Kurz vor dem Ziel – Woche 10 im Triabolos Rookie Training

“Eines der besten Dinge am Sport ist die Intensität und die Vielfalt der Gefühle, die du durchlebst. […] Ob du Profi bist oder Amateur: dass Wichtigste ist es, nie zu vergessen, dass du es tust, weil du es liebst.”

Jan Frodeno, Ironman Europameister 2015

Diese Woche fange ich mal mit meinem persönlichen Highlight an: Ich bin 50 Meter am Stück in der ASH gekrault! Endlich! Klar, mache ich noch viel falsch und habe keine gute Technik, aber immerhin bin ich nicht japsend und völlig fertig nach 20 Metern ins Brustschwimmen übergegangen, sondern war plötzlich am Ende der Bahn :-). So, nun kann es weiter gehen mit dem Schwimmen nach dieser persönlichen Meilensteinerreichung.

Wir haben mittlerweile Woche zehn im Rookietraining und ich bin schon ein wenig aufgeregt, wenn ich darüber nachdenke, das in zwei Wochen der Triathlon ansteht. Ich hoffe, dass wir bis dahin alle fit bleiben und diejenigen, die aktuell Probleme haben, wieder fit werden.

Montag – Pizza at Slim Jims
Ruhetag, wie schön :-). Nach dem anstrengenden Wochenende gab es für mich einen Pizzaabend bei Slim Jim und Eis zum Nachtisch von der Eisbande. Lecker wars, viel wars, schön wars, erholsam wars.

Dienstag – Schwimmen mit Püppchen und Pull Buoy
Am Dienstag Abend stand Schwimmen mit Headcoach Ingo auf dem Plan. Eine Einzelschwimmstunde für Technikkraulen mit dem Fokus auf Korrektur und Übungsauswahl. Ich weiß nun, was ich alles noch falsch mache, woran ich arbeiten muss und auf welche Übungen ich den Fokus legen kann. Die Stunde mit dem Einzelfeedback war sehr hilfreich, aber auch ein wenig frustrierend, da ich einfach noch so viel falsch mache. Aber nach einer Nacht drüber schlafen ging es schon wieder. Es ist noch kein Meister vom Schwimmhimmel gefallen und wenn man eben mit über 30 Kraulen lernt und vorher nie im Wasser war, dann braucht man eben länger als andere. Trotzdem werde ich froh sein, nach dem Triathlon mal nicht schwimmen zu müssen. Auf Island werde ich keinen Sport machen (außer Reiten) und in kein Gewässer steigen. Die ASH wird mich dann auch erst wieder Mitte August wiedersehen.

Mittwoch – Schwitzlauf Nummer 1
Zum Mittwoch gibt es nicht so viel zu sagen. Die üblichen zehn Kilometer mit drei kleinen Steigerungsläufen und viel Schweiß.

Donnerstag – Einfach Kraulen
Ich musste mich schon sehr aufraffen bei dem Wetter Donnerstags abends in der Alsterschwimmhalle aufzutauchen. Aber da Björn fest auf mich gezählt hatte, bin ich dann trotz Hitze und Unlust hin. Die 30 Minuten waren diese Woche sehr gut, denn ich hatte eine Einzelstunde :-). Björn hat mich einfach Kraulen lassen und mir Feedback gegeben. Das war Luxus pur: die gesamte Bahn für sich, keiner, von dem ich mich gehetzt gefühlt habe und Björn, der mir wertvolles Einzelfeedback gegeben hat. Die halbe Stunde lief auch ganz gut, denn ich konnte an der Vorwoche anknüpfen. Danke Björn an deine Geduld und dein ermutigendes Zureden, dass bei mir nicht Hopfen und Malz verloren sind.

Freitag – Schwitzlauf Nummer 2
HITZE pur! Meine Kollegen haben mich für verrückt erklärt, als ich mit Sportsachen das Büro zum Lauf-ABC und Intervalltraining verließ. “Bei dem Wetter willst du Laufen gehen?! Nicht dein Ernst. WAS bitte stimmt mit dir nicht?!” Tja, was mit mir nicht stimmt? Ich zitiere einfach mal Andy Cavatorta:

“At the end of your life you will not be saying ‘I just wish I’d spent more time sitting on my butt watching TV’.” 

