Gletscher Chalet Stubai – Ein Wochenende voller Erholung

“Die größten Ereignisse sind nicht unsere lautesten,
sondern unsere stillsten Stunden.”
Friedrich Wilhelm Nietzsche

Gletscher Chalet Stubai

Oh weh, ich war ganz schön schreibfaul in den letzten Monaten. Der letzte Post war mein Gewinnspiel-Krimi für das Wochenende im Gletscher Chalet und nun ist es Mai und ich war schon längst dort…. Asche über mein Haupt, aber aktuell liegen die Prioritäten einfach nicht auf dem Schreiben und mir fehlt leider einfach die Muße dazu. Aber über den Aufenthalt im Gletscher Chalet Stubai zu schreiben, hatte ich mir fest vorgenommen, und das werde ich nun auch endlich machen! Wer sich ggf. nicht mehr an das Gewinnspiel erinnern kann: Dank zahlreicher Kommentare habe ich im Dezember 2015 den Erholungsaufenthalt bei einem Gewinnspiel auf wohlgeraten.de mit dem Beitrag “Doppelter Alp(!)traum” gewonnen. Danke noch einmal an alle, die kommentiert haben.

Ende April hieß es für St. Bergweh und Stern des Nordens ab in den Kurzwinterurlaub in Österreich. Nach einer Zwischenübernachtung in München ging es am Donnerstagmorgen direkt Richtung Gletscher. Angekommen bei der Station verdarben uns Wind und schlechte Sicht direkt die Lust auf den Berg zu fahren. Na ja gut, mit verdarb es die Lust zu fahren, der liebe Björn hätte sich durchaus noch auf den Gletscher begeben ;-). Kurzerhand wurde der Plan geändert und nach einem kurzen Telefonat mit Frau Siller vom Gletscher Chalet stand fest: Unser Wanderlust-Haus ist schon bezugsfertig und einem entspannten Saunatag steht nichts mehr im Wege. Sehr gespannt auf unser Chalet ging es wieder zurück ins 7km entfernte Ranalt.

Die gesamte Anlage ist sehr neu und gepflegt. Jedes der fünf 75m² großen Chalets ist mit einer modernen Küche ausgestattet. Abends selbst kochen ist also kein Problem. Die Einrichtung ist urgemütlich, modern, aber trotzdem traditionell. Jedes Chalet besteht aus zwei Etagen mit jeweils einem Schlaf- und Badezimmer. Der Kamin ist zwar nicht echt, aber das angenehme Knistern lässt trotzdem sehr viel Gemütlichkeit aufkommen, vor allem nach dem Saunagang. Man hat zudem eine eigene Sonnenterrasse und und einen großen Balkon auf der zweiten Etage. Wegen des nicht so schönen Wetters konnten wir dies allerdings weniger nutzen. Der Wind war dann doch noch ein wenig zu kalt.
Richtig toll war die private Finnische Außenblocksauna an jedem Chalet, welche Platz für sechs Personen bietet. Einfach 30 Minuten vorher einschalten und danach schön Saunieren und Entspannen. Bei uns kam wirklich ein echtes Spa-Feeling auf. Vor allem, wenn man sich nach dem Saunagang erst auf dem Balkon abkühlen und danach direkt in das bequeme und warme Bett legen kann.

Im Chalet schläft man wirklich sehr erholsam. Man hört keinerlei Geräusche, nachts ist es wirklich stockdunkel, weil es draußen keine künstlichen Lichtquellen gibt. Selbst der Hahn nebenan wollte morgens in der Frühe nicht Krähen, so dass wir entspannt und erholt aufstehen konnten. Auch um das Frühstück mussten wir uns nicht kümmern. Dieses wurde uns morgens direkt ins Chalet gebracht und wir haben uns einfach an den gedeckten Tisch gesetzt. Das Frühstück ist inklusive und wirklich sehr, sehr lecker sowie reichhaltig. Frisches Obst, diverse Joghurtsorten, Müsli, Brot, Brötchen, Wurst und Käse sowie Orangensaft. Klar, es ist kein veganes Frühstück, aber das fand ich nicht schlimm. Die wesentlichsten Sachen habe ich einfach vor Ort in Neustift gekauft. Mittlerweile ist es auch dort kein Problem mehr, an vegane Produkte zu kommen.

