Janka goes Triathlon

“It’s very hard in the beginning to understand that the whole idea is not to beat the other runners. Eventually you learn that the competition is against the little voice inside you that wants you to quit.”
George Sheehan

Ab dem 29.04. ist es soweit: Janka goes Rookieprogramm, ein dreimonatiges Training für den ITU World Triathlon unter profesioneller Anleitung von Triabolos-Trainern.

Wie ich dazu gekommen bin? Nachdem ich nun Snowboarden kann (klar, noch bei weitem nicht perfekt), brauchte ich für 2015 eine neue sportliche Herausforderung. Nachdem ich Ende 2014 den wunderbaren Dokumentarfilm “Wechselzeiten” (Trailer siehe Beitragsende) gesehen hatte, war mein Entschluss gefasst: ich wollte das auch schaffen! Ich liebe Laufen, ich fahre gerne Rennrad und ich hasse Schwimmen und kann es auch nicht wirklich gut. 50 Meter und ich gehe unter, vermutlich. Das letze Mal im Wasser war ich glaube ich zu Schulzeiten, als ich schwimmen musste aber seitdem – zu kalt, zu nass, zu bäh. Die perfekte Voraussetzungen, einen Triathlon zu wagen und meine innere wasserscheue Katze zu überwinden.

Das Rookie-Training bei Triabolos geht am 29.04. los und endet mit dem Triathlon am 18.07.2015. Fünf mal die Woche heißt es dann diszipliniert, aber mit Spaß an der Sache, den Körper und Geist fit für diese neue Herausforderung machen.

Rookie-Trainingsplan:
– Mittwoch und Freitag abends: Laufen
– Samstag früh: Schwimmtraining
– Sonntag früh: Radtraining
– Sonntag abend: Rumpfstabilisation

Dazu wird es noch ein Neo-Testschwimmen und einen kleinen Test-Triathlon geben.

Ab Ende März versuche ich vorab noch das Kraulen so zu lernen, dass ich 100 Meter durchhalte ohne komplett unterzugehen. Das wird so eine Qual werden. Manche schmunzeln nun ggf. und fragen sich, was denn am Schwimmen so schlimm ist, aber ich habe meine traumatischen Kindheitsgründe, warum ich einfach nicht gerne im Wasser bin. Daher habe ich mich auch nur zur Sprint-und nicht für die Olympische Distanz angemeldet. 1.5km Schwimmen für den Start ist mir dann doch zu viel. Sprintdistanz heißt: 0,5 km Schwimmen, 22 km Radfahren und 5 km Laufen. Die Strecke findet ihr hier: Streckenverlauf Triathlon.

Das erste Vortreffen der Rookies ist am 20.04. Ich bin schon sehr, sehr gespannt. Am Rookieprogramm werden nur 40 Triathlon-Neulinge teilnehmen und wie schon die Jahre davor war es innerhalb kürzester Zeit ausgebucht.
Meine Ausrüstung ist auch schon fast komplett. Ich habe einen Badeanzug, Badekappe und Brille, Radoberteil und Hose sowie einen Tritahlonanzug. Fehlt nur noch das Bikefitting am 16.03. bei Trionik.

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Mein erster Badeanzug seit der Schulzeit und mein allererster Triathlonanzug. Das Training kann kommen!

Ich werde ab Ende April regelmäßig über mein Training und Erfahrungen berichten. Es wird schrecklich schön werden und ich freue mich auf die Höhen und Tiefen. Und wer weiß: Vielleicht wird es 2016 dann die Olympische Distanz werden.

Zum Schluss noch der Trailer von “Wechselzeiten”. Die Doku lohnt wirklich, auch für Nicht-Triathlon Fans.

