Gedanken über die Wahrheit und die Lüge

“Truth enlightens the mind,
but won`t always bring
happiness to your heart.”
(aus den Clone Wars Staffel 1)

Ich schreibe heute mal über etwas anderes als Basteln, Kochen, Ausflüge, Sport, Tattoos. Heute schreibe ich über Wahrheit und Lüge. Warum ich darüber schreibe? Aus aktuellem Anlass und aus Reflektion. Bevor ich aber meine Gedanken, nein falsch Emotionen, hierzu aufschreibe, habe ich mal nach der Definition von “Lüge” geschaut.
Wikipedia sagt hierzu:  “Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender (Lügner) weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der oder die Empfänger sie trotzdem glauben” wird. “Lügen dienen dazu, einen Vorteil zu erlangen, einen Fehler oder eine verbotene Handlung zu verdecken und so Kritik oder Strafe zu entgehen. Von ‚Unwahrheit‘ spricht man, wenn die Aussage tatsächlich auch nicht korrekt ist, der sich Äußernde das aber nicht weiß und es nur fälschlich angenommen hat.” (Quelle: Wikipedia)

Was mir fehlt ist das Schweigen. Das Nichtsagen von Wahrheit kann auch eine Lüge sein. Ein gesprochenes oder geschriebenes Wort ist nicht nötig, um zu lügen….
Wahrheit und Lüge. Der eine ist des anderen Tod, jedenfalls für eine gewisse Zeit. Es gibt entweder nur Wahrheit oder Lüge. Es gibt keine gedehnte Wahrheit oder Halbwahrheiten. Beides ist eine Lüge. Denkt jedoch nicht, dass ich das schwarz-weiß sehe. Ich meine hier nicht die kleinen Lügen des Alltages, die jedem täglich passieren, ohne dass wir es überhaupt merken. Ich rede von Lebenslügen und von Lügen, welche andere mit hineinziehen, verletzen, verwunden, zerbrechen lassen. Angewendet aus purem Egoismus und Selbstschutz. Lügen können sehr komplex werden, sie können “Wahrheit” werden. Ganze Existenzen können auf Lügen basieren. Doch diese Lügengeflechte sind sehr instabil und können jederzeit zusammenfallen. Lügen belasten die Seele, das Herz. Lügen hinterlassen immer Schäden, nicht nur bei seinem Umfeld, sondern auch bei einem selbst. Und schlussendlich wird eine Lüge nie zur Wahrheit, nur weil man sie immer und immer wiederholt und sich selbst sowie seinem Umfeld einredet. Denn wenn man auf sein Herz hört und den Lärm des Alltags ausschaltet: Dann wird man die Lüge erkennen – irgendwie, irgendwo, irgendwann…. Die Wahrheit ist immer der stärkere Part. Davon bin ich überzeugt. Selbst wenn es Jahre dauern kann, bis sie ans Licht kommt – schlussendlich wird sie es, denn der Schatten beherrscht nie die Sonne. Doch die Wahrheit sagen bedarf oft Mut. Denn sie kann unbequem sein und verletzend wie die Lüge. Die Wahrheit zu kennen gibt einem die Chance zu heilen, zu verarbeiten, neu zu beginnen, sich zu verändern. Sie reinigt die Seele… Die Lüge hingegen vergiftet. Lügen zeigen Unsicherheit desjenigen, der sie ausspricht oder sie lebt.

Und auch ich konnte mich nicht freisprechen von der Lüge. Auch ich habe sie genutzt, um mich zu schützen und um die “Bequemlichkeit” in meinem Leben nicht zu verlieren. Aber sie ist ein sehr ungesunder Weg auf Dauer. Und schlussendlich mündet sie dann doch immer in Wahrheit. Es gibt daher mittlerweile zwei Grundsätze für mich:

  1. Solange es niemandem schadet, tu was du willst.“ (An ye harm none do as ye will) und
  2. Alles, was von dir ausgeht, fällt dreifach auf dich zurück.

