Musik im Herzen – Mein Konzertjahr 2014

“Fluten überschwemmen Land und Felder,
jeder macht die Abrechnung mit sich selber
und ich nehme mit in meine Schattenwelt,
was mir von Deinem Staub bleibt.

Der Wind trägt ihn davon.
Nichts von alledem wird bleiben,
der Wind trägt uns davon.”
Felix Meyer

Jahr bin ich nicht so gut in “Jeden Monat ein Konzert”. Der Januar war wie immer ohne Konzerte und der März diesmal auch, da ich meine Franz Ferdinand Karte zugunsten des Snowboardurlaubes mit Wild&Style abgeben musste. Somit begann mein Musikjahr erst im Februar mit den Satellite Stories. Kennengelernt habe ich die Jungs aus Finnland auf dem Reeperbahnfestival 2013. Leichte Musik zum “Abspacken”, wie eine gute Freundin dazu sagen würde. Die Musik daheim würde ich eher nicht hören, aber auf dem Konzert war es grandios. Erste Reihe, gehüpft, getanzt, mitgesungen und sehr viel Spaß gehabt. Wenn man also auf Indie Rock steht und einen lustigen Abend haben mag, dann kann ich die jungen blonden Finnländer nur empfehlen.

Sechs Tage später wurde ich dann von meinem Freund mit einem Wohnzimmerkonzert überrascht. Er wusste, dass ich das Jahr zuvor “Alles Oskar” in der Ponybar sehr gut fand. Die Band gibt es zwar nicht mehr, aber die Sängerin Nina Müller hat ein neues Projekt “Poems for Jamiro” ins Leben gerufen. Das Wohnzimmerkonzert war herrlich: gemütlich in einem Sessel, mit einem Bier in der Hand, der ruhigen Musik lauschend….  Ich mag kleine Sets, ich mag Geigen, ich mag Klavier, ich mag Sänger, die ihre Natürlichkeit bewahrt haben, ich mag die Nähe zu den Künstlern, die Stille, wenn das Publikum bedächtig lauscht. Das war ein rundum gelungener Abend!

10 Tage später saß ich dann schon beim nächsten Wohnzimmerkomzert, organisiert über Sofar. Mit dabei waren der großartige und lustige Ben Schadow, Poems for Jamiro (und da wusste ich auch, warum mein Freund zuvor von dem geheimen Wohnzimmerkonzert wusste, der Schelm 😉 ) und John Allen in der WG einer guten Freundin. Rund 1,5 Stunden Musik, ein bequemes Bett zum Sitzen, wieder ein Bier in der Hand. Ja, das Leben in Hamburg kann herrlich sein!

Nach dem Konzertpausemonat März wurden dann direkt wieder drei Konzerte von mir im April besucht. Den Anfang machte Game Ove und die Spielfiguren im Kleiner Donner. War es anfangs sehr leer und ich machte mir schon ein wenig Sorgen wegen der fehlenden Stimmung, wurde es dann später (ja viiieeel später ihr unpünktlichen Konzertbesucher da draußen!) doch noch richtig voll und das Konzert konnte endlich losgehen. Lustig wars! Texte zum schmunzeln, Gute-Laune-Musik, die Spielfiguren hatten Spaß auf der Bühne und das Publikum auch. Ove und die Spielfiguren ist eine absolute Liveband, die Konzerte kann ich sehr empfehlen.
Am nächsten Morgen ging es dann direkt nach Husum zum Husum Harbour. Nach der Wellness-Sauna-Entspannungssession im Hotel ging es dann in den Speicher. Folgende Künstler waren mit auf diesem kleinen Festival dabei: Alin Coen Band, Die Höchste Eisenbahn, Lost Name, Town of Saints und Dangers of the Sea. Der Abend war gut, aber zu lang – zumindest für mich. Der Mix aus Singer Song Writer und rockiger Spaßmusik war zudem gut gemeint, ist aber dann leider am Timetable gescheitert. Man hat super viel Spaß bei Die Höchste Eisenbahn, ist in Feier- und Tanzlaune und dann kommt die Alin Coen Band und alle müssen ruhig auf ihren Plätzen stehen? Nichts gehen Alin Coen, aber sie hätte wirklich am Anfang spielen müssen. Und dann war bei mir irgendwie die Luft raus. Town of Saints haben zwar gerockt, aber ich hatte weder Lust noch zu stehen, noch Lust zu tanzen und auch keine Lust mehr auf Musik. Also ging es zurück zum Hotel ins Bett, um für die morgendliche Akustiksession fit zu sein. Und diese Akustiksession war dann mein erstes großes persönliches Musikhighlight in 2014. Der Dangers of the sea Sänger Andreas Bay Estrup hat uns wirklich alle geflasht. Ich habe noch Wochen später das Album rauf und runter gehört und so war es auch nicht verwunderlich, dass ich im Mai auf einem Konzert der Gruppe landete.

