Bewegungslegasthenikerin oder einfach: Tollpatsch sein

Es gibt solche Lebensphasen in denen man einfach schrecklich tollpatschig ist. Jedenfalls ist das bei mir so. Dann fühle ich mich körperlich nicht wohl, alles zappt und ziept und und bin extrem grobmotorisch und mache Sachen kaputt. Dann sind der Teller oder das Glas nicht mehr sicher vor mir. Schminke zerbröselt in meinen Händen, ich verbrenne oder schneide mich oder fahre mal wieder eine Beule ans Auto. Gestern habe ich dann mein iPhone geschrottet. Fallen lassen und zack, das LCD-Display zuckte noch kurz und wurde schwarz…. Super! Da hatte ich schon schlechte Laune im Bauch. Los zur Arbeit und beschlossen, das iPhone nicht zur Reparatur zu einem Bekannten zu schicken, sondern direkt reparieren zu lassen. Tja mal eben 65 Euro für 15 Minuten Arbeit waren dann weg. Aber gut, ich wollte es ja nicht anders. Bei der Arbeit ging dann auch noch einiges schief, so dass ich kurz vorm Heulkrampf war. Kennt ihr das? Das Fass, was sich seit Tagen oder sogar Wochen angestaut hat, droht dann bei einer Mini-Kleinigkeit überzulaufen. Und diese meine hysterischen Lach-Heul-Krämpfe möchte keiner sehen. Da mag ich mich selbst nicht sehen…..
Gestern war es auf jeden Fall wieder fast soweit und ich musste kurzerhand aufs Klo flüchten. Leute in dem Moment um mich rum zu haben verschlimmert das alles dann nur noch. Gestern Abend habe ich mich dann beim Fußballgucken mit meiner Verwandtschaft mit soooooooo viel mit Süßigkeiten vollgestopft, dass mir total schlecht war. Kurzzeitig besser gefühlt, kam heute das Gefühl der Reue auf. Schokolade hilft wirklich nur kurzzeitig, um sich besser zu fühlen. Ich frage mich immer noch, wie dieser Berg an Unsinns-Essen in mir Platz gefunden hat. Ab heute ist daher Verzicht angesagt!
Zurück in Hamburg habe ich mich dann gefragt, woher der Begriff “Tollpatsch” (ursprünglich “Tolpatsch”) kommt. Ich meine jeder kennt die Bedeutung, aber worin liegt der Ursprung? Schlau wird man hier natürlich wieder über Wikipedia: “Das Wort wurde im 17. Jahrhundert entlehnt aus ungarisch talpas ([ˈtɒl.pɒʃ] „füßig, breitfüßig“, zu talp „Sohle“) und bezeichnete im 17. und 18. Jahrhundert in den Formen Tobatz, Tolpatsch, Talpatsch, Dolpatsch, Dalpatsch (mit Plural -en: die Tolpatschen) zunächst, wie auch im Französischen talpache, einen ungarischen Fußsoldaten, einer gängigen Erklärung zufolge speziell darum, weil ungarische Infanteristen statt festen Schuhwerks breite mit Schnüren befestigte Sohlen getragen haben sollen. Im Österreichischen wurde das Wort dann zur Spottbezeichnung für einen Soldaten ungarischer oder slawischer Herkunft, der eine unverständliche Sprache spricht. Durch volksetymologische Umdeutung, die das Wort mit ähnlich klingendem toll („verrückt“), Tölpel („ungeschickter, dummer Mensch“) oder Talp („Tölpel“) und patschen („schwerfällig oder laut auftreten“, aber auch „laut zuschlagen, ohrfeigen, mit der Peitsche knallen“, „schwatzen“) assoziierte, wurde das Wort in seiner Bedeutung verallgemeinernd erweitert zu der heute üblichen Bezeichnung für einen Menschen, der sich ungeschickt oder tölpelhaft verhält. In Verbindung damit wurde auch die ursprüngliche Pluralform Tolpatschen durch Tol(l)patsche abgelöst.” (Quelle: Wikipedia)
Ok, “Tollpatsch” ist also ungarisch und wurde eigentlich für die Bezeichnung eines ungarischen Fußsoldaten verwendet. Wieder was gelernt :-). “Tollpatsch” ist sogar ein preisgekröntes Wort vom Goethe-Institut. Es ist nämlich 2008 als das schönste Wort mit Migrationshintergrund gekürt worden. Damit hat dieses Wort die “Currywurst” und den “Engel” hinter sich gelassen.
Wie auch immer bin ich derzeit wie schon eingangs erwähnt in einer sehr tollpatschigen Lebensphase und eigentlich hab ich da kein Bock drauf. Da ja alles aus einem bestimmten Grund passiert, frage ich mich gerade, WAS mir das sagen möchte. Möchte es mich hellhörig machen? Soll ich besser auf mich aufpassen oder auf mein Umfeld? Tja  wer weiß… Ich werde es wohl noch erfahren und so lange muss ich versuchen, den Schaden gering zu halten, den ich derzeit anrichten kann :-D.
Ich hoffe nur, die Phase endet bald, ohne dass ich mir wieder halb die Hand absäge oder noch mehr Gläser zerdepper. Auf Dauer geht das nämlich unnötig ins Geld.
Ich wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende und erholsamen Sonntag!
Und damit ihr alle noch mal lachen könnt, hier mein liebstes Sesamstraßen-Video “Kermit And Cookie Monster And The Mystery Box”. Das Leben ist doch einfach viel leichter mit Humor zu nehmen und dem Cookie Monster ;-).

Veröffentlicht von

Janka

Janka

Ein Nordlicht, ein Stern, liebenswürdig, herzlich, emotional, redselig, manchmal laut, tollpatschig, organisiert chaotisch, ehrgeizig, sportlich, Bücherwurm, Vegetarierin, Weinliebhaberin, ungeduldig…. meistens und stur….zumindest gelegentlich.

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