Vor allem der letzte Grundsatz hilft mit Situationen umzugehen, in denen man feststellt, dass man selbst in so einem Lügengeflecht eingesponnen war ohne es wirklich zu wissen… Wenn es aus dem Unterbewusstsein hervortritt oder man es von außen durch einen Zufall erfährt. Dann tut es weh, lässt einen verzweifeln, auch an sich selbst. Aber schlussendlich wird alles gut: “Es gibt kein Chaos, es gibt Harmonie.” (aus dem Jedi-Kodex)

Bewegungslegasthenikerin oder einfach: Tollpatsch sein

Es gibt solche Lebensphasen in denen man einfach schrecklich tollpatschig ist. Jedenfalls ist das bei mir so. Dann fühle ich mich körperlich nicht wohl, alles zappt und ziept und und bin extrem grobmotorisch und mache Sachen kaputt. Dann sind der Teller oder das Glas nicht mehr sicher vor mir. Schminke zerbröselt in meinen Händen, ich verbrenne oder schneide mich oder fahre mal wieder eine Beule ans Auto. Gestern habe ich dann mein iPhone geschrottet. Fallen lassen und zack, das LCD-Display zuckte noch kurz und wurde schwarz…. Super! Da hatte ich schon schlechte Laune im Bauch. Los zur Arbeit und beschlossen, das iPhone nicht zur Reparatur zu einem Bekannten zu schicken, sondern direkt reparieren zu lassen. Tja mal eben 65 Euro für 15 Minuten Arbeit waren dann weg. Aber gut, ich wollte es ja nicht anders. Bei der Arbeit ging dann auch noch einiges schief, so dass ich kurz vorm Heulkrampf war. Kennt ihr das? Das Fass, was sich seit Tagen oder sogar Wochen angestaut hat, droht dann bei einer Mini-Kleinigkeit überzulaufen. Und diese meine hysterischen Lach-Heul-Krämpfe möchte keiner sehen. Da mag ich mich selbst nicht sehen…..
Gestern war es auf jeden Fall wieder fast soweit und ich musste kurzerhand aufs Klo flüchten. Leute in dem Moment um mich rum zu haben verschlimmert das alles dann nur noch. Gestern Abend habe ich mich dann beim Fußballgucken mit meiner Verwandtschaft mit soooooooo viel mit Süßigkeiten vollgestopft, dass mir total schlecht war. Kurzzeitig besser gefühlt, kam heute das Gefühl der Reue auf. Schokolade hilft wirklich nur kurzzeitig, um sich besser zu fühlen. Ich frage mich immer noch, wie dieser Berg an Unsinns-Essen in mir Platz gefunden hat. Ab heute ist daher Verzicht angesagt!
Zurück in Hamburg habe ich mich dann gefragt, woher der Begriff “Tollpatsch” (ursprünglich “Tolpatsch”) kommt. Ich meine jeder kennt die Bedeutung, aber worin liegt der Ursprung? Schlau wird man hier natürlich wieder über Wikipedia: “Das Wort wurde im 17. Jahrhundert entlehnt aus ungarisch talpas ([ˈtɒl.pɒʃ] „füßig, breitfüßig“, zu talp „Sohle“) und bezeichnete im 17. und 18. Jahrhundert in den Formen Tobatz, Tolpatsch, Talpatsch, Dolpatsch, Dalpatsch (mit Plural -en: die Tolpatschen) zunächst, wie auch im Französischen talpache, einen ungarischen Fußsoldaten, einer gängigen Erklärung zufolge speziell darum, weil ungarische Infanteristen statt festen Schuhwerks breite mit Schnüren befestigte Sohlen getragen haben sollen. Im Österreichischen wurde das Wort dann zur Spottbezeichnung für einen Soldaten ungarischer oder slawischer Herkunft, der eine unverständliche Sprache spricht. Durch volksetymologische Umdeutung, die das Wort mit ähnlich klingendem toll („verrückt“), Tölpel („ungeschickter, dummer Mensch“) oder Talp („Tölpel“) und patschen („schwerfällig oder laut auftreten“, aber auch „laut zuschlagen, ohrfeigen, mit der Peitsche knallen“, „schwatzen“) assoziierte, wurde das Wort in seiner Bedeutung verallgemeinernd erweitert zu der heute üblichen Bezeichnung für einen Menschen, der sich ungeschickt oder tölpelhaft verhält. In Verbindung damit wurde auch die ursprüngliche Pluralform Tolpatschen durch Tol(l)patsche abgelöst.” (Quelle: Wikipedia)
Ok, “Tollpatsch” ist also ungarisch und wurde eigentlich für die Bezeichnung eines ungarischen Fußsoldaten verwendet. Wieder was gelernt :-). “Tollpatsch” ist sogar ein preisgekröntes Wort vom Goethe-Institut. Es ist nämlich 2008 als das schönste Wort mit Migrationshintergrund gekürt worden. Damit hat dieses Wort die “Currywurst” und den “Engel” hinter sich gelassen.
Wie auch immer bin ich derzeit wie schon eingangs erwähnt in einer sehr tollpatschigen Lebensphase und eigentlich hab ich da kein Bock drauf. Da ja alles aus einem bestimmten Grund passiert, frage ich mich gerade, WAS mir das sagen möchte. Möchte es mich hellhörig machen? Soll ich besser auf mich aufpassen oder auf mein Umfeld? Tja  wer weiß… Ich werde es wohl noch erfahren und so lange muss ich versuchen, den Schaden gering zu halten, den ich derzeit anrichten kann :-D.
Ich hoffe nur, die Phase endet bald, ohne dass ich mir wieder halb die Hand absäge oder noch mehr Gläser zerdepper. Auf Dauer geht das nämlich unnötig ins Geld.
Ich wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende und erholsamen Sonntag!
Und damit ihr alle noch mal lachen könnt, hier mein liebstes Sesamstraßen-Video “Kermit And Cookie Monster And The Mystery Box”. Das Leben ist doch einfach viel leichter mit Humor zu nehmen und dem Cookie Monster ;-).

