Ostern auf dem Stubaier Gletscher

Stubai-e1398275850435“Zu unserer Natur gehört die Bewegung, die vollkommene Ruhe ist der Tod.” (Blaise Pascal)

Ostern ging es mal wieder in die Berge, genauer gesagt auf den Stubaier Gletscher zum Snowboarden. Klar, eine weite Fahrt, aber von nichts kommt nichts und zum Season Final eine wunderbare Erfahrung mehr für mich.

Nach einer laaaaaaangen Fahrt mit Staus, einer sehr kurzen Übernachtung mit 3,5 Stunden Schlaf in München und einer staufreien Weiterfahrt am Morgen, kamen wir um 11 Uhr endlich in Fulpmes an. Schnell bei der Familie Zimmermann eingecheckt, in die Snowboardklamotten und dann rauf auf den Schlick2000. Den halben Tag dort konnte ich gut zum Einfahren nutzen, denn die ersten 15 Minuten bin ich gefahren, als ob ich noch nie auf einem Board gestanden hätte :-D. Klar ist Boarden wie Fahrradfahren: Einmal gelernt, verlernt man es nicht wieder. Aber es macht doch einen Unterschied, wenn man Radfahren mit 5 Jahren und Snowboarden erst mit über 30 lernt. Verinnerlicht und im Gefühl habe ich die Bewegungen noch lange nicht und werde ich ggf. auch nie. Ich kenne meine Fehler und weiß theoretisch auch, was ich falsch mache, aber bei der Umsetzung hapert es extrem. Vielleicht fehlt mir hier auch einfach das nötige Körpergefühl. Aber aufgeben werde ich trotzdem nicht!
Nach ein paar Stunden war dann der Spaß in dem kleinen Skigebiet auf dem Schlick2000 leider schon wieder vorbei. Ein gerissener Strap musste ersetzt werden, damit am nächsten Tag der Spaß auf dem Stubaier Gletscher weitergehen konnte.

Am zweiten Tag ging es dann bei sehr viel Neuschnee auf den Gletscher. Für mich als Anfängerin eine neue und wertvolle Erfahrung. War ich doch verwöhnt von Sonnenwetter in La Rosiere, erwarteten mich nun ungeräumte Pisten, Nebel, Schneefall, Wind und sehr viel weicher Neuschnee. Der Schnee war wirklich geil, wenn auch anstrengend zu fahren. Man fällt weich und der Schnee ist wie Butter, aber ich habe bei der Sicht kaum Konturen auf der Piste und aufgeschobene Hügel erkennen können. Ab dem Nachmittag war es dann bei  mir vorbei mit der Kraft und der Konzentration. Aber ich war nicht die einzige auf der Piste, die sich gefreut und gleichzeitig geflucht hat bei dem vielen Neuschnee. Mein Wunsch für den nächsten Snowboardurlaub: Powderdays bei Sonnenschein :-D. DAS muss der Hammer sein!

An Tag 3 gab es dann Sonne satt. Geil, geil, geil! Das hat wirklich Spaß gemacht und endlich war auch der Lift zum Schaufeljoch geöffnet. Der Blick bei Sonnenschein von 3.200 Meter Höhe: Unbezahlbar! Das Fahren: Spaß pur! Doch nachmittags kam dann der Punkt, den ich wohl mal erreichen musste: Übermut, mangelnde Konzentration, stark aufgeschobene Piste und dann lag ich dort mit verdrehtem linken Fuß. Aua ja, aber nichts Schlimmes dachte ich mir. Also weiter ging die Fahrt wieder auf den Gipfel in der Hoffnung, dass die Gondelfahrt die nötige Erholung bringen würde. Oben angekommen habe ich mich direkt über mich selbst geärgert. Anstatt abzubrechen, doch den Ehrgeiz zu haben, noch weiter zu fahren. Was dann kam, darauf hätte ich gerne verzichten können: Nach ein paar Meter Piste war mir schnell klar, dass das so nichts mehr werden würde. Also musste ich das Board abschnallen und die Piste runter humpeln. Das ging allemal besser als Fahren. Der Knöchel war schon geschwollen und leicht blau. Damit war leider auch der letzte Snowboardtag am Ostermontag für mich gestrichen. Und wenn das nicht schon genug gewesen wäre, bekam ich auf dem Heimweg nach Hamburg noch einen grippalen Infekt mit Fieber. Eine Runde “ohhhhhhhhh” für mich bitte! Danke :-).
Aber es hätte wie immer schlimmer kommen können…. Z.B. schon am ersten Tag krank zu werden oder so unglücklich zu fallen, dass ich mir was gebrochen hätte. Von daher doch mal wieder Glück gehabt. Kleine Anmerkung am Rande: So denke ich jetzt, aber am Anfang habe ich das mit dem Fuß nicht ganz so sportlich genommen, sondern war ziemlich pissed auf mich selbst….