Tagsüber ging es dann auf den Gletscher, wobei das Wetter eher durchwachsen war. Das erste mal ein Whiteout zu haben war für mich ein wenig komisch, aber immerhin hatte ich keine große Angst mehr beim Fahren wie noch zuvor in dem La Plagne Urlaub auf dem Roxy Board. Aufgrund dieses Fehlkaufes hätte ich mich fast vom Snowboarden verabschiedet. Aber dank Empfehlung einer Bekannten bin ich dann beim Gnu B-Nice gelandet, welches wirklich ein Traumboard ist und ich jedem Einsteiger bis hin zum Fahrer mit ein wenig Erfahrung empfehlen kann.

Die restlichen zwei Tage waren geprägt von Entspannung, keinerlei Hektik, ausgiebigen Frühstücken, ein wenig Boarden und viel Saunieren. Das war wirklich trotz des mittelmäßigen Wetters ein kleiner Traumurlaub. Lea Siller ist eine tolle Gastgeberin und wir haben uns direkt wohl gefühlt. Das Chalet ist eine tolle Kombi zwischen Luxus, Gemütlichkeit und Natur. Ich habe mich in den paar Tagen in das kleine Holzhaus verliebt und hätte es am liebsten mit nach Hamburg genommen *seufz*….

Zum Schluss noch ein paar Eindrücke von unserem superschönen Kurztrip nach Stubai <3.

 

Krimi am Sonntag Abend, aber der Tatort war es nicht

„Whatever can go wrong will go wrong“, sagte Edward A. Murphy einmal, aber ätsch bätsch, heute mal nicht :-).

WAS für ein Nikolauskrimi am Sonntag Abend! Noch nie habe ich vorher bei einem Gewinnspiel mitgemacht und um jeden Kommentar unter einem Blogbeitrag gerungen. Eigentlich mag ich so was nicht, aber nachdem mein Beitrag nun schon einmal unter die Top5 gewählt wurde, hatte mich der Ehrgeiz gepackt. Wenn ich jetzt 204 Kommentare später an meinen Anfangssatz zurückdenke “Ach 20 Kommentare müssten doch reichen” kommt der mir ziemlich naiv vor. Das Zehnfache hat nur knapp gereicht und hätte ich nicht so einen tollen Freund, Freunde und Bekannte gehabt, hätte das niemals geklappt. Man muss wirklich Zeit investieren und auch ein paar Nerven, um einen Blogkommentar zu bekommen, der nur dazu dient, dass man selbst ein Wochenende im Gletscherchalet in Stubai gewinnt. Aber es hat geklappt und das finde ich einfach saugeil! *jubel, jubel, freu freu*. Da war der schreckliche Les Deux Alpes horrible Urlaub doch noch zu etwas gut. Wer hätte das gedacht :-D.

Ich hätte den Gewinn aber auch allen anderen Teilnehmern gegönnt. Vor allem mit Jenny war es ein Kopf an Kopf rennen und die Entscheidung war mehr als knapp.

Danke an Charis von wohlgeraten  für den tollen Gewinn! Ich freue mich sehr auf das Gletscherchalet in Stubai! Du bekommst auf jeden Fall Fotos und auch einen kleinen Bericht.
Ich habe auch schon meine Begleitperson auserkoren und das wird der liebe Björn von St. Bergweh sein. Er hat es mehr als verdient, in den Bergen ein wenig auszuspannen. Nun heißt es zusammen ein Wochenende in 2016 finden und dann Stubais Berge genießen.

Sonne + Schnee = glücklich
Stubai 2014: Sonne + Schnee = glücklich

Mit viel Bergweh gehe ich nun ins Bett. Gute Nacht euch allen und einen angenehmen Start in die neue Woche!

 

Vote for me – Les2Alpes horrible auf wohlgeraten.de

Der Blog Wohlgeraten feiert seinen fünften Geburtstag! Anlässlich dieses Jubiläums gibt es dort ein Gewinnspiel, bei dem ich mitgemacht habe und mein Blogbeitrag über meinen schrecklichen Urlaub in Les2Alpes wurde unter die Top 5 gewählt. YEAH!