Into the Wild: Von Hamburg nach Pretzsch und wieder zurück

Letztes Wochenende waren der quibbler_g und ich im Osten…und wenn ich Osten schreibe meine ich Osten, tiefster Osten… Wir waren in Pretzsch. Warum wir da waren? Weil ein sehr guter Freund von uns seinen 30. Geburtstag gefeiert hat.
Losgefahren am Samstag aus Hamburg bei ca. 15 Grad merkten wir schnell, dass eine funktionierende Klimaanlage hilfreich gewesen wäre. 4,5 Stunden bei ca. 32 Grad im Auto – alles andere als eine Wunschvorstellung, aber das perfekte Wetter für die anstehende Geburtstags-Gartenparty. Dafür leidet und schwitzt man doch gerne im Auto :-).  Nebenbei ein wenig “36 Grad” *summ* von Zweiraumwohnung hören brachte dann noch das nötige Sommerfeeling.
Irgendwann wurden wir durch mein Navi von der Autobahn runtergelotst und wir fuhren durch Niemalsland…. Versteht mich nicht falsch, aber da war nichts außer viel Natur, ein paar Straßen, Häuser und viele leerstehende Gebäude. Irgendwie erschreckend ungewohnt… Angekommen in Pretzsch wurden wir freudig empfangen. Auf die Frage, wo denn das Hotel sei, hörten wir: “Ach ein wenig außerhalb. Ihr fahrt besser mit dem Auto hin.”…. Mhh ok alles klar. “Dann bestellen wir uns für den Rückweg ein Taxi.” Aber weit gefehlt: “Taxi? *lauter Lacher*. So was gibts hier nicht.” Aha also kein Taxi, aber was dann? Selbst fahren? Ja selbst fahren, denn “Hier gibts keine Polizei. Hier ist ja nichts. Also könnt ihr auch betrunken mit dem Auto zurück ins Hotel fahren.” AHA…. OKEEE…… Mit dieser Aussage im Kopf fuhren wir dann in das Hotel. Ach ja eine richtige Straße zu dem Hotel gabs übrigens nicht ;-). Nach eine holprigen Fahrt zum Hotel “Golmer Weinberg” wurden wir auch dort sehr freundlich empfangen mit den Worten: “Gehören sie auch zu Spies?” “Äh ja ganz genau….” Sah man uns das etwa an? Scheinbar gabs da nicht soooo viele Gäste von Auswärts ;-). Das Zimmer hatte ein wenig was von Klassenfahrt: klein, altmodisch, aber ganz nett. Interessanterweise war das Bad fast doppelt so groß als das gesamte Zimmer…. Aber gut, irgendwer wird sich bei der Raumaufteilung schon was gedacht haben.
Ausgehungert ging es dann zurück zur Gartenparty. Lecker schmecker Essen gabs da und sogar an mich Vegetarierin wurde gedacht. Gegrilltes Gemüse mit Schafskäse, diverse Salate und Dips. Und das Beste zum Schluss: Marzipantorte!!!! Yippie Yajeah! Dazu gabs dann noch Bier, Cidre und für die ganz Verrückten unter den Gästen Club Mate. Club Mate..igittt…. lecker fand ich das Zeugs ja nicht, aber der Rest war regelrecht süchtig danach. Ich versteh immer noch nicht warum.
Ach und fast vergessen: DAS Geschenk. Für datenbrille gabs einen Himbeerkuchen. Ganz genau, ein echtes kleines Himbeertörtchen. Leider hatten wir bis dato immer noch keine echte Raspberry Pi (nur für Nerds :-D) bekommen :-(… Aber es war schon lustig zu sehen wie datenbrille ein wenig auf dem Schlauch stand und zunächst nicht wusste, wie er das kleine Himbeertörtchen zu verstehen haben sollte. Der zusätzliche Gutschein hat dann doch den “Aha”-Effekt ausgelöst ;-). Und das Himbeertörtchen löste auf jeden Fall beim Verzehr eine Menge Zufriedenheit beim Beschenkten aus – misson complete.