Im April bin ich dann mit einer Freundin zu  Annette Lousian gegangen. Diesmal leider nicht in den Fliegenden Bauten (ich liebe das Zirkusfeeling dort), sondern im Kampnagel, um mehr Konzertbesucher unterbringen zu können. Auch Annett Louisan ist eine Künstlerin, die ich privat fast nie höre, aber live jedes mal erneut hingerissen bin. Sie hat einfach alles, was eine Musikerin und Entertainerin braucht: super Livestimme, sehr viel (dreckigen) Humor, Spontanität, sehr viel Gefühl und die Fähigkeit, das Publikum mit sich zu reißen.

Anfang Mai verschlug es mich dann erneut ins Kampnagel zu Felix Meyer. Die meisten wissen sicherlich, dass er als Straßenmusiker angefangen hat und sich mittlerweile recht großer Bekanntheit erfreut. Und das hatte sich für meinen Geschmack auch zu sehr auf das Konzert ausgewirkt. Großes Arrangement, lauter, Lichtshow. Viel zu viel Tamtam für jemanden, der so eine außergewöhnliche Stimme und Ausstrahlung hat. Mir hat das Konzert gefallen, aber ich mag Felix Meyer lieber, wenn er an kleineren Orten mit seinem Straßenmusik-Set spielt.

Im Mai und Juni stand dann nur jeweils ein Konzert auf dem Plan. Zum einen war ich bei Dangers Of The Sea im Nochtspeicher und an Pfingsten dann auf dem About Songs Festival im Knust mit The Builders and the Butchers, The Elwins, Mister and Mississippi, Rah Rah, John Allen, Max Paul Maria und Naked As We Came. Ab 18 Uhr ging es los bis nach 1 Uhr. Und wieder habe ich festgestellt, dass das für mich einfach zu lang ist. Zwei bis drei Bands an einem Abend ok, aber mehr…. Aber ich bereue es trotzdem nicht, dass ich dort war, denn die niederländische Band Mister and Mississippi war dann man zweites Highlight in 2014. Ich habe der Band beim Soundcheck schon zugehört, da die parallel spielende Band mir nicht gefallen hatte. Sie haben mich wirklich mitgerissen und sind eine super Liveband. Das Album habe ich mir direkt auf Spotify gespeichert, aber es hat mich bei weitem nicht so gepackt wie das Konzert. Schade, dass so viele Alben einfach mit zu viel Pop “weichgespült” werden.

Dann kam erst einmal eine längere Konzertpause für mich. Juli, August und September waren konzertfrei, meine Pangea-Festival Karte musste ich verkaufen. Dies war privaten Umständen geschuldet und der Fokus lag hier einfach auf anderen Dingen, wie ihr in meinem Jahresrückblick bei Interesse nachlesen könnt.

Nach der kleinen “Auszeit” kam dann das Kraftklub Konzert im Oktober. Gut wars, restlos ausverkauft wars, bierig wars, lustig wars und leider unter der Woche wars. Ich bin kein echter Kraftklub Fan, höre die Musik selten zuhause, aber auf ein Konzert würde ich immer mal wieder gehen.

Das vorletzte Konzert war im Hafenklang mit Rob Lynch und Town of Saints als Special Guests. Ich muss sagen mit hat der Rob Lynch 2013 auf der kleinen Bühne beim Alten Mädchen besser gefallen. Im Hafenklang die Akustik ging gar nicht und irgendwie kam bei mir keine richtige Wohlfühlstimmung auf. Rob Lynch war zwar der selbe und er ist auch ein guter Musiker, aber irgendwie hat es mich an dem Abend weniger gepackt als erwartet.

Den Abschluss bildete dann Rakede. DAS war endlich mal wieder ein Konzert nach meinem Geschmack: Tanzen, hüpfen, feiern, mitsingen, ganz viel Spaß haben, abrocken, abspacken *hachz* – genau DAS, was ich brauchte. Nichts gegen die ganzen Singer Songwriter, aber ich brauche auch mal etwas, was nicht nur auf kleinen Bühnen funktioniert, sondern die Menge zum Beben bringt! Und Rakede kann das.

So, das war mein verspäteter Beitrag zum Konzertjahr 2014. In Summe habe ich 12 Konzerte besucht. 2013 waren es noch 30…. Verbesserungswürdig würde ich sagen.
Mein erstes Konzert in 2015 wird schon in einer Woche sein: ein Wohnzimmerkonzert von Sofar. Ich bin schon sehr gespannt, wo es stattfinden  wird und welche Künstler auftreten werden.

Habt noch einen schönen Abend und ein erholsames Restwochenende.

Zum Abschluss dieses entspannten Samstages noch ein schöner Song von Felix Meyer. Der Wind trägt uns davon….

Veröffentlicht von

Janka

Janka

Ein Nordlicht, ein Stern, liebenswürdig, herzlich, emotional, redselig, manchmal laut, tollpatschig, organisiert chaotisch, ehrgeizig, sportlich, Bücherwurm, Vegetarierin, Weinliebhaberin, ungeduldig…. meistens und stur….zumindest gelegentlich.

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