Mein viertes Jahr in Hamburg

„Weißt du was ich manchmal denke?
Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst.
Und wenn´s so richtig scheiße ist,
dann ist wenigstens noch die Musik da.
Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist,
da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment.“
(Floyd zu Telsa in Absolute Giganten)

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier geschrieben habe. Nach dem Triathlon war ich erst einmal im Urlaub und danach habe ich kein Thema gehabt, über das ich schreiben wollte. Nun haben wir schon Mitte Oktober und ich habe mit Erschrecken festgestellt, dass ich wie letztes Jahr verpasst habe, über mein viertes Jahr in Hamburg zu schreiben. Jahr vier…. dachte ich nach Jahr drei, dass dieses Jahr nur besser werden kann, traf dies leider nur teilweise zu. Wieder waren es drei Ereignisse, die mein viertes Jahr hier geprägt haben: der erste Triathlon, der wunderbare Urlaub auf Island und der immer noch unbegreifliche Abschied von einem Freund.

Swim, bike run!
Das Jahr 2015 stand ganz unter dem Motto: Überwinde deine Schwimmangst und melde dich bei deinem ersten Triathlon an. Gedacht, gesagt, getan. Am 18.07. absolvierte ich meine erste Sprintdistanz beim ITU World Triathlon. Der Weg dorthin war schrecklich schön, emotional, frustrierend, lustig, anstrengend, aufreibend, motivierend. Ich habe in dieser Zeit ein Rookietagebuch geführt, um für mich festzuhalten, wie die Zeit war, aber auch anderen Mut zu machen, einen Weg, den man sich zuvor nicht vorstellen konnte, einfach zu gehen, ohne sich von seinen Bedenken zurückzuhalten zu lassen. Das Leben ist einfach zu kurz, um nicht das zu tun, was einen glücklich macht und auch mal herausfordet. Ich bin immer noch stolz auf mich, dass ich nach 15 Jahren Wasserabstinenz nun 400 Meter am Stück kraulen kann. Und dabei fällt mir ein: ich sollte mal wieder zum Schwimmtraining gehen, damit ich in 2016 nicht wieder von vorne anfangen muss #derinnereschweinehundlässtgrüßen.
Wer mein Rookietagebuch nicht gelesen hat, kann dies übrigens gerne nachholen und sich einen Motivationsschub für den ersten Triathlon in 2016 abholen :-). Alle Berichte findet ihr hier: Rookie Tagebuch.

Nichts ist selbstverständlich
Auch mein viertes Jahr war überschattet von einem Abschied. Ein Abschied von jemandem, der viel zu früh und unerwartet gehen musste. Es ist etwas anderes, wenn jemand wie mein Vater nach schwerer Krankheit erlöst wird, als wenn ein lieber Mensch, der noch das ganze Leben vor sich hatte, einfach von uns geht, ohne, dass sich darauf überhaupt jemand vorbereiten konnte. Wenn einer diesen unbegreiflichen Verlust in Worte hat fassen können, dann war es mein Freund in seinem letzten Brief an seinen Freund. Nichts ist selbstverständlich und das sollte uns jeden Tag bewusst sein. Für 2016 wünsche ich mir, dass kein geliebter Mensch von uns geht, dass einen meiner Freunde und meine Familie kein unbegreiflicher Verlust ereilt. Das Leben bietet immer Höhen und Tiefen, aber nächstes Jahr darf es gerne mehr Höhen geben.

Die Ruhe nach dem Sturm
Kurz nach dem unglaublich traurigen Verlust waren wir zwei Wochen auf Island. Neben dem Triathlon eines meiner größten Highlights der letzten Jahre. Rausgerissen aus dem Alltag ging es raus in die Natur. Ich kann die Eindrücke hier gar nicht in kurze Worte fassen. Es bedarf einen gesonderten Reisebericht über diese wunderschöne ursprüngliche Insel mit der rauen Natur und den tiefenentspannten Menschen.
Ich hatte mir immer mal wieder vorgenommen, einen Reisebericht zu schreiben, aber bisher fehlte mir die Muße hierzu, weil ich einfach nicht weiß, wo ich anfangen soll. Es gibt so viel zu erzählen, aber die meisten Eindrücke kann man einfach schwer in Worte fassen. Vielleicht sollte ich einfach nur ein Bildertagebuch über die Reise erstellen als das Erlebte in tausende von Worten zu packen. Da der Winter bald vor der Tür steht und die Sonntage nicht mehr auf dem Rennrad verbracht werden, werde ich hierzu sicherlich die Zeit bei einem heißen Kakao auf der Couch finden.

Zum Schluss möchte ich aber doch noch eine kleine Liste erstellen, warum ich Hamburg so liebe und ich mich auf ein weiteres Jahr hier freue:

  • immer noch Laufen an der Außenalster
  • immer noch leckere (vegane) Franzbrötchen
  • immer noch Musik und Wohnzimmerkonzerte, auch wenn diese im Jahr 2015 viel zu kurz gekommen sind…
  • immer noch die Wohnzimmerkinoabende in der Barmbek Street
  • immer noch die Kunstausstellungen in der Affenfaust Galerie
  • immer noch der Ausblick aus meinem Schlafzimmerfenster, wenn im Herbst die Sonne untergeht
  • die Raben, die an kalten Herbsttagen im Baum und auf dem Dach gegenüber meiner Wohnung sitzen
  • das kurze, aber freundliche “Moin” eines Hamburgers
  • die Freiheit auf dem Rennrad an einem sonnigen Sonntagmorgen
  • das gute Gefühl, wenn man sich zum Schwimmtraining überwunden hat und nicht nach 50 Metern untergegangen ist
  • die Rookies und die gemeinsame Zeit bei den Triabolos
  • die vielen lieben Menschen, die ich über den Triathlon bisher kennengelernt habe
  • den unvergesslich emotionalen ersten Start beim ITU World Triathlon
  • und last, but definitely not least: meinen Freund, der seit zwei Jahren immer für mich da ist – du bist nicht selbstverständlich…. daher nur für dich ein Fenster zum Berg für dein Bergweh 😉

So war mein erster Triathlon

“So many of our dreams at first seem impossible. Then they seem improbable. And then, when we summon the will, they soon become inevitable.”
Christopher Reeve

Eine Woche ist es nun her, dass ich an meinem ersten Triathlon teilgenommen habe. Irgendwie kommt mir das immer noch nicht so ganz wirklich vor, wenn ich jetzt daran zurückdenke. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht und wir hatten zumindest am Samstag Traumwetter. Die Tage vor dem Triathlon waren aufregend, unwirklich, irgendwie traurig bei dem Gedanken daran, dass es die letzte Rookie-Woche sein wird. Die letzte Woche war aber auch geprägt von Vorfreude und dem schönen Gefühl, endlich die Belohnung für das Training zu bekommen, was wir so diszipliniert über drei Monate absolviert hatten.