Aber nun seid ihr gefragt! Der Beitrag mit den meisten Kommentaren, die bis Sonntag, den 06.12.2015, bis 22 Uhr eingegangen sind, gewinnt das Wochenende in Stubai. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mich hier unterstützen würdet 🙂

Hier geht es zu meinem Beitrag: Doppelter Alp(!)traum

Es wäre super, wenn ihr für mich einen Kommentar hinterlassen würdet! DANKE :-*

Swim, eat, sleep, repeat – Mein erstes Schwimmtrainingslager in Lindow

“Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt.”
Gotthold Ephraim Lessing

Vor ein paar Wochen saß ich aufgeregt vor dem Rechner und ließ sogar das Athletiktraining ausfallen, um einen der heiß begehrten Plätze im Technik-Schwimmtrainingslager in Lindow zu ergattern. Reload, server error, reload, server error, server error, server error, server error, Stunden später reload und plötzlich konnte ich mich eintragen *jubel*. Mit Näherrücken des 20. Novembers kamen aber dann doch immer mehr Zweifel auf: “Kann ich da überhaupt mithalten? Ich bin seit Wochen nicht geschwommen, habe Ende Juni die ersten 50 Meter meines Lebens gekrault und nun soll ich in drei Tagen acht Stunden Schwimmtraining durchhalten?!”

Letztes Wochenende war es dann endlich soweit. Mit gemischten Gefühlen stieg ich ins Auto. Zwar wusste ich, dass mich nur der Wurf ins “kalte Wasser” und ein intensives Training weiterbringen würden, aber das flaue Gefühl blieb trotzdem. Rückblickend sage ich: Hart war´s, schwer war´s, aber gut und hilfreich war´s. Was besseres hätte ich nicht machen können, als an diesem Technik-Trainingslager teilzunehmen. Ich bin zwar noch weit davon entfernt eine gute Schwimmerin zu sein, aber endlich habe ich das Gefühl, dass der Grundstein gelegt wurde, um irgendwann auch einmal über 500 Meter Kraulen zu können. Und hätte mir jemand vor Lindow gesagt, dass ich in der Zeit dort neun Kilometer schwimmen werde, hätte ich ihn ausgelacht. Aber wir Rookies haben das Wasser gerockt und sind auch ein wenig stolz darauf :-).

Tag 1 – Schwimmen zum Eingewöhnen
Am Freitag Abend gegen 17:30 trudelten langsam alle Teilnehmer im Sport- und Bildungszentrum Lindow ein. Die “alten” Hasen zeigten uns Neulingen direkt die drei wichtigsten Wege der kommenden drei Tage:

  • zum Zimmer
  • zum Essen
  • zur Schwimmhalle.

Um 19 Uhr standen wir dann alle zusammen in der Schwimmhalle, einige mehr, andere weniger aufgeregt. Gefreut habe ich mich besonders darüber, dass Stephi unsere Trainerin auf der nicht ganz so schnellen Bahn sein würde. Sie kannte noch mein Leiden aus dem Rookietraining: Überforderung, Gejammer, Wut, Freude – alles war dabei, als ich im Sommer diesen Jahres im Rookieprogramm versucht habe, beim Kraulen nicht unterzugehen.
Ich muss zugeben: die ersten zwei Stunden waren anstrengend, aber liefen nicht so schlecht wie ich dachte. Ich hatte dank Stephi sogar Spaß und das will bei mir schon was heißen :-).

Nach dem Training trafen wir uns dann alle noch auf einen kleiner Absacker vor dem Zimmer 421. Wir Neulinge hörten während des Erdinger-Alkohlfrei-Trinkens dann immer wieder das Wort “Lindowtaufe”, dachten aber dann, es habe sich mit dem Trinken eines Feuerstein-Schnapses erledigt. Weit gefehlt, aber zur Taufe des Grauens, die uns am dritten Tag erwartete, dann später mehr.

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Lustiges Flurtreffen

Tag 2 – Vier Stunden Schwimmen
“Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?” klang es aus meinem Handywecker um 7 Uhr 20. Wie schon aufstehen? Ach neee es ist doch Samstag! Aber was hilft es… raus aus den Federn, rein in die Sportklamotten, runter zum Frühstück, zurück aus Zimmer, Schwimmsachen schnappen und wieder runter zum Becken zur ersten Einheit des Tages. Trotz müder Arme und Beine merkte ich schon einen Fortschritt zu Freitag. Dank Stephis Trockenübungen zur Zugphase und Körperstreckung stellte sich auch bei mir zeitweilig ein Gefühl des Gleitens im Wasser ein.

Nach dem Mittag hatten wir dann ein wenig Zeit für uns. Gingen einige Laufen oder zum Athletiktraining, habe ich mit meiner Zimmergenossin gechillt. Anschließend haben wir noch Energie beim Spaziergang um den Wutzsee getankt, denn schließlich mussten wir um 17 Uhr erneut fit am Beckenrand stehen, bei der sich dann aber auch langsam die müden Arme und der Brustmuskel bemerkbar machten.. aua….