Trotz Hitze ließ uns Püppchen nach dem Lauf-ABC vier mal 800 Meter Intervalle laufen. Auch wenn es sehr warm war, fand ich dies sehr gut. Auch mit Hitze muss der Körper umgehen können und wer garantiert uns, dass beim ITU World Triathlon nicht ähnliche Temperaturen herrschen werden. Ich fand es schlussendlich beim Laufen selbst auch gar nicht mehr so schlimm. Nach dem Training hatte ich dann eine schöne Salzkruste auf der Haut und die Klamotten klebten an mir. Ich glaube, ich war noch nie so nassgeschwitzt wie an diesem Abend (ah doch in Venedig bei 45 Grad war ich mal ähnlich nass, aber nur vom Rumstehen). Normalerweise wäre ich bei den Temperaturen und an einem Freitag Abend nicht Laufen gegangen, sondern hätte mich mit Freunden auf ein kühles Blondes getroffen. Aber so kurz vom Triathlon will ich jede Einheit mitnehmen und da gibt es keine Ausreden für mich, nicht beim Training zu erscheinen.

Samstag – Mein persönlicher Meilenstein
50 Meter Kraulen geschafft!!!!! Schwimmen mit Björn war heute sehr erfolgreich. Nach guten vorbereitenden Übungen mit dem Pull Buoy, habe ich dann endlich eine Bahn Kraulen geschafft. So kann es weiter gehen :-).
Und ich bin nicht mit dem Pull Buoy umgekippt wie am Dienstag. An alle, die sich jetzt denken: “Mit einem Pull Buoy umkippen? Wie geht das denn?” Ganz einfach: Wenn man zu instabil ist, dreht einen der Pull Buoy ganz schnell auf den Rücken. Das ist mir am Dienstag öfter mal passiert. Dieses Mal fand ich den Pull Buoy jedoch sehr hilfreich. Ich konnte mich auf den Arm zu konzentrieren, den Druck viel besser spüren und ich war nicht so k.o., da ich die Beine nicht einsetzen musste. Das hat mir wieder einmal verdeutlicht, dass mein Beinschlag einfach noch zu unruhig ist und mir die Puste und den Sauerstoff nimmt. Es liegt also noch ein weiter Weg vor mir, aber die ersten 50 Meter sind geschafft. Besonders toll fand ich, dass meine Gruppe sich so schön mit mir gefreut hat. Wäre doch nur Konfetti da gewesen: das hätte den Moment perfekt gemacht :-).
Die Gruppe musste von Woche zu Woche meine schlechte Laune und Verzweiflung miterleben, meinen Frust und Aussagen ertragen, dass ich dass alles NIE lernen würde und ich NIE im Leben 50 Meter am Stück Kraulen werde. Zehn Wochen hat es gedauert, bis ich bei den 50 Metern angekommen bin. Ich hoffe, es dauert keine weiteren 10 Wochen, bis ich 100 Meter am Stück schaffe. Bei der letzten Schwimmeinheit am 11.07. werde ich nicht jammern, versprochen.

Sonntag – Koppeltraining, Schwimmen und Wasserstabi Laufspecial
Sonntag = Sporttag. 60 Kilometer Radfahren, anschließendes Koppeln, dann Schwimmen im Oortkatensee und abends Laufen in der Hafencity.

Am Sonntag habe ich tatsächlich nichts anderes außer Sport gemacht und extrem müffelige Sportsachen gewaschen. Vormittags ging es wieder an den Deich zur zweistündigen Radausfahrt mit anschließendem Koppeltraining. Das angedachte Wechseltraining haben wir wegen des extremem Wärme ausfallen lassen. Auch wenn der Fahrtwind gut gekühlt hat: mein Gehirn war schon ein wenig matschig und nicht so ganz zu 100% da. Vor allem, weil ich wegen der Wärme in der Nacht wenig Schlaf gefunden hatte. Nach dem schnellen Abstieg vom Rad in die Laufschuhe erwartete mich die Hitzewand. Ich fand es dann doch recht anstrengend bei der stehenden Luft zu laufen, aber einmal Zähne zusammenbeißen und los gings. Ein Wechseltraining hätte ich aber definitiv nicht geschafft. Dieses werden wir das letzte Wochenende vor dem Triathlon nachholen. Ich hoffe, dass dann die Temperaturen ein wenig angenehmer sind.