Ich werde versuchen, meine letzte Rookie-Woche und das Wettkampfwochenende so gut wie möglich in Worte zu fassen. Aber eigentlich muss man es selbst miterlebt haben, um wirklich nachvollziehen zu können, wie toll das Gefühl ist, wenn man seinen ersten Triathlon geschafft hat und wie stolz man auf die anderen aus dem Rookieprogramm ist. Auch wenn Triathlon ein Einzelsport und im Wettkampf jeder auf sich alleine gestellt ist: Das Training in der Rookie-Gruppe war einfach wunderbar und die gegenseitige Unterstützung zum Schluss Weltklasse! Danke noch einmal an alle Rookies und Freunde, die am Samstag an der Strecke standen und uns angefeuert haben. Das wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Montag -Burgertime
Montag war mal wieder Ruhetag. Es gab leckere vegane Burger im happenpappen und als Nachtisch Kuchen. Entspannter Start in die Woche, nicht nur körperlich, sondern auch mental.

Dienstag – Das letzte Mal Freiwasserschwimmen
Am Dienstag gab es das letzte Mal Freiwasserschwimmen für mich im Neo. Im Fokus stand hierbei, dass ich den Neoreißverschluss ohne Probleme aufbekomme und das hat geklappt. In der Ruhe liegt die Kraft und ein langsames Herunterziehen verhindert das Verhaken im Unterstoff. Nach dem Testschwimmen hatte ich ein besseres Gefühl für den Wettkampf, denn ich war mir immer noch nicht sicher, ob ich mit oder ohne Neo schwimmen sollte. Aber zumindest wusste ich, dass ich ihn alleine öffen können würde.

Mittwoch – Das vorletzte gemeinsame Lauftraining
Am Mittwoch sind wir das letzte mal mit Jenny und Püppchen gelaufen. Lockere 10 Kilometer, zum Ende mit einer kleineren Steigerung auf einen 4:20er Schnitt. Wettkampftempo schnuppern war angesagt, wobei ich das Tempo über die 5 Kilometer dann am Samstag nicht ganz halten konnte.

Donnerstag – Das letzte mal Schwimmtraining vor dem Wettkampf
Das Schwimmtraining war gut, denn ich konnte erstaunlicherweise beim Schwimmen abschalten und den Kopf frei bekommen. Zudem habe ich mich noch einmal im Vergleich zur Vorwoche ein wenig verbessert. Jedoch habe ich auch gemerkt, dass ich noch lange nicht soweit bin, um die 500 Meter Durchkraulen zu können. Was in der ASH schon besser klappen mag, ist im Freiwasser noch einmal viel schwieriger.

vorbereitung
Ready for Triathlon

Abends traf ich dann die ersten Vorbereitungen: Rad putzen und Technikcheck (Mäntel, Bremsen, Schaltung kontrollieren sowie Kette noch einmal reinigen und ölen), Sachen zusammenpacken und aufgeregt sein. Schlaf bekam ich nicht so wirklich viel, denn dafür gingen mir einfach zu viele Gedanken durch den Kopf.

Freitag – Das letzte Lauftraining und Pasta-Party

Freitag hatte ich dann frei. Zwar konnte ich nicht richtig ausschlafen, aber es tat schon gut, den Morgen für mich alleine zu haben. Ich konnte in Ruhe Frühstücken und Kaffee trinken, um mich dann am frühen Nachmittag auf den Weg zu Multipower zu machen und Jan Frodeno zu treffen. Wer den Frodo nicht kennt: er ist der aktuell amtierende Ironman Europameister. Der Typ ist nett und sympathisch, echt groß und mega drahtig. Neben ihm kam ich mir ganz schön klein vor. Er hat uns dann noch viel Erfolg und Spaß für unseren ersten Wettkampf gewünscht und uns einen Handschlag gegeben. DA konnte ja jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen :-). Danke an Manu, die mich mitgenommen hat und ich so einen echten Profi kennenlernen durfte.

Nach dem Treffen mit Jan Frodeno sind wir dann noch einen Teil der Radstrecke abgefahren. Da es aber wirklich sehr warm war, haben wir uns nur die Hälfte der Strecke angesehen. Anschließend ging zurück in die Innenstadt, um uns mit wasserfeste Schminke einzudecken. Ein wenig Mädchenkrams muss eben sein und wenn man schon nicht schnell ist, dann kann man wenigstens gut aussehen ;-). Und knalliger Lippenstift ist ohnehin auch ohne Wettkampf immer eine gute Investition.

letzteansage
Letzte Ansage von Headcoach Ingo

Um 19 Uhr haben wir uns dann alle noch einmal am Triabolos Messestand getroffen. Wir sind die Wechselzone abgegangen und haben die letzten Fragen beantwortet bekommen. Dann noch schnell ein Erinnerungsgruppenfoto gemacht und auf der Triabolos Pasta Party Carbo Loading betrieben.

Als ich endlich zuhause war, habe ich noch ziemlich lange Sachen gepackt. Um 1:30 lag ich dann endlich im Bett und das Einschlafen fiel mir schwer. Nur noch wenige Stunden und ich würde meine erste Wechselzone einrichten. In der Nacht gab es dann noch ein schweres Gewitter mit starken Regengüssen, die bis zu den frühen Morgenstunden anhielten.

Samstag – WETTKAMPF-TAG
Mein Tag startete um 6:30,da ich noch entspannt frühstücken wollte. Um kurz vor acht ging es dann Richtung S-Bahn zum Jungfernstieg. Der Regen hatte Gott sei Dank aufgehört und die Sonne kam schon wieder durch.

In der Wechselzone angekommen erwartete uns Headcoach Ingo. Er gab uns Tipps und beantwortet alle Fragen, die während des Einrichtens aufkamen. Es war ganz schön eng dort, aber wir hatten gut erkennbar Plätze an der Ampel und den Dixie-Toiletten. Ich hatte somit keine Sorge mehr, mein Rad nicht wieder zu finden.

Nach dem Einrichten ging es dann langsam zum Triabolos-Zelt, wo uns schon die Rookies, welche am nächsten Tag die Olympische Distanz absolvieren würden, auf uns warteten. Langsam stieg nun auch bei mir wieder die Nervosität und ob ich einen Neo tragen wollte oder nicht: die Antwort hatte ich immer noch nicht für mich gefunden. Kurz vor knapp habe ich mich dann doch für den Neo entscheiden, auch wenn das Wasser mit 21,8 Grad warm genug gewesen wäre, um ohne zu schwimmen.