So ich werde nun meinen Erkältungstee trinken (ich kann das Zeugs langsam nicht mehr riechen…) und weiter meine Grippe auskurieren. Es geht aber schon wieder bergauf und ich bin schon wieder bereit für neue Snowboardabenteuer, zumindest in meinem Kopf. Bis zur nächsten Wintersaison zehre ich von den Erinnerungen an die Ostertage im Stubaital. Das Bergweh kann also in Grenzen gehalten werden mit Bildern wie diesen im Kopf:

P.S.: Zum Schluss noch ein kurzes Video von Benedikt Friðbjörnsson alias Benni F. Der Kurze ist gerade mal 9 Jahre alt und macht 720s über die großen Kicker. Crazy Kid! Anschauen, staunen und wissen, dass man in seinem Leben nicht mal 1% so fahren wird wie er – zumindest ich nicht…

Winterwonderland – Janka on Board in La Rosière

“Nothing is impossible. You are only limited by fear and even that you can overcome.”
Seth Morrison

Was für ein Ausblick... (c) Fabian Rehring
Was für ein Ausblick…
(c) Fabian Rehring

Eine Woche La Rosière mit Wild&Style ist schon wieder vorbei, ich bin unversehrt und mit Brillen-Tanning-Gesicht im verregneten Hamburg angekommen. Heute habe ich endlich mal Zeit, über meine (zweiten) Erfahrungen im Winterwonderland zu schreiben. Nach Gargellen, war dies meine zweite Reise mit dem Hamburger Snowboardverein Wild&Style. Vor dieser zweiten Reise habe ich fleißig Fahren mit St. Bergweh im Snowdome geübt, um diesmal wirklich “durchstarten” und den Urlaub in den Bergen genießen zu können. Denn wie viele sicherlich wissen, war mein erster Versuch für mich eine kleine Fallkatastrophe.

Nach 18 Stunden Busfahrt (jaaaaaaaa 18 Stunden, ich frage mich immer noch, wie ich das überlebt habe…..) kam ich letzten Samstag in La Rosière an. Traumwetter erwartete uns: Sonne, Berge und Schnee pur! Der Blick aus dem Appartement war traumhaft und wir alle freuten uns auf den allerersten Pistentag. Los ging es dann am Sonntag mit dem Get on Board Kurs. Diesmal startete ich aber nicht als absoluter Anfänger, sondern unser Teamer nahm uns direkt mit auf blaue und rote Pisten (first time rot yeah yeah!). Im Vordergrund standen hier Techniktipps und Feedback zu unserem Fahrverhalten. Auf der Piste direkt korrigiert zu werden war sehr hilfreich, denn das Fahren auf echtem Schnee ist dann ja doch mal ganz anders als auf Kunstschnee. Und diesmal hat es wirklich wirklich soooooooo viel Spaß gemacht! Endlich konnte ich die Berge genießen und mein Körper bleib bis auf ein paar blaue Flecken den ganzen Urlaub unversehrt. Ein voller Erfolg für mich würde ich sagen, denn ich habe alle Ziele, die ich mir zuvor gesetzt hatte erreicht: blaue und rote Pisten fahren, weniger fallen, Sesselliftausstiege üben und  unversehrt wieder heimkommen. Das einzige, was ich immer noch nicht (gut) kann: Ziehwege fahren, auf gerader vereister Fläche fahren, aus Schleppliften nicht rausfallen (fiese hinterlistige Dinger). Meine nächsten Ziele: Kurven endlich enger fahren können bzw. schnelles Umkanten lernen, Ziehwege besser hinbekommen und nicht immer aus Schleppliften rausfallen. Und mit das wichtigste: mehr Sicherheit gewinnen! Klar, kann ich irgendwie fahren, aber ich bin noch zu unsicher auf der Piste. Ich könnte glaube ich viel mehr, wenn ich mich trauen würde. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass ich nun mit jedem Winterurlaub sicherer und besser werde. Ich freu mich drauf!