Fastenzeit 2015 – Diesmal ein wenig anders

Alle Jahre wieder ist die Fastenzeit da und eigentlich nutze ich diese Zeit, um auch für mich vier Wochen lang ein paar Fastenregeln aufzustellen. Bewusster Verzicht tut mir gut und empfinde ich somit als wichtig.
Dieses Jahr hatte ich eigentlich vor, die Regeln noch ein wenig straffer zu machen, aber nun habe ich mich recht spontan dagegen entschieden. Nicht, dass ich die Disziplin nicht habe oder ich zu faul bin, aber im Juli werde ich das erste Mal in meinem Leben an einem Triathlon teilnehmen und hierfür ab Ende April in einer Gruppe trainieren. Das Rookieprogramm geht drei Monate und bedeutet fünf mal die Woche Training, davon drei Einheiten am Wochenende (mehr Details dazu werde ich in einem gesonderten Beitrag schreiben). Das Training wird hart genug und der dreimonatige Verzicht auf ein frei gestaltbares Wochenende und Ausschlafen wird sicherlich auch nicht leicht werden. Zudem wird das Schwimmen für mich eine große körperliche, vor allem aber eine sehr große mentale Herausforderung werden. Die Zeit, die ich bis dahin habe, mag ich nicht mit totalem Verzicht erleben. Ich werde folglich die Fastenzeit zar mitmachen, aber ein wenig entspannter als noch in 2014. Ich werde wie immer auch erst nach meinem Snowboardurlaub starten, da ich grundsätzlich im Urlaub nicht fasten mag. Ich starte daher erst am 09.03. und beende sie am 06.04., damit ich die für mich üblichen vier Wochen voll bekomme.

Hier sind nun meine Regeln in 2015:

  • Es gibt dieses Mal Ausnahmen, die ich fest definiert habe. Das heißt aber nicht, dass ich diese “Joker” wirklich nutzen werde. Außerhalb der Joker-Tage ist sündigen tabu oder kostet das Sündengeld von 25 Euro pro Sünde.
  • Keinerlei Arten von Süßigkeiten und ungesundes Knabberzeugs: Keine vegane Schoki, Gummizeugs, Eis, Kuchen, Müsliriegeln und auch keine Chips und Co. Es gibt hier nur EINE Ausnahme, die ich mir offenhalten mag: eine Geburtstagsfeier am 05.04.
  • Kompletter Alkoholverzicht, außer an den jetzt schon von mir festgelegten Tagen/Begebenheiten: 11.-12.03. Belgrad, 28.03. Wild&Style Back in Town Party, Geburtstagsfeier 05.04.. Aber auch hier gilt: ich halte es mir einfach nur offen.
  • Keine Limonaden wie Cola, Fanta, fertige künstliche Apfelsaftschorle etc. (gesunde bzw. frisch gepresste Fruchtsäfte, Schorlen sind aber ok)
  • Kaffee nur noch am Wochenende, sprich Samstag und Sonntag jeweilse einer. Tee hingegen ist erlaubt, aber kein schwarzer.

Falls ich sündigen sollte, geht die Spende wie immer an Viva con Agua.

Ich kann die Fastenzeit jedem empfehlen, auch wenn ich dieses Jahr ein paar feste Ausnahmen definiert habe. Mir hilft es doch immer wieder, sich auf sich selbst zu besinnen.

Allen, die die Fastenzeit mitmachen, wünsche ich viel Durchhaltevermögen :-).

Mein drittes Jahr in Hamburg

walkintheclouds“Wie oft werden wir von einem scharf ins Auge gefaßten Ziel abgelenkt, um ein höheres zu erreichen! Der Reisende bricht unterwegs zu seinem höchsten Verdruß ein Rad und gelangt durch diesen unangenehmen Zufall zu den erfreulichsten Bekanntschaften und Verbindungen, die auf sein ganzes Leben Einfluß haben. Das Schicksal gewährt uns unsere Wünsche, aber auf seine Weise.”
Johann Wolfgang von Goethe

Da guckt man in den Kalender und denkt sich: “Scheiße, wieder ein Jahr Hamburg um und ich habe es verpasst. Zeit, meinen Blogartikel über drei Jahre Hamburg zu schreiben…”

So schnell ging das Jahr wieder um und nun darf ich seit drei Jahren und ein paar Wochen Hamburg als meinen Heimathafen bezeichnen. In den letzten zwei Rückblicken (Jahr 1 und Jahr 2) habe ich darüber geschrieben, warum ich so gerne in Hamburg bin und was die Hansestadt für mich ausmacht. Dieses Jahr fällt mir dazu irgendwie nichts ein. Nicht, dass das Jahr schlechter gewesen wäre oder Hamburg nichts mehr neues zu bieten hat: Ganz im Gegenteil! Aber mein drittes Jahr in Hamburg war durch ein paar “besondere” Ereignisse geprägt.