Vollgefressen mit zu viel Marzipantorte saßen wir dann noch bis spät in die Nacht an der Feuerstelle im Garten. Das war wirklich ein schöner Ausklang zu einem gelungenen Geburtstagsabend. Ach ich vergaß zu erwähnen: die kleine Bildershow von Klein-datenbrille bis hin zu Groß-datenbrille hat sehr viel Spaß gemacht. Mal sehen, wie ich dieses pikante “Bilderwissen” verwenden kann bei der Arbeit *muhahahahaha* :-D.
Wie genau wir dann zurück ins Hotel gekommen sind, verrate ich euch übrigens nicht, aber ihr wisst ja: es gab keine Polizei ;-).
Kurzer Schlaf im watteweichen Bett und los gings zum Frühstück um 11 Uhr. Lecker Kaffee und Brötchen, aber man merkte doch, dass wenig Schlaf und viel “Getränkegut” vom Vorabend bei manchen Gästen Spuren hinterlassen hatten. Mir gings richtig gut und von daher war ich fit für die Heimfahrt… im Gegensatz zum lieben quibbler_g ;-).

Die Fahrt zurück war ähnlich warm und führte uns wieder durch dieses Niemalsland. Ich muss gestehen: War ich FROH danach wieder in Hamburg angekommen zu sein! Zivilisation, Menschen, befestigte Straßen – einfach Leben um einen rum!
Kurz frisch gemacht ging es dann am Abend noch ins Übel & Gefährlich zu “Der König tanzt”. Super Konzert und RTL-Interview dazu. Wer es sehen mag bitte sehr: Der König tanzt und wir rockten mit. Wir sind ganz kurz am Ende zu sehen.
Mein Fazit vom Abenteuerurlaub in den Osten nach Pretzsch: Um die datenbrille zu besuchen gerne wieder, aber mehr auch nicht….. Selbst zum Erholungsurlaub ist es mir dort zu sehr Niemalsland, zu sehr Verfall, zu sehr trostlos, zu sehr ausgestorben…. Hamburg hat mich mit vollem Herzen wieder und es ist ein gutes Gefühl in der schönsten Stadt Deutschlands wohnen zu dürfen :-).
Und weil es irgendwie zum “Reisen” passt, noch ein kleines Zitat von Antoine de Saint-Exupéry zum Abschluss dieses Beitrages:
“Geh nicht nur die glatten Straßen.
Geh Wege, die noch niemand ging,
damit du Spuren hinterlässt und nicht nur Staub. ”
Damit sage ich Tschüssie und auf bald :-).