Es war folglich die richtige Entscheidung, dass ich nicht aufgegeben habe. Auch die Entscheidung wieder mit Wild&Style zu fahren war die richtige. Ich mag die Leute dort sehr gerne und sie geben sich wirklich alle Mühe, dass die Leute Spaß am Fahren entwickeln. An dieser Stelle von mir ein besonders lieb gemeintes Dankeschön an Gernot :-). Danke dir für deinen Support!

Auch das Partyvolk kam bei der Märzreise nicht zu kurz. Neben einer phänomenalen Aerobicparty (hahaha mann war das hart am nächsten Tag auf dem Board) gab es auch diverse Aprés Skis. Ich werde somit nicht das letzte Mal mit Wild&Style gefahren sein. Ich liebäugel definitiv mit Silvester und das Märzcamp 2015 ist so gut wie gesetzt bei mir. Wer kommt mit? Ich kann es nur empfehlen und auch Nicht-Hamburger sind willkommen und werden gerne mitgenommen.

Anbei nun noch ein paar Bilder von dem Winterwonderland Urlaub:

Mich hat das Bergweh auf jeden Fall gepackt und nun gehöre auch ich zu den Menschen, die es schade finden, dass Hamburg keine Berge hat….

Euch allen ein schönes Wochenende.

Janka gets on Nitro Board

Nitro Mystique
Nitro Mystique

Gestern war mal wieder Snowdome-Time in Bispingen. Das Besondere dabei: Das erste Mal mit dem eigenen Board und eigenen Bindungen!
Gekauft habe ich mir das Nitro Mystique und dazu Burton Stiletto Bindungen. Manche würden nun sagen: “Na ja so wenig wie du richtige Piste fährst lohnt sich das nicht als Anfänger. Die Leihboards tun ihren Dienst genauso gut.”  Und ich sage seit gestern: “Liebe Anfänger, wenn ihr Snowboardfahren gut findet und Spaß daran habt, kauft euch so schnell wie möglich ein eigenes Board! Die stumpfen Leihboards mit den Plastikbindungen sind einfach mal gar nichts.”

Zugegeben: Die Suche nach dem richtigen Board war nicht ganz so einfach und wer mich kennt weiß: Ich bin die Ungeduld in der Person und ich mag nicht gerne warten und lange rumsuchen. Wenn ich was haben will, dann sofort, jetzt und überhaupt! Aber gut, da hier nun doch ein wenig mehr Geld von meiner Seite aus eingesetzt werden musste, habe ich mich natürlich von Fachleuten und Snowboardpros beraten lassen. Aber auch hier gab es viele unterschiedliche Meinungen. Die Jungs von Planet Sports haben mir dann zu dem Nitro Board geraten. Da sie schon bei den Nitro Boots den richtigen Riecher für meine Füße hatten (ähhhh haha Wortspiel ganz ungewollt 😀 ), habe ich ihnen auch bei der Boardberatung vertraut. Es sollte also kein reines Rocker sein, sondern ein Hybrid (rocker und camber vereint). Ich war gespannt, wie mir diese Nitro Gullwingform gefallen würde.