Disziplin 1 – Schwimmen: Gemeinsam ging es in die Aufwärmzone zum Schwimmstart. Nach einem kleinen Aufwärmprogramm fiel im 10:04 für uns der Startschuss. Die ersten hundert Meter konnte ich noch Kraulen, aber dann bin ich doch wieder ins Brustschwimmen verfallen. Nach 250 Metern war mir dann viel zu warm im Neo und ich fand dieses einengende Gummiding eher hinderlich. Aber da musste ich nun durch. Im Nachhinein betrachtet war es auch ganz ok so, wenn man es unter Übungsaspekten und nicht unter Zeitverlustaspekten (ja, der Neo hat mich zu viel Zeit beim Brustschwimmen und in der Wechselzone gekostet) sieht.

Nach 14:04 Minuten kam ich dann aus dem Wasser. Nicht besonders schnell, aber ich wollte mich nicht kaputtschwimmen. Ich ging relativ erholt an Land, was sehr angenehm war. Das Schwimmen in der dreckigen Alster hatte ich mir vorher im Kopf auch viel schlimmer ausgemalt als es dann schlussendlich war. Das habe ich alles ausblenden können und auch den Tunnel zum Rathaus fand ich in Ordnung.

Wechsel 1 – 06:16 Minuten: Auf dem Weg zum ersten Wechsel hatte ich genug Zeit, meinen Neo bis auf die Hüften runter zu ziehen. In der Wechselzone selbst habe ich dann zu viel Zeit gebraucht. Ich war plötzlich sehr nervös und hibbelig, bin links nicht aus dem Neo gekommen, da ich ihn nicht über den Transponder bekommen habe. Dann hatte ich beim Einrichten der Wechselzone meine Radschuhe vergessen zu öffnen und war zu hibbelig, um sie beim ersten Mal aufzubekommen. Helm auf und los ging es, als ich plötzlich merkte, dass ich mein Startnummernband vergessen hatte umzulegen. Also wieder stehen bleiben und das Nummernband umlegen *grummel*. Da wir sehr weit vorne im Block I waren, musste ich dann einen recht langen Weg von ca. 800 Metern auf Rennradschuhen zurücklegen, bis ich auf das Rad aufsteigen konnte. Schnell geht wirklich anders….

Disziplin 2 – Radfahren: Endlich auf dem Rad war ich ein wenig schockiert, wie viel Gegenwind wir hatten. Das hat mich komplett ausgebremst und die ersten paar Kilometer war ich wirklich nicht so schnell wie gewünscht unterwegs. Der Rückweg lief dann besser, aber die verlorene Zeit von ca. 2 Minuten konnte ich nicht wieder rein holen. Das Radfahren hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Es gab auch kaum problematische Situationen bis auf eine: Ich fahre in recht schnellem Tempo den Berg herunter, da winkt vor mir der Streckenposten Fußgänger über die Straße. DAS war viel zu knapp und ich musste schön in die Bremsen steigen. Schade um die Geschwindigkeit, das hat mich wirklich ein wenig verärgert. Eindeutig der Fehler vom Streckenposten, aber auch mit so was muss man leider rechnen. In Summe habe ich 43:45 auf dem Rad gebraucht. Ich hätte vorher gedacht, dass ich nur um die 41 brauchen werde. Da habe ich mich selbst wohl überschätzt. Aber immerhin hatte ich keinen Platten, was vorher meine größte Sorge war.

Wechsel 2 – 3:35 Minuten: Der zweite Wechsel lief dann schon wesentlich besser. Zwar habe ich fast einen Wadenkrampf bekommen, als ich die 800 Meter wieder mit den Radschuhen laufen musste, aber da ich diesmal aus keinem Neo musste und die Startnummer schon um hatte, verlief der Wechsel trotzdem viel schneller als der erste. Schnell noch ein wenig Gel zu mir genommen und los ging es voller Freude auf die Laufstrecke.

finisherDisziplin 3 – Laufen: Yeah! Meine Lieblingsdisziplin! Das Laufen konnte ich dann so richtig genießen. Ich bin mein Tempo durchgelaufen ohne mich komplett zu verausgaben. Ich wollte lieber ohne Umkippen ins Ziel kommen und da ich noch nicht wirklich einschätzen konnte, wie viel ich geben konnte, habe ich mich ein wenig zurückgenommen. Bei Sonnenschein und angenehmen 24 Grad ging es an der Binnen- und Außenalster entlang. Es war schön, bekannte Gesichter am Streckenrand zu erkennen, die einen anfeuerten. Das tat gut und hat unheimlich viel Motivation gegeben. Und dann war ich auch plötzlich schon wieder in der Nähe des Rathauses zum Zieleinlauf. Dort habe ich dann auch das erste Mal meinen Freund entdeckt, den ich zuvor die ganze Zeit nicht gesehen hatte. Nach 22:41 Minuten war ich dann im Ziel angekommen. Dort warteten schon eine handvoll anderer Rookies mit Headcoach Ingo. Tolles Gefühl!!!!! Der erste Triathlon meines Lebens war geschafft und es hat unheimlich viel Spaß gemacht!

Am Ende Stand eine Gesamtzeit von 1:30:23 auf der Anzeige, was mir den Gesamtplatz 163 bei den Frauen und Platz 33 in meiner AK einbrachte. Mein Zweitziel eine Zeit von um die 1:30 zu haben, habe ich also voll getroffen. Das Erstziel war natürlich ankommen und jede Menge Spaß haben! Mission complete! Meinen Zieleinlauf könnt ihr übrigens hier sehen:  Zieleinlauf ITU World Triathlon

Einige Bilder habe ich natürlich auch. Danke an alle, die Fotos gemacht haben. Das ist eine tolle Erinnerung.

Sonntag – Der Tag danach: Zuschauen und genießen
Am Sonntag ging es morgens zurück an die Strecke, um die Rookies anzufeuern, die die Olympische Distanz in Angriff nahmen. Ich muss sagen, ich war nervöser als bei meinem eigenen Start. Die Vorstellung, dass sie gleich 1,5 km Schwimmen würden… krass…. für mich selbst aktuell wirklich nicht vorstellbar. Das Wetter war leider alles andere als schön und ich war recht schnell durchgefroren, obwohl ich nicht unbedingt zu luftig angezogen war.  Wir haben uns dann gut an der Strecke verteilt und alle lauthals angefeuert. Das hat sehr viel Spaß gemacht und wir wussten ja vom Vortag, wie wichtig und motivierend dieser Support ist. Am Spätnachmittag ging es dann heim mit dem Bewusstsein, dass es nun wirklich mit dem Rookieprogramm vorbei war. Abends saß ich dann auf der Couch und wusste im ersten Moment nichts mit mir anzufangen. Wie sollte ich die nächsten Wochen verbringen? 80% meiner Freizeit hatte sich um das Rookie-Programm gedreht und von 100 auf 0 war das nun vorbei. Das alles würde mir fehlen…. Die Freude vermischte sich mit Wehmut. Wo ist die Schokolade, wenn man sie braucht?!