Nach dem Abendessen ging es dann noch in die Sportlerbar. Ein wenig quatschen, sich einen Gin Tonic…äh natürlich Wasser genehmigen und mit anderen Teilnehmern austauschen, mit denen man vorher nicht so viel Kontakt hatte. Ein großer Teil von uns ging noch auf die Bowlingbahn nebenan, aber da meine Arme mir das nicht gedankt hätten, beschränkte ich mich auf das Getränkehalten an der Bar.

Tag 3 – Last but not least
“Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?”…… Ja, es war schon so spät, nämlich 7 Uhr 30 und daher Zeit für´s Frühstück. Rein in die Sportsachen, runter zum Frühstück, wieder rauf auf´s Zimmer und Sachen packen. Dann wieder runter, aber nicht zum Schwimmen, sondern zunächst zum Stretching mit Rüdiger. DAS tat wirklich gut und war herrlich entspannend. Um 11 Uhr standen wir dann das letzte Mal am Becken und alle guckten uns Lindow-Neulinge schon mitleidig an. Die sagenumwobene Lindowtaufe stand uns also nun doch noch bevor. Schnell setzten einige Neulinge ihre Badekappen auf, um vor unverhofften “Attacken” ein wenig geschützt zu sein. Aber auch diese Vorsorgemaßnahme hat nichts geholfen. Ich kann nur sagen: die gruseligste, unglaublichste und stinkigste Taufe, die ich je erlebt habe! Mehr darf ich aber leider nicht verraten, denn es wird sicherlich auch beim nächsten Mal wieder Lindow-Neulinge geben. Wer also wissen mag, was die Taufe ist, sollte also einfach selbst mal mitkommen und es am eigenen Leib erfahren ;-).

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Vorbereitung zur Taufe

Anschließend ging es das letzte Mal ins Lindower Becken. Fahne schwimmen, Arme und Beine voneinander getrennt bewegen, Vorwärtsrollen im Wasser und am Beckenrand die Rollwende üben. Das waren alles einfache Übungen….ähhh nein. Ich frage mich immer noch, wie das mit dem Fahneschwimmen funktionieren soll ohne Schwimmnudel um den Bauch. Vielleicht lüftet sich dieses Geheimnis für mich im nächsten Trainingscamp. Zum Abschluss haben wir dann noch zwei Bahnen Partnerübungen gemacht: mit den kleinen Fingern eingehakt zusammen Kraulen und Abklatschen. Das hat wirklich Spaß gemacht und war ein schöner Abschluss, bevor es dann zum gemeinsamen Mittagessen und anschließend auf die Heimreise zur wohlverdienten Couch ging.

Die drei Tage Schwimmtrainingslager bleiben mir in sehr positiver Erinnerung. Danke an die Trainer, für das wertvolle und hilfreiche Feedback und natürlich danke an Petra für die Orga. Ich freue mich schon auf ein erneutes swim, eat, sleep, repeat im Januar 2016.

Mein viertes Jahr in Hamburg

„Weißt du was ich manchmal denke?
Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst.
Und wenn´s so richtig scheiße ist,
dann ist wenigstens noch die Musik da.
Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist,
da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.“
(Floyd zu Telsa in Absolute Giganten)

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier geschrieben habe. Nach dem Triathlon war ich erst einmal im Urlaub und danach habe ich kein Thema gehabt, über das ich schreiben wollte. Nun haben wir schon Mitte Oktober und ich habe mit Erschrecken festgestellt, dass ich wie letztes Jahr verpasst habe, über mein viertes Jahr in Hamburg zu schreiben. Jahr vier…. dachte ich nach Jahr drei, dass dieses Jahr nur besser werden kann, traf dies leider nur teilweise zu. Wieder waren es drei Ereignisse, die mein viertes Jahr hier geprägt haben: der erste Triathlon, der wunderbare Urlaub auf Island und der immer noch unbegreifliche Abschied von einem Freund.