Das erste Ereignis war mein Jobwechsel im Oktober 2013 und das Pendeln nahm somit nach zwei Jahren endlich ein Ende. Es war ein ganz neues Lebensgefühl nicht immer “auf dem Sprung” zu sein, montags morgens nicht mehr um 5 Uhr aufstehen und drei Tage bei meiner Mama im Gästezimmer schlafen zu müssen. Endlich konnte ich meine Woche frei gestalten, mich auch Montags Abends in Hamburg verabreden und ich musste nicht schon Sonntag wissen, was ich denn unter der Woche anziehen wollte (jaja typisch Frau, i know). Das Gefühl, endlich zu 100% in Hamburg angekommen zu sein, war und ist immer noch sehr schön.

Nach dem Jobwechsel habe ich dann dieses Frühjahr mein Auto verkauft. War mein Leben seit dem Führerschein davon geprägt, dass ich immer ein Auto zur Verfügung hatte, war dies plötzlich vorbei. Nicht, dass ich mein Auto in Hamburg ohne das Pendeln oft genutzt hätte, aber es war doch schon sehr komisch, plötzlich kein eigenes mehr zu haben. Aber auch das Gefühl ging schnell vorüber, denn wusste ich meinen kleinen Seat ja in guten neuen Händen.

Sportlich habe ich mich im dritten Jahr auch verändert. Snowboarden stand auf dem Plan und dazu viele blaue Flecke, Muskelkater und ein geprelltes Steißbein. Einige von euch haben sicher meinen kleinen Leidensweg, mit über 30 noch das Snowboarden lernen zu wollen, mitverfolgt (Janka gets on Board Teil 1 und Teil 2). Aber durch einen sehr geduldigen Lehrer habe ich es dann geschafft, seit dem Frühjahr so gut fahren zu können, dass ich vermutlich jede blaue und rote Piste nehmen kann. Auch wenn ich sagen muss, dass ich mich wohl nie wirklich richtig “heimisch” im Wintersport fühlen werde im Vergleich zu jemanden, der den Sport schon als Kind oder Teenager gelernt hat. In Sessellifte steige ich mittlerweile ohne Schweißhände ein, nur diese elendigen Schlepplifte sind mir immer noch ein Graus…. Ich kann das einfach nicht und werde es wohl nie richtig lernen. Trotzdem bin ich stolz auf mich, dass ich nicht aufgegeben habe.

Mein drittes Jahr startete gleichzeitig auch mit einer schlechten Nachricht. Hatten mein Vater und ich zwar kein einfaches Verhältnis, versetzte mich der Anruf meiner Tante, dass er Krebs habe, dann doch in einen Schockzustand… Es ging einige Monate hin und her: Versuchte ich den Kontakt wieder aufzubauen, weigerte er sich, mit mir zu sprechen. Schlussendlich haben wir uns dann wieder angenähert, telefoniert und auch einige schöne Momente zusammen teilen können. Doch zu kurz war die Zeit…. viel zu kurz. Ende August hat mein Vater dann Erlösung in den Armen seiner Familie gefunden. Prägend war dieses Erlebnis und die Gefühle, die man empfindet, wenn jemand in den eigenen Armen stirbt, sind zu schwer in Worte zu fassen. Auch der emotionale Stress einer Beerdigung und einer Haushaltsauflösung ist schwer zu beschreiben. Ich war sehr launisch: extrem gefasst und rational bis hin zu plötzlichen Weinattacken. Danke an dieser Stelle an all diejenigen, die dies ausgehalten und die mich mental unterstützt haben! Love you all.
Zwei Monate hat es dann gedauert, bis alles geregelt war. Die letzte Rechnung, welche für den Grabstein war, kam mit der Danksagung meiner Freunde zur Geburt ihres Kindes. Es waren an diesem Tag die einzigen zwei Briefe im meinem Briefkasten. Heullachend habe ich mir diese zwei Briefe angesehen und wusste, nun kehrt langsam wieder Frieden ein bei mir.