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Die Olympioniken abfeiern und mit Kaffee versorgen 🙂

Die Woche danach – Runterkommen
In der Woche danach hieß es nun runterkommen und neue Pläne schmieden. Ich ging weiterhin zum Schwimmtraining, habe das Lauftraining am Dienstag vom Verein ausprobiert und bin wieder zu meinem Functional Training gegangen. Nach meinem Urlaub werde ich mir überlegen, wie ich meine Sportprogramm aufbauen werde, um weiterhin fit für den Triathlon zu bleiben. Denn ich möchte ja 2016 immer noch die Olympische Distanz wagen und mich an die 1,5 Kilometer Schwimmen rantrauen. Daher heißt es nun dranbleiben, vor allem beim Schwimmen, und auch über die Wintersaison fit bleiben. Aber da ich recht diszipliniert bin, sollte ich das schaffen.

Zum Schluss muss ich mich einfach noch einmal bedanken: Danke an alle, die mich während der Vorbereitung und am Wettkampftag unterstützt haben. Danke an meinen Freund, der immer ein Ohr für mich hatte und meine ganzen Hochs und Tiefs mit Gelassenheit hingenommen und mir immer Mut zugesprochen hat. Danke auch an Maxi und Nico, die mir als alte Triathlonhasen mit Rat und Tat zur Seite standen. Ihr habt mir wirklich einen großen Batzen Unsicherheit genommen. Danke an Triabolos und unsere Trainer. Ohne euch wäre das alles nur halb so schön gewesen. Danke auch an den tollen Support auf der Strecke! Das hat mir und allen anderen Rookies ein sehr gutes Gefühl gegeben. Triathlon rockt!

Und ganz zum Schluss noch unser Rookielied 2015 – “Ein Moment kann alles verändern. Ich bin weg für ne Sekunde Sommer.” Und damit verabschiede ich mich erst einmal in den Urlaub. Wir hören uns wieder in zwei Wochen. Dann mit einem Urlaubsbericht über Island.

Woche 11 – Die letzte volle Triathlon Trainingswoche

“Wenn etwas schiefgehen kann, dann wird es auch schiefgehen.”
oder auch
“Hinfallen. Aufstehen. Krönchen richten. Weitergehen!”

Diese Woche war irgendwie der Wurm drin und das ausgerechnet in der letzten richtigen Trainingswoche vor dem ITU World Triathlon. Nichts hat wirklich geklappt, wie es sollte und das bis einschließlich Samstag. Sonntag war allerdings wieder top und ich hoffe, dass dies ein positives Vorzeichen für die Woche zwölf und den bevorstehenden Wettkampf ist.

Montag – Eigentlich Erholungstag
Tagsüber von Migräne geplagt, war das nicht so ein schöner Tag. Aber gut, damit muss Frau umgehen können und da hieß es dann: Augen zu und durch.

Dienstag – Eigentlich Schwimmen
Eigentlich wollten wir in das Stadtpark-Freibad, aber dann hat uns der Platzregen und das Gewitter ab 19 Uhr einen Strich durch diesen Plan gemacht. Alternativplan: Einkaufen, Salat machen, Essen, Couch und mit Schokolade vollstopfen. Seit die Anspannung steigt, esse ich davon aktuell viel zu viel. Das muss sich nach dem Triathlon wieder ändern, sonst wird daraus schnell Hüftgold, wenn das Trainingspensum wieder runtergeht. Daher werde ich nach dem Triahtlon eine spontane vierwöchige Schokoladen- und Süßigkeiten-Fastenzeit einlegen, um meinen Körper wieder ein wenig vom Zucker zu entwöhnen. Einmal pro Woche ist sündigen erlaubt, aber den Rest der Zeit wird diszipliniert verzichtet. Da muss ich dann auch während des Islandurlaubes durch.

Mittwoch – Eigentlich Laufen
Eigentlich wäre an diesem Abend Lauftraining gewesen. Ich saß an dem Abend jedoch länger auf der Arbeit, weil ich keine Lust hatte, durch den Platzregen heim zu fahren. Dann hatte ich völlig die Zeit vergessen und schließlich die Bahn Richtung Hallerstraße nicht mehr rechtzeitig geschafft. Folglich musste ein Alternativplan her: Functional Training im Planten un Blomen mit meiner alten Trainingsgruppe. Das war eine erfrischende Abwechselung, auch wenn ich erschrocken darüber war, wie schlecht ich bei den armlastigen Übungen war. Das ging wirklich schon einmal besser. Nach dem Rookieprogramm werde ich daher wieder regelmäßig zum Functional Training gehen. Erstens macht es mir sehr viel Spaß und zweitens legt es noch einen anderen Fokus. Am nächsten Tag hatte ich in der Tat auch einen fiesen Muskelkater in den Brustmuskeln von den ganzen Liegestützen, der bis Samstag angehalten hat.

Donnerstag  – Eigentlich Schwimmen
Dieser Tag stand unter dem Motto: “Hinfallen. Aufstehen. Krönchen richten. Weitergehen!” In Gedanken noch auf der Arbeit laufe ich auf dem Weg zum Schwimmtraining die Stufen zur U1 Stephansplatz runter, denke, ich bin auf der letzten Stufe, trete ins Leere und zack knicke ich beim Aufkommen auf dem Boden um. YEAH! Fuck you Murphy! Da habe ich die ganze Zeit Schiss, dass ich mich erkälte und dann so was…. An dem Abend ging es dann ab nachhause, Fuß hoch und Kühlung gegen die Schwellung drauf. Da das mein angeknackster Fuß von meinem Oster-Snowboardunfall war, hatte ich ein wenig Sorge, dass mir dieser nach der Umknickaktion wieder zwei Monate Dauerschmerz beim Laufen bereitet. Vor allem mit dem Wettkampf im Kopf habe ich mich an dem Abend schon ein wenig verrückt gemacht und mich selbst verflucht.

Freitag – Eigentlich Intervalltraining
Ich wäre sooooo gerne zum Intervalltraining gegangen. Fünf mal 1.000 Meter hätten auf dem Plan gestanden. Aber nach Rücksprache mit Headcoach Ingo habe ich dann doch ausgesetzt, um meinem Fuß die nötige Regeneration zu gönnen und den Zustand nicht zu verschlimmern. Um es mit Ingos Worten zu sagen: “Die Intervalle sind Schmuck am Rock, die Basis ist gelegt.” Da ich auf Schmuck am Rock verzichten kann, hieß es abends wieder Fuß hoch, Voltaren und Kühlung drauf. Zudem habe ich mir Wobenzyme geholt, um die Regeneration zu unterstützen.

