben. Wer also wissen mag, was die Taufe ist, sollte also einfach selbst mal mitkommen und es am eigenen Leib erfahren ;-).

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Vorbereitung zur Taufe

Anschließend ging es das letzte Mal ins Lindower Becken. Fahne schwimmen, Arme und Beine voneinander getrennt bewegen, Vorwärtsrollen im Wasser und am Beckenrand die Rollwende üben. Das waren alles einfache Übungen….ähhh nein. Ich frage mich immer noch, wie das mit dem Fahneschwimmen funktionieren soll ohne Schwimmnudel um den Bauch. Vielleicht lüftet sich dieses Geheimnis für mich im nächsten Trainingscamp. Zum Abschluss haben wir dann noch zwei Bahnen Partnerübungen gemacht: mit den kleinen Fingern eingehakt zusammen Kraulen und Abklatschen. Das hat wirklich Spaß gemacht und war ein schöner Abschluss, bevor es dann zum gemeinsamen Mittagessen und anschließend auf die Heimreise zur wohlverdienten Couch ging.

Die drei Tage Schwimmtrainingslager bleiben mir in sehr positiver Erinnerung. Danke an die Trainer, für das wertvolle und hilfreiche Feedback und natürlich danke an Petra für die Orga. Ich freue mich schon auf ein erneutes swim, eat, sleep, repeat im Januar 2016.