Was bisher geschah….

(c) nadine waninger

Da habe ich ja lange nicht mehr geschrieben….. Der letzte Post war Anfang Dezember… Asche auf mein Haupt, aber ich muss auch sagen der Dezember 2012 war stressig: viel beruflich zu tun gehabt, zwei große Projekte zum Abschluss gebracht, privat ein paar Sachen verändert und “aufgeräumt”, um dann ab Weihnachten den Urlaub zu genießen und bis zum 06.01.2013 einfach mal wieder ausspannen zu können. Selbst den Sport habe ich zurückgestellt, um zur Ruhe zu kommen und mehr in den Tag hineinleben zu können. Ich hatte schlichtweg einfach nicht die Muße, einen Blogbeitrag zu schreiben.

Und was ist so passiert in dem einen Monat? Ich habe meine alten Schulkolleginnen getroffen, habe mein Steiß-Tattoo auf der Tattooconvention in Berlin zu 90% fertig stechen lassen (Post dazu erfolgt im Februar nach meinem vierten und letzten Termin), habe mit meiner besten Freundin Silvester gefeiert und die Zeit mit der Familie genossen. Ich habe mich mehr oder minder einfach treiben lassen…

Zwei Sachen sind mir dabei besonders aufgefallen:

  1. Serendipity is life: Nicht als “glücklicher Zufall” (Zufälle gibt es in meinen Augen nicht) interpretiert, sondern als “man sucht etwas und findet was ganz anderes und sogar besseres”.
  2. Hamburg ist meine Heimat, denn ich hatte tatsächlich Heimweh. Da ist man vier Tage am Stück über Weihnachten in der alten Heimat und ich hatte Heimweh nach Hamburg. DAS ist mir bisher noch nie passiert und seit dem weiß ich, dass ich in Hamburg angekommen bin. In der Stadt, bei den Menschen, mein Herz gehört genau hierher und möchte auch nicht wieder weg. Ich habe meinen Anker gefunden :-).

Ansonsten war ich noch im Musical “Heiße Ecke“. Das war wirklich sehr schön und kann ich jedem nur empfehlen. Ich wollte dazu noch auf Elbmelancholie bloggen, bin aber bisher noch nicht dazu gekommen…

Dann zum Thema “vegan ernähren”: Ich bleibe dabei! Nur zwei mal Kopfschmerzen gehabt in der ganzen Zeit, weniger Magenprobleme und ein nahezu perfektes Hautbild ;-). Ich fühle mich besser, nicht mehr so vollgestopft. Das Kochen und Backen macht sehr viel Spaß und ich habe überhaupt keine Probleme. Die ersten Wochen habe ich zwar schon gemerkt, dass sich der ganze Stoffwechsel des Körpers umstellt, aber nach drei Wochen hatte es sich dann auch eingependelt. Jedem, der mal Bock hat, ein paar Mahlzeiten vegan zu machen, findet in “Vegan for Fit” super Rezepte, die leicht sind und lecker schmecken. Man findet viele neue Anregungen und Ideen.

Zum Schluss nochmal einen herzlichen Dank an die Nadine, die neben meinem neuen Führerscheinbild, auch eine kleine Fotoserie von mir gemacht hat :-). Zu sehen hier: JANKA, STERN DES NORDENS

Und wer jetzt noch ein wenig Musik auf die Ohren haben möchte, der sollte sich den tollen Mix von dem Klee Song “Willst du bei mir bleiben” anhören.

Auf bald und ein schönes Wochenende euch! Das nächste Mal werde ich über meinen Trip nach Wien berichten, der Mitte Januar ansteht. Darauf freue ich mich wirklich sehr!

 

 

Von Aalweber bis Zitronenjette – Eine kleine Reise durchs Hamburg Platt

Hatte ich zuvor über die ostwestfälische Sprache gebloggt, muss ich natürlich auch ein Wort über die Sprache meiner neuen Wahlheimat schreiben.
Kleines Lexikon Hamburger Begriffe” von Daniel Tilgner wurde mir von meinem allerliebsten besten Freund und Arbeitskollegen geschenkt (was für eine Lobhudelei 😉 ) und es ist nicht nur deswegen würdig, in einem Blog erwähnt zu werden. Denn das kleine Büchlein ist wirklich sehr schön: Neben 433 Begriffen inkl. Erklärung findet man auch am Rande viele kleine Bildchen mit Hintergrundinformationen zu Hamburg.  Die kleine Reise durch den Hamburger Dialekt kann also beginnen :-).
Das Hamburger Platt hat seinen Ursprung, wie das Ostwestfälische, auch im Niederdeutschen, wobei man hier zusätzlich in verschiedene Mundarten unterscheidet: Geest (Platt, der nicht unmittelbar an der Elbe gesprochen wird.) und Marsch (Platt, der an der Elbe gesprochen wird.). Ein Beispiel für die zwei Mundarten ist das Wort “machen”. Im Geest-Platt würde es “maken” heißen, im Marsch-Platt “moken”.  Aber viel schöner, als darüber zu lesen, ist eigentlich das Hören. Daher hier zwei kleine Videos “Dialektatlas – Hamburgerisch” (Anmerkung: Nur Zuhören, nicht gucken :-D):
Teil 1:

Teil 2:

Fazit: Erst meine Enkelkinder werden echte Hamburger sein. Ich bin nur ein Zugereister, ein “Quiddje“. Hamburger ist nicht gleich Hamburger und Platt ist nicht gleich Platt.
Und nach diesem schön Hörbeispiel natürlich auch noch eine kleine Auswahl an Hamburjer Begriffen aus meinem Buch:

  • angetütert: angetrunken. Das wäre auf ostwestfälisch “angeschickert”. Die Steigerung dazu ist dann “besopen” mit einer “Buddel” voll Rum.
  • antüdeln: anziehen, folglich heißt angetüdelt sein, wenn man fertig angezogen ist. Ok ich sehe schon: in Hamburg wird viel “getüdelt” :-).
  • basch: derb, scharf. Daher also der Begriff “Barmbek Basch”. Derbe Sprache im Arbeiterviertel Barmbek.
  • begöschen: Ok, DAS machen wir Frauen also mit den Männern: Gut zureden mit einem Hintergedanken auf einen Gefallen :-D.
  • büschen: bißchen
  • breegenklöterig: durcheinander… Ja das bin ich auch manchmal.
  • daddeldu: LOL, sehr schön. Ich sage in Zukunft nicht mehr: “So nun ist gut für heute”, sondern “So, nu is daddeldu.”
  • Drümpel: ungeschickter Mensch… Ok Tollpatsch gefällt mir besser :-D. Drümpel klingt es fies.
  • gnadderig oder gnatterig: nörgelig, unzufrieden. Oh ja, mann werde ich gnadderig, wenn ich Hunger habe.
  • Hühn un Pedühn: alle möglichen Leute wie “Hinz und Kunz”.
  • Hummel, Hummel – mors, mors: Hamburger Schlacht- oder Erkennungsruf. “Mors” ist übrigens der plattdeutsche Begriff für “Hintern” oder “Arsch”.
  • Karpfenschnut ziehen: Oh ja auch DAS können wir Frauen gut ;-).
  • Knallköm: Schaumwein wie Sekt oder Champagner.
  • krüsch: wenn man sich anstellt… würde mal sagen das ist am ehesten das Pentant zu “schnücksch”.
  • Lütt un Lütt: Klein und Klein. In der Kneipe bestellt bekommt man daher ein Korn und ein kleines Bier und trinkt dies zusammen. Na, ob ich das mal bestellen mag? Kann ja eigentlich nicht ekliger als ein Mexikaner sein….
  • Puvogel: 😀 Herrlich, der Name für einen Pfau.
  • scheesen: rasen. Ohne scheesen kommt man hier in Hamburg beim Autofahren auf keinen grünen Zweig. Da wird man gnadenlos weggehupt hier.
  • Snööf: Schnupfen.
  • Twiete: Begriff für eine kleine Gasse. Ah ok ich wohne also in einer kleinen Gasse, erbaut vom Architekt Geißler. Sehr schön 🙂

Und zu guter letzt noch ein kleiner Hamburger Abzählreim bzw. zum Abmählen, wie man im Norden sagt:

Elleri-selleri-sibberi-sa-sibberi-sabberi-knull
Klingt wie ein kleiner Zauberreim :-). Mal sehen, was passiert, wenn ich den 10 mal schnell hintereinander aufsage. Ob dann wohl eine Ühz vor mir auftaucht ;-).
Denn bis denn ihr Lieben, nu is daddeldu. Und kiekt mol wedder in!
P.S.: Ich würde mich total über einen kleinen Ausflug ins Österreichische freuen. Ob das Subwort sich wohl dazu hinreißen lässt oder muss ich ihn wohl erst noch ein büschen begöschen? *Ganz lieb guck* und *Karpfenschnut zieh* ;-).