Samstag – Doppelt Schwimmen
Schwimmen mit Armmuskelkater ist gar nicht mal so leicht. Trotzdem hat es Spaß gemacht. Was Spaß?! Und DAS aus meinem Munde. Aber in der Tat fand ich das Training sehr gut, da ich nun an einem Punkt angekommen bin, an dem ich auch das umsetzen kann, was mir an Übungen machen sollen. Keine Panik-Atmungsattacken mehr im Wasser und schon läuft es besser. Wasser wird zwar nie mein Element werden, aber immerhin würde ich aktuell nicht mehr sagen, dass ich Schwimmen “hasse”. Am Ende des Trainings wurde dann die Bahntrennung aufgehoben und 40 Rookies mussten einen Massenstart machen. Mein Platz war hinten außen und nein, diese Massenstarts liegen mir nicht. Ich hoffe, dass wir beim ITU World Triathlon ein wenig mehr Platz haben und ich nicht die ganze Zeit Füße im Gesicht haben werde. Meine Taktik für den Wettkampf: hinten und außen schwimmen. Langsam und konzentriert vorwärts kommen, um dann “entspannt” auf das Rad steigen zu können. Da ich beim Schwimmen eh nichts rausreißen kann, brauche ich genug Energie für das Rad und das Laufen.

Nach dem letzten gemeinsamen Schwimmtraining ging es dann zum Laufwerk, um die aktuelle Triabolos-Kollektion anzuprobieren. Bestellt habe ich dann aber erst einmal nur das Radoutfit. Zudem habe ich mir dann noch eine neue Schwimmbrille gegönnt, da mir meine von Zogg manchmal zu viel an den Augen drückt. Gekauft habe ich mir die Zoggs Predator. Ich bin gespannt, wie ich mit der klarkommen werde.

Abends ging es dann noch in den Stadtpark zum Freiwasserschwimmen im Neo. Erst hatte ich vor, doch nicht mehr hinzugehen, da ich ab nachmittags Kopfschmerzen bekommen hatte und ich mich irgendwie ausgelaugt gefühlt habe. Ich habe mich dann doch noch aufraffen können, war aber im Wasser nicht wirklich gut drauf. Ich habe mich ein wenig beengt gefühlt in dem Neo und fand das Wasser alles andere als schön. Nach 500 Metern hat es mir dann auch gereicht. Beim Ausziehen hatte ich wieder das Problem, dass sich der Reißverschluss wieder an der selben Stelle im Neo verhalt hatte *grummel*. Ohne Hilfe habe ich ihn nicht mehr auf bekommen. Hier muss ich mir irgendwas einfallen lassen, den aktuell sieht es so aus, als ob ich den Neo zum Wettkampf tragen möchte. Wegschneiden kann ich das ja nicht, da sonst das Wasser ja zu sehr durchkommt und der Reißverschluss direkt auf der Haut liegen würde. Aber irgendetwas muss ja funktionieren, sonst habe ich bei Wettkämpfen immer ein Problem, da mir keiner helfen darf. Beim Testtriathlon war es schon ein Kampf, aus dem halb offenen Neo zu kommen. Wenn wer einen Tipp hat, wie der Reißverschluss sich nicht in dem Stück losen Neopren verhakt, dass unter ihm liegt, dann immer her damit! Mir fällt aktuell nichts ein….

Sonntag – Last but not least
Der letzte Sonntag gemeinsames Rad- und Wechseltraining, der letzte Sonntag gemeinsames Athletiktraining. Das war heute schon ein komisches Gefühl, denn bald ist es vorbei das Rookie-Training. Ich werde es vermissen…. Auch wenn man sicherlich den Kontakt halten wird und die ein oder anderen beim Training dabei sein werden, wird es trotzdem nicht das selbe sein….

Bei der Radausfahrt sind wir locker 40 Kilometer gefahren, um danach das letzte Wechseltraining absolvieren zu können. Im Vordergrund stand: Sicherheit und kein Risiko so kurz vor dem Wettkampf eingehen. Das Wechseltraining hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Laufen, Rennrad, Laufen, Rennrad, Laufen und schon war es wieder vobei. Das Schöne: mein Fuß hat gehalten! Klar, habe ich ein wenig was gemerkt, aber das war aushaltbar. Bis zum Wettkampf hoffe ich, dass auch der restliche Schmerz noch weggehen wird. Ich werde bis dahin auf jeden Fall weiterhin die Wobenzyme nehmen und kein Risiko mehr eingehen bei den letzten zwei anstehenden Laufeinheiten in Woche zwölf.

Abends beim Athletiktraining wurden wir dann noch gefilmt und ein gemeinsames Abschlussfoto wurde gemacht. Ich freue mich schon auf das Video und die schöne Erinnerung. Ihr werdet dies natürlich dann auch in meinem Blog sehen können :-).

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Let´s dance mit den Rookie Trainern!
Mit riesiger Vorfreude geht es nun in Woche zwölf, aber auch mit ein wenig Wehmut. Mein nächster Beitrag kommt dann nach meinem ersten Triathlon *whaaaaaaaa*. Also drückt mir die Daumen, dass ich bis zum 18.07. nicht wieder irgendeine Tollpatsch-Aktion mache und ich gesund und fit für den Wettkampf bleibe. Und drückt auch allen anderen aktuell verletzten Rookies die Daumen, dass sie am Wochenende starten können.
Startschuss für uns Rookies (Sprintdistanz) fällt übrigens am Samstag um 10:04. Außerdem bestellt alle mal gutes Wetter für das nächste Wochenende, denn bei strömenden Regen und bei nassen rutschigen Straßen habe ich keine Lust auf dem Rennrad zu sitzen. Sonntag bin ich dann von 15 bis 17 Uhr beim Triabolos Messestand. Ihr könnt mich gerne besuchen kommen :-).

Kurz vor dem Ziel – Woche 10 im Triabolos Rookie Training

“Eines der besten Dinge am Sport ist die Intensität und die Vielfalt der Gefühle, die du durchlebst. […] Ob du Profi bist oder Amateur: dass Wichtigste ist es, nie zu vergessen, dass du es tust, weil du es liebst.”

Jan Frodeno, Ironman Europameister 2015

Diese Woche fange ich mal mit meinem persönlichen Highlight an: Ich bin 50 Meter am Stück in der ASH gekrault! Endlich! Klar, mache ich noch viel falsch und habe keine gute Technik, aber immerhin bin ich nicht japsend und völlig fertig nach 20 Metern ins Brustschwimmen übergegangen, sondern war plötzlich am Ende der Bahn :-). So, nun kann es weiter gehen mit dem Schwimmen nach dieser persönlichen Meilensteinerreichung.

Wir haben mittlerweile Woche zehn im Rookietraining und ich bin schon ein wenig aufgeregt, wenn ich darüber nachdenke, das in zwei Wochen der Triathlon ansteht. Ich hoffe, dass wir bis dahin alle fit bleiben und diejenigen, die aktuell Probleme haben, wieder fit werden.

