Alles für die Kuh – Les Deux Alpes horrible

Whatever can go wrong will go wrong.
(Edward A. Murphy)

Bis mittags im feinsten Schnee auf dem Les Deux Alpes Gletscher in 3.600 Meter Höhe Snowboarden, danach runter ins Tal, auf Sommermodus umstellen und wandern gehen, biken oder einfach nur die Sonne genießen. WAS für ein Traumurlaub das letzte Woche für mich war in Les Deux Alpes – zumindest in meiner Vorstellung BEVOR wir dort ankamen…. Dies ist der allererste Anti-Urlaubs-Blogbeitrag, den ich je geschrieben habe und hoffentlich auch der letzte, den ich je schreiben werde. Denn Anti-Urlaubsbeiträge gehören nicht zu der Sorte Blogeinträge, die häufiger hier zu finden sein sollten.

Empfangen mit dem schönsten Wetter bei der Anreise wartete uns die gesamte Urlaubswoche nur mit schlechtem Wetter auf. 10-14 Grad und Regen im Tal, Schnee, Wind und Dauernebel auf dem Gletscher in 3.600 Meter Höhe. Von 6 Skitagen konnte ich sage und schreibe 2 mehr oder weniger nutzen, wobei Abfahrten im Sommer nur von 9 bis 12:30 möglich sind. Sogar die Heizung mussten wir in unserem Appartement anwerfen, weil es aufgrund der geringen Außentemperatur abends und nachts zu kalt war. Heizung mitten im Juli! So was habe ich selbst in meinen drei Jahren in Hamburg nicht gehabt…. Und wenn man dann noch hört, dass es in Hamburg 28-30 Grad sind, dann bekommt man selbst als Erwachsene im Urlaub Heimweh. Danke Murphy für diesen tollen Umstand! Womit bitte habe ich DAS verdient?! So ein böses Mädchen war und bin ich doch gar nicht *grübel*…

Nun an alle Lebensoptimisten, die meinen, ich würde das zu negativ sehen: Ja, ich hätte auch denken können: “Ich kann eh nichts daran ändern und ich werde somit versuchen, das beste daraus zu machen.” Aber WIE bitte soll man aus “Scheiße Gold machen”? Ein geplanter Outdoorsporturlaub, bei dem das Wetter nur an EINEM EINZIGEN TAG wirklich mitspielt? Ich habe es mental zumindest nicht hinbekommen, dass ganz rosarot und sonnig zu sehen – das Glas war einfach komplett leer und wollte sich auch nicht füllen (lassen). Wenn hier jemand ein “Rezept” kennt, dann bitte her damit. Nicht nur für die “ewige” Liebe suche ich die Geheimzutat, sondern auch für Optimismus in schier unerfreulichen (Urlaubs-) Situationen. Die grundsätzlich recht große Sonne in mir kam gegen den Nebel wirklich nicht an.

Nach 6 Tagen Dauerscheißwetter und zumindest von meiner Seite aus mieser Dauerlaune, entschieden wir uns dafür (zugegeben: ICH wollte einfach nur noch heim), einen Tag früher als geplant heimzureisen. Am Abreisetag empfing uns dann morgendlicher Sonnenschein. “ENDLICH“, dachte ich. “wenigstens am letzten Tag noch ein schöner Vormittag auf dem Gletscher.” Voller Vorfreude und höchst motiviert machte ich mich startklar für das Snowboarden. Da aber jeder in dem Örtchen voll motiviert war, war die Schlange am Lift dementsprechend laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaang. Und ich bin ja so ein geduldiger Mensch – nicht.
Nach 1,5 Stunden war ich dann endlich oben und was habe ich gemacht? Genau: Direkt wieder runtergefahren, denn der Gletscher lockte die Massen nach oben und empfing sie dort mit noch schlechterem Wetter als am Vortag: Wind, Schnee, Nebel pur, keine Sicht. Ich fühlte mich mehr als verarscht *pfffff*.
Der Vormittag stand dann ganz unter dem Motto: Schnellstmöglich packen, Appartement sauber machen und Proviant für die Rückreise fertig machen. Das war ein gutes Gefühl. Als wir um 17:30 Uhr endlich Les Deux Alpes verließen, habe ich nicht nur innerlich gejubelt *yeah*.

Mein schwarz gefärbtes Fazit: worse, worst, les2alpes. Der schlechteste Urlaub, den ich je hatte. Klar läuft nicht immer alles rund, aber das ist der erste Urlaub in dem ich nicht mal ansatzweise das machen konnte, wofür ich bezahlt hatte, angereist war und auf was ich mich gefreut hatte: nämlich Snowboarden! Das einzig wirklich schöne waren die An- und Abreisetage und der erste Tag in Les2Alpes. Auf dem Hinweg der Genfer See zur linken Seite und zur rechten die vielen grünen Weinberge, die Besichtigung der Pon de la Caille bei Traumwetter und das Crankworx Downhill Finale am Sonntag. Auch bei der Rückreise erwartete uns, bis auf kurze Regenabschnitte, feinstes Sommerwetter in Deutschland.

Hier noch ein paar Bilder von den schönen und auch unvergesslichen Momenten:

Alles für die Katz, ähhh Kuh....
Alles für die Katz, ähhh Kuh….

Wirklich erholt und zufrieden, wie man sich nach einem Urlaub fühlen sollte, fühle ich mich nun leider nicht. Irgendwie ein sehr unbefriedigendes Gefühl, welches in mir seit Tagen festsitzt. Ich hoffe, dass das derzeitige Sommerwetter in Hamburg und die anstehende Hochzeit am Wochenende dies wieder richten werden. Aber eines steht fest: 2015 wird mich Les2Alpes nicht wiedersehen, sondern ich möchte mir gerne den lang gehegten Wunsch erfüllen, nach Island zu reisen. Das wird zwar wieder kein Sommerurlaub, aber sicher einer der besten Urlaube, die ich je erlebt haben werde – und wehe wenn nicht Murphy!

Veröffentlicht von

Janka

Janka

Ein Nordlicht, ein Stern, liebenswürdig, herzlich, emotional, redselig, manchmal laut, tollpatschig, organisiert chaotisch, ehrgeizig, sportlich, Bücherwurm, Vegetarierin, Weinliebhaberin, ungeduldig…. meistens und stur….zumindest gelegentlich.

5 Gedanken zu „Alles für die Kuh – Les Deux Alpes horrible“

  1. …nur eins kann ich dazu sagen: auch Island muss man nehmen wie es kommt und das kann ggf. auch ganz schön beschissenes Wetter und Schnee im “Sommer” bedeuten. Aber du machst das schon! 🙂

    1. Ja, das weiß ich, aber das ist was anderes als 6 Tage Skipass kaufen und nur 1,5 Tage fahren können, weil man eben noch zu sehr Anfänger ist…Schlechtes Wetter an sich ist ja ok mit entsprechender Kleidung, aber in dem Urlaub hat es mir den Grund genommen, warum ich dorthin gefahren bin: Snowboarden.

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