Unabhängig von der fachlichen Beratung hat mir jemand ganz allgemein gesagt und das würde ich gerne jedem Anfänger mitgeben: “Unabhängig, was du dir für ein Board holst: Hauptsache du vertraust dem Board und das Board unterstützt dich bestmöglich beim Fahren. Dann kommst du auch weiter.” Und genauso ist es auch: Egal, was man für ein Board sich kauft: Man muss es einfach wirklich haben und fahren wollen. Denn nur wenn man dem Board vertraut, dann gibt man dem Board nicht andauernd die schuld, dass man stürzt und Fehler macht. Daher habe ich auch davon Abstand genommen, irgendeinen Kompromiss zu kaufen, nur weil er günstig gewesen wäre. Auch wenn ich für 242 € anstatt 360 € mit dem Board ein sehr gutes Onlineschnäppchen geschossen habe :-).

Nun aber zu meinen ersten Erfahrungen mit dem Board: Zunächst hatte ich ein paar Anfangsschwierigkeiten mich an das neue, ganz andere Fahrgefühl zu gewöhnen. Aber nach drei bis vier Fahrten war ich dann wirklich ein wenig geflasht! Die Gullwingform ist einfach geil für einen Anfänger wie mich ohne Talent zum Boarden. Es ist drehfreudig, fehlerverzeihend, sehr leicht vom Gewicht her, besser zu steuern, Kurvenfahren wird dadurch leichter als es mit dem reinen Rocker war. Aber nicht nur das Board, sondern auch die Burton Stiletto Bindungen sind richtig gut. Habe ich sonst minutenlang damit verbracht, die Straps fest zu zurren mit meinem Fäustlingen, dauert es jetzt noch nicht einmal halb solange. Ich habe in der Kombi auch eine viel bessere Verbindung zum Board, weil ich das Highback schräger stellen kann und somit mehr gezwungen werde locker in die Knie zu gehen. Alles in allem: Die Entscheidung für dieses Board und die Bindungen war also absolut richtig und die Investition wert. Ein gutes Board und gute Bindungen machen einen Anfänger zwar nicht zum Superfahrer, aber man lernt besser und vor allem macht es einfach viel mehr Spaß!

Janka on Nitro Board
Janka on Nitro Board

Zu meinem derzeitigen Fähigkeiten kann ich Folgendes sagen: Was ich noch falsch mache bei der Frontsidekurve ist, dass ich noch zu sehr mit dem hinteren Bein rumziehe als dass ich der Kante vertraue (*grummel*…). Aber wenn ich nicht das schnelle Kurvenfahren probiere und brav den Berg in größeren Kurven runterfahre, bewältige ich Bispingen nun auch ohne Stürze, *yeah*. Auch habe ich mich nun endlich alleine in den Sessellift getraut. Den mochte ich nie, wegen des Ausstieges… Bin ich doch immer umgefallen mit nur einem Fuß festgeschnallt *nerv*…. Gestern habe ich dann den Ausstieg bis auf zwei Ausstiege ohne Stürze hinter mich gebracht *puh*. Das zuvor gesetzte Tagesziel: Kurven am Stück ohne Fallen und Sesselliftausstieg schaffen habe ich also erreicht! Strike! Die nächsten Ziele sind: die Frontsidekurve sauberer fahren, an steileren Stücken weniger Respekt haben und locker werden sowie den steileren Wittenburgberg zu bewältigen. Kommenden Dienstag geht es nämlich das erste Mal mit der Uni nach Wittenburg in den Alpincenter. Der Berg dort ist steiler und eine neue Herausforderung für mich Schnee-Newbie. Ich freu mich drauf! Klar wird auch das kein Vergleich zur richtigen Piste und echtem Schnee sein, aber immerhin geht´s im März dann nicht völlig ahnungslos nach La Rosière wie Ende 2013 nach Gargellen. Allen absoluten Wintersportanfängern rate ich daher: Fahrt erstmal in einer Indoorhalle und übt dort anstatt sofort auf die Piste zu gehen.