Montag – Pizza at Slim Jims
Ruhetag, wie schön :-). Nach dem anstrengenden Wochenende gab es für mich einen Pizzaabend bei Slim Jim und Eis zum Nachtisch von der Eisbande. Lecker wars, viel wars, schön wars, erholsam wars.

Dienstag – Schwimmen mit Püppchen und Pull Buoy
Am Dienstag Abend stand Schwimmen mit Headcoach Ingo auf dem Plan. Eine Einzelschwimmstunde für Technikkraulen mit dem Fokus auf Korrektur und Übungsauswahl. Ich weiß nun, was ich alles noch falsch mache, woran ich arbeiten muss und auf welche Übungen ich den Fokus legen kann. Die Stunde mit dem Einzelfeedback war sehr hilfreich, aber auch ein wenig frustrierend, da ich einfach noch so viel falsch mache. Aber nach einer Nacht drüber schlafen ging es schon wieder. Es ist noch kein Meister vom Schwimmhimmel gefallen und wenn man eben mit über 30 Kraulen lernt und vorher nie im Wasser war, dann braucht man eben länger als andere. Trotzdem werde ich froh sein, nach dem Triathlon mal nicht schwimmen zu müssen. Auf Island werde ich keinen Sport machen (außer Reiten) und in kein Gewässer steigen. Die ASH wird mich dann auch erst wieder Mitte August wiedersehen.

Mittwoch – Schwitzlauf Nummer 1
Zum Mittwoch gibt es nicht so viel zu sagen. Die üblichen zehn Kilometer mit drei kleinen Steigerungsläufen und viel Schweiß.

Donnerstag – Einfach Kraulen
Ich musste mich schon sehr aufraffen bei dem Wetter Donnerstags abends in der Alsterschwimmhalle aufzutauchen. Aber da Björn fest auf mich gezählt hatte, bin ich dann trotz Hitze und Unlust hin. Die 30 Minuten waren diese Woche sehr gut, denn ich hatte eine Einzelstunde :-). Björn hat mich einfach Kraulen lassen und mir Feedback gegeben. Das war Luxus pur: die gesamte Bahn für sich, keiner, von dem ich mich gehetzt gefühlt habe und Björn, der mir wertvolles Einzelfeedback gegeben hat. Die halbe Stunde lief auch ganz gut, denn ich konnte an der Vorwoche anknüpfen. Danke Björn an deine Geduld und dein ermutigendes Zureden, dass bei mir nicht Hopfen und Malz verloren sind.

Freitag – Schwitzlauf Nummer 2
HITZE pur! Meine Kollegen haben mich für verrückt erklärt, als ich mit Sportsachen das Büro zum Lauf-ABC und Intervalltraining verließ. “Bei dem Wetter willst du Laufen gehen?! Nicht dein Ernst. WAS bitte stimmt mit dir nicht?!” Tja, was mit mir nicht stimmt? Ich zitiere einfach mal Andy Cavatorta:

“At the end of your life you will not be saying ‘I just wish I’d spent more time sitting on my butt watching TV’.” 

Trotz Hitze ließ uns Püppchen nach dem Lauf-ABC vier mal 800 Meter Intervalle laufen. Auch wenn es sehr warm war, fand ich dies sehr gut. Auch mit Hitze muss der Körper umgehen können und wer garantiert uns, dass beim ITU World Triathlon nicht ähnliche Temperaturen herrschen werden. Ich fand es schlussendlich beim Laufen selbst auch gar nicht mehr so schlimm. Nach dem Training hatte ich dann eine schöne Salzkruste auf der Haut und die Klamotten klebten an mir. Ich glaube, ich war noch nie so nassgeschwitzt wie an diesem Abend (ah doch in Venedig bei 45 Grad war ich mal ähnlich nass, aber nur vom Rumstehen). Normalerweise wäre ich bei den Temperaturen und an einem Freitag Abend nicht Laufen gegangen, sondern hätte mich mit Freunden auf ein kühles Blondes getroffen. Aber so kurz vom Triathlon will ich jede Einheit mitnehmen und da gibt es keine Ausreden für mich, nicht beim Training zu erscheinen.

Samstag – Mein persönlicher Meilenstein
50 Meter Kraulen geschafft!!!!! Schwimmen mit Björn war heute sehr erfolgreich. Nach guten vorbereitenden Übungen mit dem Pull Buoy, habe ich dann endlich eine Bahn Kraulen geschafft. So kann es weiter gehen :-).
Und ich bin nicht mit dem Pull Buoy umgekippt wie am Dienstag. An alle, die sich jetzt denken: “Mit einem Pull Buoy umkippen? Wie geht das denn?” Ganz einfach: Wenn man zu instabil ist, dreht einen der Pull Buoy ganz schnell auf den Rücken. Das ist mir am Dienstag öfter mal passiert. Dieses Mal fand ich den Pull Buoy jedoch sehr hilfreich. Ich konnte mich auf den Arm zu konzentrieren, den Druck viel besser spüren und ich war nicht so k.o., da ich die Beine nicht einsetzen musste. Das hat mir wieder einmal verdeutlicht, dass mein Beinschlag einfach noch zu unruhig ist und mir die Puste und den Sauerstoff nimmt. Es liegt also noch ein weiter Weg vor mir, aber die ersten 50 Meter sind geschafft. Besonders toll fand ich, dass meine Gruppe sich so schön mit mir gefreut hat. Wäre doch nur Konfetti da gewesen: das hätte den Moment perfekt gemacht :-).
Die Gruppe musste von Woche zu Woche meine schlechte Laune und Verzweiflung miterleben, meinen Frust und Aussagen ertragen, dass ich dass alles NIE lernen würde und ich NIE im Leben 50 Meter am Stück Kraulen werde. Zehn Wochen hat es gedauert, bis ich bei den 50 Metern angekommen bin. Ich hoffe, es dauert keine weiteren 10 Wochen, bis ich 100 Meter am Stück schaffe. Bei der letzten Schwimmeinheit am 11.07. werde ich nicht jammern, versprochen.

Sonntag – Koppeltraining, Schwimmen und Wasserstabi Laufspecial
Sonntag = Sporttag. 60 Kilometer Radfahren, anschließendes Koppeln, dann Schwimmen im Oortkatensee und abends Laufen in der Hafencity.

Am Sonntag habe ich tatsächlich nichts anderes außer Sport gemacht und extrem müffelige Sportsachen gewaschen. Vormittags ging es wieder an den Deich zur zweistündigen Radausfahrt mit anschließendem Koppeltraining. Das angedachte Wechseltraining haben wir wegen des extremem Wärme ausfallen lassen. Auch wenn der Fahrtwind gut gekühlt hat: mein Gehirn war schon ein wenig matschig und nicht so ganz zu 100% da. Vor allem, weil ich wegen der Wärme in der Nacht wenig Schlaf gefunden hatte. Nach dem schnellen Abstieg vom Rad in die Laufschuhe erwartete mich die Hitzewand. Ich fand es dann doch recht anstrengend bei der stehenden Luft zu laufen, aber einmal Zähne zusammenbeißen und los gings. Ein Wechseltraining hätte ich aber definitiv nicht geschafft. Dieses werden wir das letzte Wochenende vor dem Triathlon nachholen. Ich hoffe, dass dann die Temperaturen ein wenig angenehmer sind.