Über Zürich, Schlemmen, Bio, Essensumstellung und Fasten

Mhhh wo fange ich an…… Mit dem Ziel oder mit dem Anfang? Ich entscheide mich für das Ziel, denn das beschriebt ganz einfach, worum es in diesem Blogbeitrag gehen wird. Dann kann jeder schon nach wenigen Zeilen Lesen entscheiden, ob es für ihn von Interesse ist oder nicht :-).
Das Ziel: Seit dem 27.02.2012 bis zum 07.04.2012 (bis 24 Uhr) die Fastenzeit mitmachen.
Nun fragt man sich sicher, warum erst am 27.02. und nicht schon am 22.02.2012?
Ganz einfach: Ich hatte Geburtstag und war in Zürich. Sich in seinem Kurzurlaub das Schlemmen verbieten habe ich mir selbst und meinen Gastgebern nicht antun wollen. Denn das hätte ich als äußerst unhöflich den beiden lieben Menschen gegenüber empfunden, welche mich für die Zeit beherbergt und verköstigt haben. Kurz zu Zürich: Superschöne Stadt, Essensauswahl in den Supermärkten gigantisch und kein Vergleich zu Deutschland, toll zum Abends Rausgehen und Feiern, ABER: Scheißenteuer! Nur ein kleines Beispiel dazu: Ein normaler Teller mit Spaghetti Pesto und ein stilles Wasser umgerechnet ca. 26 Euro. Aber gut, geil war’s trotzdem ;-).
Zurück aus Zürich war ich vom vielen Laufen auf hohen Schuhen so platt, dass ich den Sonntag auf der Couch verbracht habe. Und irgendwie hat mich an dem Tag der Heißhunger überfallen. Hatte ich vorher schon angefangen, mich gesünder und mit viel Obst zu ernähren, waren an dem Tag alle guten Vorsätze vergessen: Der mitgebrachte Nusskuchen aus der Schweiz musste herhalten, dann noch Brötchen mit Bergkäse (auch aus der Schweiz), viel zu viel Sushi und dann wieder Nusskuchen. Danach fühlte ich mich schlecht….Vor allem durch das Nusskuchengefresse (der war aber auch lecker :-D). Da überkam mich das Bedürfnis, die Fastenzeit doch mal wieder mitmachen zu wollen, zwar verspätet, aber immerhin. Ich erzählte davon dem Subwort per Chat und dieser stieg sofort mit ein, denn: Die Fastenzeit zusammen durchstehen ist ein besserer Ansporn als ganz alleine zu verzichten. Wobei es bei unserer Fastenzeit nicht um völligen Verzicht geht, sondern um den Verzicht auf ungesunde Lebensmittel. Nach ein wenig Hin- und Herschreiberei per Chat hatten wir uns schließlich geeinigt und folgende Bedingungen und Sünden festgehalten:
Bedingungen:
Laufzeit: 27.02.-07.04.2012 (inkl.)

  • Keinerlei Art von Süßigkeiten und ungesundes Knabberzeugs: Keine Schoki, Gummizeugs, Eis, Kuchen und auch keine Chips und Co.
  • Kein Alkohol
  • Keine Limonaden wie Cola, Fanta, fertige Apfelsaftschorle etc. (gesunde Fruchtsäfte sind aber ok)
  • Kaffee: Janina maximal eine Tasse, das Subwort maximal vier pro Tag
  • Es gibt keine Ausnahmen, egal ob Geburtstage, Familienfeiern, Konzerte oder sonst was in der Art. Auch nicht, wenn jemand ankommt und einem Schoki in den Mund stopfen will ;-).