Und plötzlich war es dann November und ich sitze hier in Belgrad auf meinem Hotelzimmer und denke mit: “Scheiße, wieder ein Jahr Hamburg um und ich habe es verpasst. Zeit, meinen Blogartikel über drei Jahre Hamburg zu schreiben…”

 

Alles für die Kuh – Les Deux Alpes horrible

Whatever can go wrong will go wrong.
(Edward A. Murphy)

Bis mittags im feinsten Schnee auf dem Les Deux Alpes Gletscher in 3.600 Meter Höhe Snowboarden, danach runter ins Tal, auf Sommermodus umstellen und wandern gehen, biken oder einfach nur die Sonne genießen. WAS für ein Traumurlaub das letzte Woche für mich war in Les Deux Alpes – zumindest in meiner Vorstellung BEVOR wir dort ankamen…. Dies ist der allererste Anti-Urlaubs-Blogbeitrag, den ich je geschrieben habe und hoffentlich auch der letzte, den ich je schreiben werde. Denn Anti-Urlaubsbeiträge gehören nicht zu der Sorte Blogeinträge, die häufiger hier zu finden sein sollten.

Empfangen mit dem schönsten Wetter bei der Anreise wartete uns die gesamte Urlaubswoche nur mit schlechtem Wetter auf. 10-14 Grad und Regen im Tal, Schnee, Wind und Dauernebel auf dem Gletscher in 3.600 Meter Höhe. Von 6 Skitagen konnte ich sage und schreibe 2 mehr oder weniger nutzen, wobei Abfahrten im Sommer nur von 9 bis 12:30 möglich sind. Sogar die Heizung mussten wir in unserem Appartement anwerfen, weil es aufgrund der geringen Außentemperatur abends und nachts zu kalt war. Heizung mitten im Juli! So was habe ich selbst in meinen drei Jahren in Hamburg nicht gehabt…. Und wenn man dann noch hört, dass es in Hamburg 28-30 Grad sind, dann bekommt man selbst als Erwachsene im Urlaub Heimweh. Danke Murphy für diesen tollen Umstand! Womit bitte habe ich DAS verdient?! So ein böses Mädchen war und bin ich doch gar nicht *grübel*…

Nun an alle Lebensoptimisten, die meinen, ich würde das zu negativ sehen: Ja, ich hätte auch denken können: “Ich kann eh nichts daran ändern und ich werde somit versuchen, das beste daraus zu machen.” Aber WIE bitte soll man aus “Scheiße Gold machen”? Ein geplanter Outdoorsporturlaub, bei dem das Wetter nur an EINEM EINZIGEN TAG wirklich mitspielt? Ich habe es mental zumindest nicht hinbekommen, dass ganz rosarot und sonnig zu sehen – das Glas war einfach komplett leer und wollte sich auch nicht füllen (lassen). Wenn hier jemand ein “Rezept” kennt, dann bitte her damit. Nicht nur für die “ewige” Liebe suche ich die Geheimzutat, sondern auch für Optimismus in schier unerfreulichen (Urlaubs-) Situationen. Die grundsätzlich recht große Sonne in mir kam gegen den Nebel wirklich nicht an.