Und zum Schluss noch ein kleines Video von Jannik (alias Simba *hehe*), der gerade mal drei Jahre fährt und mit Anfang 20 doch recht spät dabei ist (genau DAS ist spät um Pro zu werden). Ich überlege ja immer noch ihm zu schreiben und zu fragen, ob er mir nicht eine Scheibe Talent abgeben mag, die Rampensau die :-D. Viel Spaß beim Zugucken und einen erholsamen Sonntagabend euch allen.

Janka und die Berge

20140102-120209.jpg“Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt.” (Laozi)

Mein allererster Winterurlaub ist vorbei. Eigentlich eine Reise, um Snowboardfahren zu lernen, im Endeffekt aber mit dem Ergebnis zu wissen, dass ich kein Naturtalent bin, viel zu hohe Ansprüche an mich selbst hatte und ein paar Tage Kurs nicht reichen, um Fahren zu können. Ich habe durch diese Fahrt wieder ein wenig mehr über mich selbst gelernt und wie einem die eigene Verbissenheit und sportlicher Ehrgeiz im Weg stehen und am Lernen hindern kann….

Die meisten Menschen, die Ski-oder Snowboardfahren, haben dies als Kinder oder Jungendliche gelernt, oder sind vorher zumindest Skateboard gefahren oder gesurft. Ich habe bisher nichts dergleichen gemacht. Talentfrei mit 31 das erste Mal auf einem Board zu stehen, 3 Tage dauer zufallen, sich dann das Steißbein beim Tellerlift zu prellen, fühlt sich nicht wirklich geil an und demotiviert ungemein. Eine Leidenschaft für den Alpinsport ist jedenfalls nach der Erfahrung bei mir bisher nicht entbrannt. Was aber nach der völligen Demotivation (die dauerte diesmal bei mir ganze fünf Tage an….) entbrannt ist: Dass ich eben nicht direkt nach dem allerersten Versuch aufgeben mag. Nach dem Urlaub wurde mir von mehreren Seiten gespiegelt, dass drei Tage Kurs einen absoluten Anfänger ohne Naturtalent nicht befähigt, Kurven oder blaue Pisten zu fahren (runterrutschen können mal ausgeschlossen). Aber wie das so mit den Ansprüchen und Vorstellungen an sich selbst ist: ich hätte es gerne anders gehabt, um nach dem ersten Urlaub sagen zu können: Geil, war DAS ein Spaß und ich liebe Snowboardfahren! Warum ich trotz der doch recht negativen Erfahrung für mich nicht aufgeben werde, dazu komme ich später.