Falls man sich mal nicht sicher ist: Den anderen fragen und absprechen, bevor man die Entscheidung zum Essen oder Trinken fällt.
Was passiert, wenn man sündigt:

  • Oberstes Ziel sollte, trotz der guten Spendenabsicht, IMMER das Nichtsündigen sein!
  • 25 Euro pro Sünde (egal, wie “klein” der Bruch ist, auch ein Nippen oder Abbeißen zählt schon als Sünde)
  • Sofortige Bekanntgabe dem anderen gegenüber per Mail. Die Sünde wird dann in ein Google Doc eingetragen.
  • Wer am Ende am meisten gesündigt hat, legt den Betrag, welchen er gesündigt hat, nochmal zur Endsumme drauf.
  • Der Haupt-Sündiger muss an die Organisation spenden, die der andere ausgewählt hat.

Spenden gehen an:
Janina: http://www.vivaconagua.org/
Subwort: http://www.kinderhospiz-loewenherz.de/index.php

Die erste Woche ist nun überstanden und bis auf zwei Tage, war es leichter, als ich vorher dachte. An einem Tag voller Müdigkeit hat mir der Kaffee am Nachmittag gefehlt. Dazu kam dann noch eine komische Laune und das Bedürfnis, sich mit Schoki aufmuntern zu wollen. Das war eine harte Kombination an dem Tag und hat zu schlechter Laune und bescheidenen Schlaf geführt. Dann gibt es in meiner Firma noch die (schlechte) Angewohnheit, dass jeder Mitarbeiter, der Geburtstag hat, eine Tonne Süßigkeiten mit in die Firma bringt und in die Küche stellt. Ich war daher an dem erwähnten Tag froh, dass wenigstens Eine davon auch mal Äpfel und Mandarinen dazu gestellt hatte. Der zweite schwierige Tag war der Samstag. An dem Tag stand der Besuch bei einer Freundin an, die ihr erstes Kind bekommen hat (der kleine Liam ist soooooo süß, herrlich!). Tja und WAS bitte gab’s en masse dort? Richtig: Lecker Kaffee und Kuchen! Ich nagte also an meinem Honigbrötchen und trank viel Tee während neben mit leckerer Milchkaffee und Brownies verspeist wurden. Aber was hilft das Gejammer, ich habe es mir ja selbst ausgesucht :-D. Mein Obstkonsum ist seit dem Fasten noch weiter gestiegen und das ist ja nicht der schlechteste Effekt. Von einmal im Monat Obst zu nahezugut jeden Tag finde ich für mich persönlich eine sehr positive Veränderung, die ich weiterführen möchte. Daher führe ich auch seitdem ein Essenstagebuch, um mal zu gucken, was man wirklich so am Tag isst und trinkt. Dauerziel bei mir ist nämlich, mich bewusster, gesünder, vegetarisch (Fisch esse ich weiterhin) und mehr mit Bioprodukten zu ernähren. Dazu mache ich aber keine Radikalumstellung, sondern werde nach und nach mein Ess- und Einkaufsverhalten verändern. Ein Sportfreak bin ich sowieso, da muss ich keinen inneren Schweinehund überwinden, aber beim Essen war ich immer der Meinung: Ich bin schlank, muss nicht abnehmen, daher ist ungesund und schnell essen schon ok, denn ich habe ja den Sport als positiven Ausgleich. Das dass reiner Selbstbetrug ist, war mir auch immer klar. Und ich merke seit meiner Umstellung schon die ersten positiven Effekte: besseres Hautbild, weniger schlapp, weniger Kopfschmerzen. Mein Körper entgiftet scheinbar schon und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Nach der Fastenzeit werde ich jedoch nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen, sondern einfach alles in Maßen genießen. Dafür esse ich Kuchen und Kekse dann doch zu gerne, um für immer darauf verzichten zu wollen und im Sommer Campari Soda im Milestones ist auch ein MUSS :-D. Aber Vegetarier und Bio-Liebhaber werde ich trotzdem bleiben und hier dauerhaft meine Ernährung umstellen. Bewusster auf die eigene Ernährung achten ist hier meine Maßgabe. Denn mit meinen Körper muss ich das ganze Leben klarkommen und ich denke, er wird es mir danken, wenn ich ihn nicht nur äußerlich, sondern auch von innen heraus pfleglich behandeln werde. ABER: Das geht nur mit einer grundsätzlichen veränderten Einstellung zum Leben einher! Aber das würde hier jetzt zu weit führen. Diejenigen, welche diesen Prozess schon durchgemacht haben, wissen eh, was ich meine ;-). Und dank meines neuen Kochbuches “Vegetarian Basics” habe ich zum Start schon tolle gesunde Rezepte. Da ich nun in Hamburg wohne, in der übrigens schönsten Stadt Deutschlands, und zwei Bioläden um die Ecke habe, wird meine Lebensumstellung sicher auch leichter sein als in meiner ehemaligen Heimat Bielefeld und Paderborn.
So, das wars von meiner Seite aus. Was das Subwort von seiner ersten Fastenwoche so denkt, dass muss er hier schon selbst schreiben ;-).