Einen heiden Resepkt an dieser Stelle an alle Teilnehmer beim Ironman in Frankfurt. Das Rennen war sicherlich alles andere als ein Zuckerschlecken bei den Temepraturen. Und trotzdem stellt Frodo einen neuen Streckenrekord auf. Das ist echt Wahnsinn!

Nach dem Koppeln ging es direkt weiter zum Oortkatensee. Dort bin ich dann nur ein wenig rausgeschwommen, denn im Freiwasser zu Kraulen finde ich immer noch komisch und es klappt auch noch nicht wirklich gut. Meine Premiere an dem Tag: Ohne Neo im Freiwasser sein. Manche finden das sicherlich komisch, aber ich war in der Tat noch nie in einem See schwimmen. Das erste mal war im Stadtparkfreibad, aber mit Test-Neo, dann kam der Testtriathlon mit meinem eigenen Neo. Als Kind hat mich Wasser immer gegruselt und weiter als bis zu den Oberschenkeln bin ich nie ins Wasser gegangen. Hätte mir letztes Jahr einer gesagt, dass ich 2015 im Freiwasser schwimmen werde, hätte ich ihn ausgelacht und gesagt: Niemals! Und nun war ich sogar ohne schützende Neohaut, die einem vor allem auch ein Gefühl von Sicherheit gibt, im Freiwasser. Für mich ist das was ganz Besonderes, denn meine Kindheitserfahrungen mit Freiwasser/Meer waren alles andere als positiv. Und seitdem habe ich ein Problem mit Wasser und vor allem mit dem Kopf unter Wasser. Ich mags es zwar immer noch nicht, aber es wird immer besser und jeder kleiner Erfolg motiviert mich weiterzumachen.

Um 18 Uhr ging es dann in die Hafencity. Eigentlich war geplant, dort das Athletiktraining zu machen, aber aufgrund des Regens wurde es dann doch eher eine Treppenlaufeinheit quer durch die graue Hafencity. Aus dem Athletiktraining Special wurde folglich ein Wasserlauf Special. Ich war ein wenig abgenervt, denn wenn ich eines nicht mag ist es bei Regen zu laufen und völlig durchnässte Kleidung am Körper zu haben. Da bin ich echt ein Mädchen aus Zucker. Nach zwei Stunden ging es dann endlich wieder  nachhause unter die heiße Dusche und auf die wohlverdiente Couch.

Am Montag war ich dann ein wenig fertig, was aber glaube ich an der Kombination viel Sport, große Hitze und wenig erholsamer Schlaf durch die Wärme lag. Normalerweise bin ich nicht so empfindlich, aber am Montag war Kopfschmerztag bis Spätnachmittag angesagt. Schön, dass es ab jetzt ein wenig kühler werden soll. Ich mag Wärme ganz gerne, aber alles über 30 Grad finde ich nicht mehr so angenehm. 23-25 Grad wäre ja meine Wunschtemperatur für den ITU World Triathlon am 18.07. Lieber Wettergott: Mach dat mal klar, ne! Und liebe Triathleten: immer schön das Tellerchen leer essen!

Noch eine gute Nachricht zum Schluss: Meine Triabolos-Jacke hat sich wieder aufgefunden. Beim Athletiktraining habe ich diejenige angesprochen, die in der Umkleide neben mir war, und in der Tat hatte sie die Jacke ausversehen eingesteckt und in ihrer Wäsche wiedergefunden. Nächsten Sonntag erhalte ich das gute Stück dann zurück und ich werden direkt meinen Namen reintragen. Dann sollte es schneller auffallen, wenn sie noch einmal jemand ausversehen mitnimmt.

Und last but not least hier das Video vom Train-Triathlon von Ex-Rookie André. Danke dafür! Das ist wirklich eine tolle Erinnerung!

Nur noch drei Wochen bis zu meinem ersten Triathlon

“Desire is the most important factor in the success of any athlete.”
Willie Shoemaker

Nur noch drei Wochen bis zum ITU World Triathlon! Ab jetzt heißt es: gesund und unverletzt bleiben. Denn das einzige, was uns Rookies nun wirklich nicht mehr passieren darf ist, dass einer von uns nicht starten kann. Nach der ganzen “Plackerei” die Belohnung in Form des Wettkampfes nicht zu bekommen, wäre für jeden eine traurige Sache…. Also drückt mal alle die Daumen, dass alle Rookies am Wettkampf teilnehmen können.

Montag und Dienstag – Lazy days
Eigentlich wollte ich an einem der beiden Tage Schwimmen gehen, aber ich war dann doch zu faul. Wasserzeit hin oder her, wenn man länger arbeiten muss und dann einfach die Luft raus ist, kann ich zumindest nicht mehr schwimmen. Als Alternative gab es daheim ein ordentliches Dehnprogramm mit Faszienrollen.

Mittwoch – Lazy running
Zum Mittwoch gibt es nicht viel zu sagen, außer: 10 km lockeres Laufen mit ein paar Steigerungseinheiten. Zum Schluss wurde das Basis-Tempo noch einmal angehoben und dann war die Laufeinheit auch schon wieder vorbei.

Donnerstag – Too Lazy to swim
Am Donnerstag begab ich mich ohne große Lust in das lauwarme Nass der ASH. Vor dem Techniktraining bin ich wieder meine 500 Meter Brust geschwommen und konnte eine Steigerung von 30 Sekunden verzeichnen, ohne dass ich danach komplett ausgepowert war. Mittlerweile bin ich 4,5 Minuten schneller im Brustschwimmen auf den 500 Metern als ich es noch am Anfang des Rookie-Programmes war. Das finde ich sehr gut, hilft mir leider aber nicht beim Kraulen weiter.

Beim Techniktraining hatte ich dann erste Erfolge, so dass ich sagen würde, dass man darauf nun langsam aufbauen kann. Ich war nicht schon nach fünf Kraulzügen am Japsen, sondern konnte eine halbe Bahn durch Kraulen. Eine Strecke habe ich sogar mit der Dreieratmung geschafft. Auch wenn ich mangels guter Technik und zu instabiler Wasserlage immer noch zu fertig bin beim Kraulen: Immerhin hat sich Trainer Björn gefreut über meinen kleinen Fortschritt im Wasser und ich mich natürlich auch. Aber meine Kraulkünste liegen immer noch im Königreich Far Far away.