Doch nun mal genauer ins Detail: Ich bin mit dem Verein Wild&Style gefahren, eine gute und günstige Alternative für alle, die Wintersport lieben, nicht direkt 1.500 Euro für eine Woche ausgeben wollen und Bock auf eine größere Gruppe Gleichgesinnter haben. Wild&Style ist zudem perfekt für Leute, die fahren können, toll für Leute, die eine gewisse Vorerfahrung haben und nun Snowboardfahren lernen wollen und geeignet für Leute mit Naturtalent zum Alpinsport. Für absolute Anfänger wie mich hat die Reise aber erstmal nur das Bewusstsein erwirkt, dass dieser Sport einen nicht so packt wie gedacht und man Jahre mit regelmäßigem Üben brauchen würde, um halbwegs mithalten zu können. Es gab zwar für Einsteiger einen “Get on Board”-Kurs, aber der war nach drei Tagen schon vorbei und man ist auf sich allein gestellt. Leute, die fahren können, binden sich natürlich keine Anfänger ans Bein und die Teamer waren froh, endlich frei fahren zu können…Somit fühlte ich mich recht alleine gelassen und ganz alleine üben und keinen “Leidensgenossen” haben, war auch irgendwie uncool. Die anderen Get on Boardler konnten schon echt gut fahren nach den drei Tagen, diese hatten aber alle schon eine gewisse Vorerfahrung. Ich war in der Tat die einzige echte Anfängerin dort. Nach den drei Tagen Kurs wird zudem davon ausgegangen, dass man blaue Pisten fahren kann. Ggf. ist das bei den meisten Jüngeren auch der Fall, aber eben nicht bei allen und vor allem nicht bei mir. Mit dieser Vorstellung im Kopf, dass man nach drei Tagen Kurven und Pisten fahren kann, ging ich jedoch an den Kurs heran. Es war sehr frustrierend zu merken, dass auf einen diese Annahme nicht zutrifft… Die Tatsache, dass ich am zweiten Tag direkt in ein Skigebiet mitgenommen wurde, das mega voll und für Anfänger viel zu schwer zu fahren war, hat es leider auch nicht besser gemacht. Das war Stress pur, teilweise musste ich die Piste und die steilen Hänge runterlaufen, weil ich mich nicht getraut habe, die schmale, sehr abschüssige Piste zu fahren bzw. zu rutschen. Ich bin froh, dass ich trotz der vielen Stürze recht heil bei der Gondel angekommen bin. Ich hatte auch den Eindruck, dass das Verständnis bei vielen fehlte, dass es super schwer ist mit über 30 das Fahren noch zu lernen, wenn man vorher keinerlei Berührungspunkte mit so einem Sport hatte. Die meisten Leute dort fahren seit dem Jugendalter. Klar, dass sie sich nicht vorstellen können, wie es ist, jetzt erst anzufangen….. Das kann man keinem zum Vorwurf machen und alle Teamer haben wirklich das Beste gegeben (Danke noch einmal an die Geduld von den Wild&Style Leuten und vorab danke, an die Geduld, die sie mit mir im März noch aufbringen werden müssen!), aber der Eindruck, dass man als absoluter Anfänger nach dem “Get on Board”-Kurs einfach ein wenig außen vor steht, ist trotzdem geblieben… Die letzten drei Tage auf der Reise habe ich dann entspannt und meine “Wunden geleckt”. Dem Board habe ich keines Blickes mehr gewürdigt. Das konnte zwar rein gar nichts dafür, aber ich brauchte ja einen Schuldigen in dieser Situation ;-). Nachdem die Demotivation und der Ärger dann am Sonntag nach der Heimfahrt verflogen war, habe ich mir überlegt, dass ich nicht sofort aufgeben und dem Ganzen noch einmal eine Chance geben werde. Mir ist klar geworden, dass ich einfach üben MUSS und daran kein Weg vorbeiführt. Daher werde ich ab Ende Januar bis Anfang März fast jedes Wochenende in den Snowdome fahren und einen Hochschulsportkurs belegen. Dann geht es Anfang März mit Wild&Style wieder in den Snowboardurlaub – es sei denn, ich merke während des Übens, dass das ganze Vorhaben einfach keinen Sinn macht….

Unabhängig von der Demotivation, dem geprellten Steißbein und der viele Stürze war es natürlich trotzdem sinnvoll und schön, mitgefahren zu sein: Ich habe herausgefunden, dass ich Snowboardfahren nicht einfach mal eben so lernen werde, dass ich aber den Mut aufgebracht habe Sessellift zu fahren, dass Berge im Winter einfach toll sind und ich gerne wieder einen Urlaub im Schnee verbringen mag. Zudem waren die Leute wirklich alle sehr nett, das Silvester eines der schönsten, das ich in den letzten Jahren verbracht habe. Bereut habe ich die Mitfahrt also keineswegs.

Hier auch noch ein paar Bilder für das Bergweh. Schön wars 🙂 ….

Eine gute Nacht wünsche ich euch allen und ich werde über meine weitere “Snowboardkarriere” hier berichten. Drückt mir die Daumen, dass ich ggf. doch noch lerne zu fahren, so dass blaue Pisten kein Problem mehr darstellen und ich Spaß an dem Ganzen entwickeln kann :-). Als erste Tat dorthin habe ich mir nun doch eine Protektorhose bestellt, damit das Fallen auf den Allerwertesten nicht mehr so schmerzhaft werden wird :-).