Ach kleine Sache noch im Nachtrag: Interessant sind die Reaktionen des Umfeldes. Erst die Tatsache, dass man nun Vegetarier ist. Da gucken alle schief und sagen mir dass, das ungesund sein, während sie ihre fettige Dönerpizza fressen.  Und nun auch noch Bio und Fasten dazu? Mit der Janina KANN ja was nicht stimmen! Die will sicher nur abnehmen, obwohl sie das gar nicht nötig hat.. Und bei der Bemerkung werden bei der Arbeit die Süßigkeiten vom Geburtstagskind in sich hineingestopft, während das frische und gesunde Obst daneben verschmäht wird. Selbstbetrug und die Verurteilung anderer, die besser sowie bewusster mit ihrem Leben umgehen als man selbst, scheinen bei vielen zum Alltag dazuzugehören, um sich irgendwie besser zu fühlen. Schön zu wissen, dass ich mit diesem Selbstbetrug aufgehört habe :-).
Und weil Obst derzeit sehr wichtig in meiner Ernährung geworden ist, dieser Klassiker zum Ablachen zum Schluss :-D:

In Gedenken an einen wunderbaren Menschen – Meine Oma

Wenn Du an mich denkst,
erinnere Dich an die Stunde,
in welcher Du mich am liebsten hattest.
(Rainer Maria Rilke)

Am 24.10.2011 um 10 Uhr 10 ist meine Oma gestorben…Ich wusste vorher schon, dass ich ihr einen Blogbeitrag widmen möchte. Einen Beitrag über einen mir sehr nahestehenden Menschen und einen Beitrag, der mir selbst helfen wird, mit der Trauer umzugehen und meine Oma gehen zu lassen. Gehen zu lassen und die vielen schönen Erinnerungen im Gedächtnis wie einen Schatz in mir zu bewahren und ihn mit anderen Menschen zu teilen, die wissen möchten, was meine Oma für ein wundervoller Mensch war.

Die letzten Tage waren hart. Hart, weil es unerträglich war, einen geliebten Menschen leiden zu sehen. Wenn der letzte Faden, der eine Seele auf Erden hält, nur der schwerkranke Körper ist, der noch nicht loslassen kann….
Wir alle waren das ganze Wochenende bei ihr. Von morgens bis Abends saßen wir neben ihr, haben ihre Hand gehalten, mit ihr geredet und ihr zu verstehen gegeben, dass es ok ist, wenn sie geht….
Am Sonntag vor ihrem Tod bin ich heim nach Hamburg gefahren, um mir eine Wohnung anzusehen. Denn das Leben bleibt nicht stehen….Hätte ich gewusst, dass sie einen Tag später schon stirbt, wäre ich nicht zurück gefahren. Ich hätte sie gerne persönlich begleitet bei ihrem letzten Schritt aus dem Leben. Aber mein Opa war dabei, der wichtigste Mensch in ihrem Leben. 54 Jahre haben die beiden miteinander geteilt. Ich habe sehr viel Respekt vor meinem Opa, denn er hat harte Zeiten durchgemacht und meine Oma bis zu ihrem Tod durch ihre schwere Krankheit begleitet. Das braucht sehr viel Kraft und er hat sie gehabt. Danke Opa, dass du jeden Tag und jede Stunde für meine Oma da warst, bis zum Schluss….