Freitag – Fast running
Am Freitag standen wieder Intervalle auf dem Plan. Fünf mal 600 Meter Intervalle bei schwülem Wetter sind zwar nicht der Traum, aber Spaß gemacht hat es trotzdem wieder. Lena und ich haben es geschafft, die fünf Intervalle bis auf 2-3 Sekunden Unterschied exakt gleich zu laufen. Alleine hätte ich das nicht so konstant hinbekommen, da ich dazu neige, die ersten Runden zu schnell anzugehen. Gut, dass Lena eine Uhr dabei hatte und mich nach dem ersten halben Intervall auf den zu schnellen Start hingewiesen hat. Da ich jedoch nicht immer mit ihr trainieren kann, werde ich mir über kurz oder lang auch eine eigene GPS-Uhr zulegen müssen, damit ich Intervalle ordentlich trainieren kann.

Samstag – Fast swimming, not really
Das Schwimmen am Samstag war sehr ereignisreich:

  • Headcoach Ingos Geburtstag, Ständchen am Beckenrand singen und Tortenübergabe
  • NDR2-Berichterstattung über Dennis (Gewinner Startplatz Rookie-Programm)
  • Rolle vorwärts und “Indianerrolle” im Wasser –> Das ich so was einmal mache, hätte ich auch nicht gedacht. Und natürlich habe ich bei der Rolle vorwärts vergessen auszuatmen und habe eklig viel Wasser über die Nase “eingeatmet”. Wer sich nun wundert, warum wir Rollen im Wasser gemacht haben – ganz einfach: Um ein besseres Verhältnis zum Wasser zu bekommen und das Element als Freund und nicht als Feind anzusehen. Bei mir hat es zwar noch nicht geholfen, aber ggf. kommt das noch.

Sonntag – Train Triathlon
TESTTRIATHLON-TAG! Das war wirklich ein toller Sonntag! Bei Traumwetter konnten wir das erste Mal alle drei Disziplinen hintereinander angehen und so herausfinden, wie sich das Ganze von der Belastung her anfühlt. Zudem wurde uns gezeigt, wie man die Wechselzone einrichtet, was man beachten muss, wofür es Strafpunkte gibt und für welche Vergehen man disqualifiziert werden kann. Ich fand das wirklich super spannend und es hat mir sehr geholfen, eine Vorstellung von dem bald anstehenden echten Wettkampf zu bekommen.

Vor dem Schwimmen hatte ich zugegebenermaßen ein wenig Bammel. Freiwasserschwimmen mit vielen Leuten, dazu noch in meinem neuen Neo, den ich zuvor noch nie getestet hatte: mehr Premiere geht im Wasser wohl nicht. Aber als der Startschuss gefallen war, war die Nervosität mal wieder wie weggeblasen. Das Kraulen habe ich nach 20 Metern aufgegeben, links und rechts Hände, Köpfe und Füße: das war mir alles zu viel. Im Brustschwimmen war das schon wesentlich einfacher und ich kam dann im Mittelfeld aus dem Wasser. Beim Versuch, den Neo bis auf die Hüften auszuziehen, passierte dann meine kleine Panne: der Reißverschluss verhakte sich im Stoff und ging weder vor noch zurück. Beim Versuch, mich aus dem Neo zu pellen, kam ich ganz schön ins Schwitzen. Es durfte mir auch keiner helfen und ich habe einiges an Zeit verloren. Sollte es beim ITU warm genug sein, werde ich definitiv ohne Neo ins Wasser gehen.

Endlich aus dem Neo raus und auf dem Rad, konnte einige Plätze wieder gut machen, auch wenn mich der Rückweg aufgrund des Gegenwindes sehr viel Kraft gekostet hat. 20 Kilometer hätte ich ehrlich gesagt in dem Tempo und bei dem Gegenwind nicht ausgehalten. Hier muss ich beim ITU auf jeden Fall aufpassen, dass ich mich nicht zu sehr verausgabe und dann die fünf Kilometer Laufen nicht mehr überstehe.

Auf der Laufstrecke habe ich dann noch ein paar überholt, habe aber auch gemerkt, dass ich es zu schnell angegangen bin. Es ist gar nicht so einfach, dass schnelle Gefühl der Radstrecke nicht in den Lauf zu übertragen. Im Zieleinlauf gab es dann noch ein kurzes Kopf an Kopf Rennen mit Daniel, welches ich dann aber verloren habe. Schlussendlich kam ich dann nach 42: 53 Minuten als zweite Frau ins Ziel, was mich natürlich gefreut, aber auch überrascht hat.

Nachdem alle glücklich im Ziel angekommen waren, gab es lecker Essen. Triabolos sorgte für Grill, Kohle und Würstchen, wir Rookies für Salate, Baguette, Aufstriche und Kuchen. Nach dem Essen saßen wir noch zusammen und haben uns von Ingo zeigen lassen, was im Falle einer Reifenpanne zu tun ist. Auch wenn ich das Reifenwechseln kann (wenn auch nicht mega schnell): im Wettkampf würde ich in Panik ausbrechen, wenn ich einen Platten haben sollte. Das ist für mich wirklich mit die schlimmste Vorstellung, denn auf einer Sprintdistanz 15 Minuten mit einem Reifenwechsel zu verbringen, bockt ja mal so gar nicht. Aber ich hoffe einfach, dass das keinem der Rookies passieren wird.

Abends ging es dann noch zum Athletiktraining. Die erste Hälfte waren wir draußen auf der Alsterwiese und wurden des öfteren bestaunt und angestarrt. Die Mischung aus Yoga und Aufwärmen muss aber auch komisch ausgesehen haben. Zum Kraftzirkel ging es dann wieder zurück in die Halle. Diesmal war ich in einer reinen Männergruppe an den Stationen und ich war die einzige, die die Hula-Hopp-Reifenübung nicht hinbekommen hat! Drei Männer, eine Frau und wer kann die Hüfte nicht schwingen? Ich! Versteh einer die Welt…

Zurück in der Umkleide musste ich feststellen, dass irgendwer meine Triabolos-Jacke ausversehen eingesteckt hat. Falls also jemand der Triablos-Damen eine Frauen-XS Jacke der aktuellen Kollektion bei sich daheim findet, die nicht ihr gehört, dann möge sie diese doch diesen Sonntag wieder mitbringen :-). Ich vermisse die Jacke wirklich schmerzlich.

Zum Schluss noch ein großes Dankeschön an den Triabolos Verein und alle freiwilligen Helfer für die Orga und Unterstützung am Test-Triathlon! Das ist wirklich eine tolle Veranstaltung. 2016 werde ich mich auch als Helfer eintragen und die Rookies unterstützen. Das wird ein Fest werden :-). Aber erst einmal den eigenen ersten Triathlon schaffen und dann beim Elbe-Triathlon im August helfen. Dort kann ich dann ein wenig von der Unterstützung zurückgeben, die mir gerade im Rookie Programm entgegengebracht wird.