Einen heiden Resepkt an dieser Stelle an alle Teilnehmer beim Ironman in Frankfurt. Das Rennen war sicherlich alles andere als ein Zuckerschlecken bei den Temepraturen. Und trotzdem stellt Frodo einen neuen Streckenrekord auf. Das ist echt Wahnsinn!

Nach dem Koppeln ging es direkt weiter zum Oortkatensee. Dort bin ich dann nur ein wenig rausgeschwommen, denn im Freiwasser zu Kraulen finde ich immer noch komisch und es klappt auch noch nicht wirklich gut. Meine Premiere an dem Tag: Ohne Neo im Freiwasser sein. Manche finden das sicherlich komisch, aber ich war in der Tat noch nie in einem See schwimmen. Das erste mal war im Stadtparkfreibad, aber mit Test-Neo, dann kam der Testtriathlon mit meinem eigenen Neo. Als Kind hat mich Wasser immer gegruselt und weiter als bis zu den Oberschenkeln bin ich nie ins Wasser gegangen. Hätte mir letztes Jahr einer gesagt, dass ich 2015 im Freiwasser schwimmen werde, hätte ich ihn ausgelacht und gesagt: Niemals! Und nun war ich sogar ohne schützende Neohaut, die einem vor allem auch ein Gefühl von Sicherheit gibt, im Freiwasser. Für mich ist das was ganz Besonderes, denn meine Kindheitserfahrungen mit Freiwasser/Meer waren alles andere als positiv. Und seitdem habe ich ein Problem mit Wasser und vor allem mit dem Kopf unter Wasser. Ich mags es zwar immer noch nicht, aber es wird immer besser und jeder kleiner Erfolg motiviert mich weiterzumachen.

Um 18 Uhr ging es dann in die Hafencity. Eigentlich war geplant, dort das Athletiktraining zu machen, aber aufgrund des Regens wurde es dann doch eher eine Treppenlaufeinheit quer durch die graue Hafencity. Aus dem Athletiktraining Special wurde folglich ein Wasserlauf Special. Ich war ein wenig abgenervt, denn wenn ich eines nicht mag ist es bei Regen zu laufen und völlig durchnässte Kleidung am Körper zu haben. Da bin ich echt ein Mädchen aus Zucker. Nach zwei Stunden ging es dann endlich wieder  nachhause unter die heiße Dusche und auf die wohlverdiente Couch.

Am Montag war ich dann ein wenig fertig, was aber glaube ich an der Kombination viel Sport, große Hitze und wenig erholsamer Schlaf durch die Wärme lag. Normalerweise bin ich nicht so empfindlich, aber am Montag war Kopfschmerztag bis Spätnachmittag angesagt. Schön, dass es ab jetzt ein wenig kühler werden soll. Ich mag Wärme ganz gerne, aber alles über 30 Grad finde ich nicht mehr so angenehm. 23-25 Grad wäre ja meine Wunschtemperatur für den ITU World Triathlon am 18.07. Lieber Wettergott: Mach dat mal klar, ne! Und liebe Triathleten: immer schön das Tellerchen leer essen!

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Meine Triabolos-Jacke hat sich wieder aufgefunden. Beim Athletiktraining habe ich diejenige angesprochen, die in der Umkleide neben mir war, und in der Tat hatte sie die Jacke ausversehen eingesteckt und in ihrer Wäsche wiedergefunden. Nächsten Sonntag erhalte ich das gute Stück dann zurück und ich werden direkt meinen Namen reintragen. Dann sollte es schneller auffallen, wenn sie noch einmal jemand ausversehen mitnimmt.

Und last but not least hier das Video vom Train-Triathlon von Ex-Rookie André. Danke dafür! Das ist wirklich eine tolle Erinnerung!

Veröffentlicht von

Janka

Janka

Ein Nordlicht, ein Stern, liebenswürdig, herzlich, emotional, redselig, manchmal laut, tollpatschig, organisiert chaotisch, ehrgeizig, sportlich, Bücherwurm, Vegetarierin, Weinliebhaberin, ungeduldig…. meistens und stur….zumindest gelegentlich.

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