Swim, bike run!
Das Jahr 2015 stand ganz unter dem Motto: Überwinde deine Schwimmangst und melde dich bei deinem ersten Triathlon an. Gedacht, gesagt, getan. Am 18.07. absolvierte ich meine erste Sprintdistanz beim ITU World Triathlon. Der Weg dorthin war schrecklich schön, emotional, frustrierend, lustig, anstrengend, aufreibend, motivierend. Ich habe in dieser Zeit ein Rookietagebuch geführt, um für mich festzuhalten, wie die Zeit war, aber auch anderen Mut zu machen, einen Weg, den man sich zuvor nicht vorstellen konnte, einfach zu gehen, ohne sich von seinen Bedenken zurückzuhalten zu lassen. Das Leben ist einfach zu kurz, um nicht das zu tun, was einen glücklich macht und auch mal herausfordet. Ich bin immer noch stolz auf mich, dass ich nach 15 Jahren Wasserabstinenz nun 400 Meter am Stück kraulen kann. Und dabei fällt mir ein: ich sollte mal wieder zum Schwimmtraining gehen, damit ich in 2016 nicht wieder von vorne anfangen muss #derinnereschweinehundlässtgrüßen.
Wer mein Rookietagebuch nicht gelesen hat, kann dies übrigens gerne nachholen und sich einen Motivationsschub für den ersten Triathlon in 2016 abholen :-). Alle Berichte findet ihr hier: Rookie Tagebuch.

Nichts ist selbstverständlich
Auch mein viertes Jahr war überschattet von einem Abschied. Ein Abschied von jemandem, der viel zu früh und unerwartet gehen musste. Es ist etwas anderes, wenn jemand wie mein Vater nach schwerer Krankheit erlöst wird, als wenn ein lieber Mensch, der noch das ganze Leben vor sich hatte, einfach von uns geht, ohne, dass sich darauf überhaupt jemand vorbereiten konnte. Wenn einer diesen unbegreiflichen Verlust in Worte hat fassen können, dann war es mein Freund in seinem letzten Brief an seinen Freund. Nichts ist selbstverständlich und das sollte uns jeden Tag bewusst sein. Für 2016 wünsche ich mir, dass kein geliebter Mensch von uns geht, dass einen meiner Freunde und meine Familie kein unbegreiflicher Verlust ereilt. Das Leben bietet immer Höhen und Tiefen, aber nächstes Jahr darf es gerne mehr Höhen geben.

Die Ruhe nach dem Sturm
Kurz nach dem unglaublich traurigen Verlust waren wir zwei Wochen auf Island. Neben dem Triathlon eines meiner größten Highlights der letzten Jahre. Rausgerissen aus dem Alltag ging es raus in die Natur. Ich kann die Eindrücke hier gar nicht in kurze Worte fassen. Es bedarf einen gesonderten Reisebericht über diese wunderschöne ursprüngliche Insel mit der rauen Natur und den tiefenentspannten Menschen.
Ich hatte mir immer mal wieder vorgenommen, einen Reisebericht zu schreiben, aber bisher fehlte mir die Muße hierzu, weil ich einfach nicht weiß, wo ich anfangen soll. Es gibt so viel zu erzählen, aber die meisten Eindrücke kann man einfach schwer in Worte fassen. Vielleicht sollte ich einfach nur ein Bildertagebuch über die Reise erstellen als das Erlebte in tausende von Worten zu packen. Da der Winter bald vor der Tür steht und die Sonntage nicht mehr auf dem Rennrad verbracht werden, werde ich hierzu sicherlich die Zeit bei einem heißen Kakao auf der Couch finden.

Zum Schluss möchte ich aber doch noch eine kleine Liste erstellen, warum ich Hamburg so liebe und ich mich auf ein weiteres Jahr hier freue:

  • immer noch Laufen an der Außenalster
  • immer noch leckere (vegane) Franzbrötchen
  • immer noch Musik und Wohnzimmerkonzerte, auch wenn diese im Jahr 2015 viel zu kurz gekommen sind…
  • immer noch die Wohnzimmerkinoabende in der Barmbek Street
  • immer noch die Kunstausstellungen in der Affenfaust Galerie
  • immer noch der Ausblick aus meinem Schlafzimmerfenster, wenn im Herbst die Sonne untergeht
  • die Raben, die an kalten Herbsttagen im Baum und auf dem Dach gegenüber meiner Wohnung sitzen
  • das kurze, aber freundliche “Moin” eines Hamburgers
  • die Freiheit auf dem Rennrad an einem sonnigen Sonntagmorgen
  • das gute Gefühl, wenn man sich zum Schwimmtraining überwunden hat und nicht nach 50 Metern untergegangen ist
  • die Rookies und die gemeinsame Zeit bei den Triabolos
  • die vielen lieben Menschen, die ich über den Triathlon bisher kennengelernt habe
  • den unvergesslich emotionalen ersten Start beim ITU World Triathlon
  • und last, but definitely not least: meinen Freund, der seit zwei Jahren immer für mich da ist – du bist nicht selbstverständlich…. daher nur für dich ein Fenster zum Berg für dein Bergweh 😉