Die Seltsamkeiten, die passieren, wenn ein Mensch von uns geht….Glauben wollte ich es nicht, aber heute haben ich und meine Familie es selbst erfahren dürfen. Meine Oma hat alle informiert, die nicht dabei sein konnten, als sie ging. Wir haben es alle gespürt, irgendwie….Um 10 Uhr 10 habe ich auf die Uhr geschaut und das Bedürfnis gehabt, meinen Opa anzurufen. Da ich bei der Arbeit saß, habe ich es doch nicht getan…Gegen 11 kam dann der Anruf…Meine beiden Cousinen hatten stärkerer Erfahrungen als ich.
Meine Cousine ist Kindergärtnerin und hat einem Kind gesagt, dass es sich ein Buch holen soll, damit sie daraus vorlesen kann. Aus den vielen Büchern bringt das Kind “Trauerarbeit” mit. Das war um 10 Uhr. Ihre Schwester saß zu der Zeit in der Uni und gegen 10 Uhr wurde eine Folie mit dem Thema “Tod eines Familienmitglieds” aufgelegt.
Begleiten konnten wir sie nicht persönlich, aber wir waren alle dabei, jeder auf unterschiedliche Art und Weise. Aber was war meine Oma für ein Mensch? Es ist gar nicht leicht, dass in Worte zu fassen und doch hat die Familie einen Spruch gefunden, der sie im Wesentlichen beschreibt: “Was du im Leben hast gegeben, dafür ist jeder Dank zu klein. Du hast gesorgt für deine Lieben, von früh bis spät, tagaus, tagein. Du warst im Leben so bescheiden, nur Pflicht und Arbeit kanntest du. Mit allem warst du stets zufrieden, nun schlafe sanft in stiller Ruh.”
Eigentlich mag ich Sprüche nicht, die so ordentlich in ein Reimschema passen. Aber der Inhalt passt einfach, besser hätte ich es nicht ausdrücken können und daher ist der Spruch die beste Wahl gewesen. Sie war immer für uns da, Tag und Nacht, mit ihrem ganzen Herzen. Immer in Sorge, immer nur das Beste wollend und dabei völlig uneigennützig. Sie war wie eine zweite Mama für mich, sie war immer für mich da, wenn ich Wärme brauchte. Sie war eine tolle Köchin und von ihr habe ich die Leidenschaft zum Backen. Sie hat die besten Kartoffelklöße und den besten Kartoffelsalat auf der Welt gemacht….Als Kind musste ich ihre selbstgestrickte Wollunterwäsche tragen, die gekratzt hat und die ich gehasst habe. Wenn ich heute darüber nachdenke muss ich lachen: Wer bitte hatte schon selbstgestrickte Wollunterwäsche :-D.
Und so könnte ich unendlich lange weiterschreiben über ihre positiven Seiten und auch ihre Eigenarten. Aber diese ganzen Erinnerungen haben keinen Platz ein einem Blog. Dafür braucht man ein ganzes Herz…

Ich trage ihren Ring, den sie mir von sich schon vor Jahren vererbt hat, derzeit Tag und Nacht….Ein wunderschöner silberner Ring mit fünf roten Korallensteinen. Der Ring ist Geschichte, der Ring ist Erinnerung und Erinnerungen an meine Oma trage ich für immer bei mir. Ein damaliger Freund sagte zur mir: “Doch sie lebt weiter… durch Dich. Durch Deine Erinnerungen und durch Deine Taten. Ihre Aura ist um Dich und sie sieht die Welt durch Deine Augen. Das mag seltsam klingen und doch ist es physikalische Tatsache. Und, wenn Du magst, ist das der einzig wirkliche Beweis für ein Leben nach dem Tod.” Und damit möchte ich abschließen… Abschließen für mich und anfangen, meine Oma in mir zu tragen und ihr die Welt durch meine Augen zu zeigen.