Nach 6 Tagen Dauerscheißwetter und zumindest von meiner Seite aus mieser Dauerlaune, entschieden wir uns dafür (zugegeben: ICH wollte einfach nur noch heim), einen Tag früher als geplant heimzureisen. Am Abreisetag empfing uns dann morgendlicher Sonnenschein. “ENDLICH“, dachte ich. “wenigstens am letzten Tag noch ein schöner Vormittag auf dem Gletscher.” Voller Vorfreude und höchst motiviert machte ich mich startklar für das Snowboarden. Da aber jeder in dem Örtchen voll motiviert war, war die Schlange am Lift dementsprechend laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaang. Und ich bin ja so ein geduldiger Mensch – nicht.
Nach 1,5 Stunden war ich dann endlich oben und was habe ich gemacht? Genau: Direkt wieder runtergefahren, denn der Gletscher lockte die Massen nach oben und empfing sie dort mit noch schlechterem Wetter als am Vortag: Wind, Schnee, Nebel pur, keine Sicht. Ich fühlte mich mehr als verarscht *pfffff*.
Der Vormittag stand dann ganz unter dem Motto: Schnellstmöglich packen, Appartement sauber machen und Proviant für die Rückreise fertig machen. Das war ein gutes Gefühl. Als wir um 17:30 Uhr endlich Les Deux Alpes verließen, habe ich nicht nur innerlich gejubelt *yeah*.

Mein schwarz gefärbtes Fazit: worse, worst, les2alpes. Der schlechteste Urlaub, den ich je hatte. Klar läuft nicht immer alles rund, aber das ist der erste Urlaub in dem ich nicht mal ansatzweise das machen konnte, wofür ich bezahlt hatte, angereist war und auf was ich mich gefreut hatte: nämlich Snowboarden! Das einzig wirklich schöne waren die An- und Abreisetage und der erste Tag in Les2Alpes. Auf dem Hinweg der Genfer See zur linken Seite und zur rechten die vielen grünen Weinberge, die Besichtigung der Pon de la Caille bei Traumwetter und das Crankworx Downhill Finale am Sonntag. Auch bei der Rückreise erwartete uns, bis auf kurze Regenabschnitte, feinstes Sommerwetter in Deutschland.

Hier noch ein paar Bilder von den schönen und auch unvergesslichen Momenten:

Alles für die Katz, ähhh Kuh....
Alles für die Katz, ähhh Kuh….

Wirklich erholt und zufrieden, wie man sich nach einem Urlaub fühlen sollte, fühle ich mich nun leider nicht. Irgendwie ein sehr unbefriedigendes Gefühl, welches in mir seit Tagen festsitzt. Ich hoffe, dass das derzeitige Sommerwetter in Hamburg und die anstehende Hochzeit am Wochenende dies wieder richten werden. Aber eines steht fest: 2015 wird mich Les2Alpes nicht wiedersehen, sondern ich möchte mir gerne den lang gehegten Wunsch erfüllen, nach Island zu reisen. Das wird zwar wieder kein Sommerurlaub, aber sicher einer der besten Urlaube, die ich je erlebt haben werde – und wehe wenn nicht Murphy!

Vampire bei der Arbeit – Blutspendendienst Hamburg

1231688_646998171985172_1938142420_nAm letzten Mittwoch war ich das erste Mal zum Blutspenden beim Blutspendedienst Hamburg. Wenn ich jetzt an diesen Tag zurück denke, dann war es das einzig wirklich Sinnvolle, was ich an dem Tag gemacht habe.

Mein Beitrag hier will aber nicht erklären, warum Blutspenden grundsätzlich sinnvoll ist, sondern eher die Menschen, die noch zögern zu gehen, die sich nicht sicher sind, ob ihr Körper das verträgt oder die einfach ein wenig Schiss haben vor der Blutentnahme, zu überzeugen es einfach zu machen! Traut euch so wie ich und ihr werdet es nicht bereuen.

Mann, war ich nervös, als ich den Aufzug in der Spitalerstraße hochfuhr. In meinen Gedanken kippte ich jetzt schon bei der Vorstellung um, dass mir gleich 500 ml Blut abgezapft würden. Aber umdrehen kam nicht in Frage. Augen zu und durch! Denn was hatte ich schon zu verlieren außer einer verkraftbaren Menge Blut? Rein gar nichts…. Aber der Gewinn, der dabei für andere rauskommen würde, wird um ein vielfaches höher wiegen als mein kleiner innerer Schisshase. Dieser wurde also überwunden und dann stand ich auch schon bei der Anmeldung zum Neuspender am Registrierungsterminal und füllte den Bogen zu meinem Gesundheitszustand aus.

Als dann meine Nummer aufgerufen wurde, wurde mir zunächst von der sehr netten Dame am “Empfang” erklärt, was mich als Erstspender heute erwarten würde. Die Frau nahm mir die Unsicherheit mit herzlichen Worten: “Toll, dass Sie heute hier sind und sich getraut haben. Wir freuen uns über jeden Spender mehr, der den Weg zu uns findet!” Meine Daten wurden aufgenommen und ich bekam einen vorläufigen Spenderausweis. Erst als Dauerspender bekommt man einen richtigen Ausweis. Diesen erhält man beim dritten Mal. Auch bekommt man eine Aufwandsentschädigung ab diesem Zeitpunkt von 23 Euro. Auf die Aussage hin, dass ich das Geld aber gar nicht haben würde wollen, wurde mir entgegnet, dass der Blutspendedienst es nicht behalten dürfe, ich es aber gerne weiter spenden könne. Und das werde ich natürlich machen: Jede Aufwandsentschädigung wird an den DKMS gehen. So profitieren beide Organisationen von meinem Blutspenden.

Ich wurde noch einmal zum Trinken und Essen aufgefordert. Danach wurde mein Eisengehalt gemessen. Hier wird geprüft, ob man mit dem aktuellen Eisengehalt überhaupt spenden darf. Da meiner laut Aussage “perfekt” war, durfte ich mich wieder in den Warteraum setzen und auf Aufruf durch eine Ärztin warten.

Während des Wartens habe ich die Spender beobachtet, welche um mich rum saßen. Hier waren “alte Hasen” und Erstspender so wie ich dabei. Gerade die Erstspender nahm ich genauer in Betracht: Manche beruhigten sich mit Schokolade, andere machten sich verrückt, in dem sie laut murmelten, dass 500 ml ja mal viel zu viel wären und sie ggf. doch lieber wieder gehen sollten, weil sie sich ja eh nicht so ganz fit fühlen würden. Ein anderer Erstspender hielt Händchen mit seiner Freundin, die sichtlich erfreut darüber war, mal die Rollen getauscht zu haben ;-). Es beruhigte mich, dass ich nicht die Einzige war, der die Nervosität ins Gesicht geschrieben stand.

Dann wurde ich aus den Gedanken gerissen, weil eine Ärztin meinen Namen rief. Im Arztzimmer wurde dann noch einmal der Gesundheitsbogen durchgegangen. Den Check muss man übrigens vor jeder Blutspende durchlaufen. Auch durch die Ärztin wurde ich sehr freundlich mit den Worten empfangen: “Schön, Sie als Erstspender begrüßen zu dürfen! Sie werden sehen, dass ist alles gar nicht so schlimm und Sie werden das gut überstehen.” Nach der kleinen Untersuchung kam sie zu dem Schluss, dass ich weiter zum Blutspenden gehen durfte. Sie drückte mir noch einmal einen Traubenzucker in die Hand und schon saß ich wieder im Wartezimmer.

Und dann war es soweit: Ich wurde ins Blutspendezimmer gerufen. Auch dort wurde ich wärmstens empfangen. Man sah mir an, dass ich unsicher war und auch hier wurde mir bestätigt, dass ich mir keine Sorgen machen müsse. Heute hätten sie über 100 Spender gehabt und keinem ging es schlecht. Klar, könne es immer passieren, dass einem die Blutspende nicht bekommt, aber dafür wären sie ja da und würden auf einen aufpassen. Mit wurde die Prozedur erklärt und schon hatte ich die Nadel im Arm. Das tat wirklich gar nicht so weh, wie ich vermutet hatte, denn die Nadel ist wirklich nicht dünn. Hingucken konnte ich trotzdem die ganze Zeit nicht :-D.

Während des Spendens kam ich einmal an den Schlauch und merkte erst, wie warm Blut eigentlich ist. Das Gefühl, dass man lebt, spürte ich dort sehr deutlich. Das hört sich ggf. ein wenig schräg an, aber diese Wärme und das Gefühl, dass es hier bei einem selbst nicht ums Kranksein geht, sondern über die Möglichkeit anderen mit seiner Gesundheit helfen zu können. Das war und ist immer noch ein unglaublich tolles Gefühl!

Neben mir saß eine junge Frau, welche schon öfter zum Spenden dort war. Sie fragte, warum der Einstich von mal zu mal mehr weh tun würde. Die Erklärung kam sofort und war ganz einfach: das Hautgewebe vernarbt und darum wird es auf Dauer unangenehm, wenn man immer wieder die selbe Stelle nimmt. Alle Dauerspender trifft das irgendwann und dagegen kann man nichts machen. Wenn dass das einzige ist, dann nehme ich das gerne in Kauf, dachte ich mir.

Nach 10 Minuten war das ganze “Spektakel” dann auch schon wieder vorbei. Ich musste noch weitere 10 Minuten sitzen bleiben, die Ärztin, die mich zuvor untersucht hatte, schaute vorbei und erkundigte sich nach meinem Wohlbefinden. Danach musste ich noch einen Traubenzucker essen, bekam einen Druckverband (den muss man 2 Stunden umbehalten, um die Bildung von einen Bluterguss zu verringern) und wurde mit den Worten: “Wir sind stolz auf Sie!” verabschiedet. Dann musste ich noch meine Blutspende freigeben und durfte gehen.

Auf dem Weg zur Bahn dachte ich mir: Mensch, dass war ja alles nicht so schlimm! Es tat kaum weh, mir wurde nicht schlecht, alle waren freundlich und ich habe mich total wohl und gut aufgehoben gefühlt. Wenn sich nun keiner mehr bei mir meldet in den nächsten Wochen ist meine Spende in Ordnung und ich kann Ende September wieder zum Blutspenden gehen.

Daheim angekommen fand ich auf der Homepage des Blutspendedienstes folgende Aussage: “Nur 2% der spendefähigen Hamburger spenden Blut.” Diese sehr geringe Zahl hat mich zugegebenermaßen erschreckt… Ich bin froh, selbst nun ein Teil der Spender zu sein und hoffe, dass sich immer mehr Menschen dazu aufraffen werden. Es war wirklich ein tolles Gefühl sich nun endlich zu trauen. Daher an alle Schisser, Unentschlossenen und Faulen: Hingehen und einfach machen! Solange ihr gesund seid gibt es keine Ausrede fürs Nichtgehen!

An alle, die sich zum Spenden entschließen sollten, zum Schluss noch ein paar Tipps/Hinweise:

  • Am Spendentag viel trinken (mind. 1,5-2 Liter) und vor der Spende gut essen.
  • 3 Tage vorher kein Aspirin nehmen.
  • Am Tag vorher, am Tag selbst und am nächsten Tag keinen Alkohol trinken.
  • Nach der Blutspende keinen Sport machen, sondern es ruhig angehen lassen.
  • Nicht hingehen, wenn man sich krank fühlt.
  • Am nächsten Tag kann es sein, dass man ein wenig Kreislaufprobleme hat. Auch kann es sein, dass man an der Einstichstelle einen Bluterguss bekommt.
  • Sollte man am nächsten Tag 38 Grad Fieber bekommen, dann direkt beim Blutspendendienst melden. Dann war man vorher schon krank und sie müssen u.a. die Spende entsorgen.

10363377_10152234954598460_8885033241449907787_nWer sich trotzdem derzeit nicht zum Blutspenden traut, für den habe ich noch einen anderen Tipp, wie er anderen Menschen helfen kann: Einfach beim DKMS als Spender registrieren. Hier wird einem im ersten Schritt kein Blut abgenommen, sondern man muss nur eine Speichelprobe abgeben. Je mehr sich dort melden, desto besser. Erst, wenn man als potentieller Knochenmarkspender in Frage kommt, kommt der zweite Schritt der Blutabnahme. Ich habe bisher nur den Ersten gemacht. Mal sehen, ob ich irgendwann auch als Spender gebraucht werde.

So das war´s von meiner Seite aus. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und hoffe, dass ich den ein oder anderen Leser ein wenig den Respekt vorm Blutspenden nehmen konnte.