Über Zürich, Schlemmen, Bio, Essensumstellung und Fasten

Mhhh wo fange ich an…… Mit dem Ziel oder mit dem Anfang? Ich entscheide mich für das Ziel, denn das beschriebt ganz einfach, worum es in diesem Blogbeitrag gehen wird. Dann kann jeder schon nach wenigen Zeilen Lesen entscheiden, ob es für ihn von Interesse ist oder nicht :-).
Das Ziel: Seit dem 27.02.2012 bis zum 07.04.2012 (bis 24 Uhr) die Fastenzeit mitmachen.
Nun fragt man sich sicher, warum erst am 27.02. und nicht schon am 22.02.2012?
Ganz einfach: Ich hatte Geburtstag und war in Zürich. Sich in seinem Kurzurlaub das Schlemmen verbieten habe ich mir selbst und meinen Gastgebern nicht antun wollen. Denn das hätte ich als äußerst unhöflich den beiden lieben Menschen gegenüber empfunden, welche mich für die Zeit beherbergt und verköstigt haben. Kurz zu Zürich: Superschöne Stadt, Essensauswahl in den Supermärkten gigantisch und kein Vergleich zu Deutschland, toll zum Abends Rausgehen und Feiern, ABER: Scheißenteuer! Nur ein kleines Beispiel dazu: Ein normaler Teller mit Spaghetti Pesto und ein stilles Wasser umgerechnet ca. 26 Euro. Aber gut, geil war’s trotzdem ;-).
Zurück aus Zürich war ich vom vielen Laufen auf hohen Schuhen so platt, dass ich den Sonntag auf der Couch verbracht habe. Und irgendwie hat mich an dem Tag der Heißhunger überfallen. Hatte ich vorher schon angefangen, mich gesünder und mit viel Obst zu ernähren, waren an dem Tag alle guten Vorsätze vergessen: Der mitgebrachte Nusskuchen aus der Schweiz musste herhalten, dann noch Brötchen mit Bergkäse (auch aus der Schweiz), viel zu viel Sushi und dann wieder Nusskuchen. Danach fühlte ich mich schlecht….Vor allem durch das Nusskuchengefresse (der war aber auch lecker :-D). Da überkam mich das Bedürfnis, die Fastenzeit doch mal wieder mitmachen zu wollen, zwar verspätet, aber immerhin. Ich erzählte davon dem Subwort per Chat und dieser stieg sofort mit ein, denn: Die Fastenzeit zusammen durchstehen ist ein besserer Ansporn als ganz alleine zu verzichten. Wobei es bei unserer Fastenzeit nicht um völligen Verzicht geht, sondern um den Verzicht auf ungesunde Lebensmittel. Nach ein wenig Hin- und Herschreiberei per Chat hatten wir uns schließlich geeinigt und folgende Bedingungen und Sünden festgehalten:
Bedingungen:
Laufzeit: 27.02.-07.04.2012 (inkl.)

  • Keinerlei Art von Süßigkeiten und ungesundes Knabberzeugs: Keine Schoki, Gummizeugs, Eis, Kuchen und auch keine Chips und Co.
  • Kein Alkohol
  • Keine Limonaden wie Cola, Fanta, fertige Apfelsaftschorle etc. (gesunde Fruchtsäfte sind aber ok)
  • Kaffee: Janina maximal eine Tasse, das Subwort maximal vier pro Tag
  • Es gibt keine Ausnahmen, egal ob Geburtstage, Familienfeiern, Konzerte oder sonst was in der Art. Auch nicht, wenn jemand ankommt und einem Schoki in den Mund stopfen will ;-).

Falls man sich mal nicht sicher ist: Den anderen fragen und absprechen, bevor man die Entscheidung zum Essen oder Trinken fällt.
Was passiert, wenn man sündigt:

  • Oberstes Ziel sollte, trotz der guten Spendenabsicht, IMMER das Nichtsündigen sein!
  • 25 Euro pro Sünde (egal, wie “klein” der Bruch ist, auch ein Nippen oder Abbeißen zählt schon als Sünde)
  • Sofortige Bekanntgabe dem anderen gegenüber per Mail. Die Sünde wird dann in ein Google Doc eingetragen.
  • Wer am Ende am meisten gesündigt hat, legt den Betrag, welchen er gesündigt hat, nochmal zur Endsumme drauf.
  • Der Haupt-Sündiger muss an die Organisation spenden, die der andere ausgewählt hat.

Spenden gehen an:
Janina: http://www.vivaconagua.org/
Subwort: http://www.kinderhospiz-loewenherz.de/index.php

Die erste Woche ist nun überstanden und bis auf zwei Tage, war es leichter, als ich vorher dachte. An einem Tag voller Müdigkeit hat mir der Kaffee am Nachmittag gefehlt. Dazu kam dann noch eine komische Laune und das Bedürfnis, sich mit Schoki aufmuntern zu wollen. Das war eine harte Kombination an dem Tag und hat zu schlechter Laune und bescheidenen Schlaf geführt. Dann gibt es in meiner Firma noch die (schlechte) Angewohnheit, dass jeder Mitarbeiter, der Geburtstag hat, eine Tonne Süßigkeiten mit in die Firma bringt und in die Küche stellt. Ich war daher an dem erwähnten Tag froh, dass wenigstens Eine davon auch mal Äpfel und Mandarinen dazu gestellt hatte. Der zweite schwierige Tag war der Samstag. An dem Tag stand der Besuch bei einer Freundin an, die ihr erstes Kind bekommen hat (der kleine Liam ist soooooo süß, herrlich!). Tja und WAS bitte gab’s en masse dort? Richtig: Lecker Kaffee und Kuchen! Ich nagte also an meinem Honigbrötchen und trank viel Tee während neben mit leckerer Milchkaffee und Brownies verspeist wurden. Aber was hilft das Gejammer, ich habe es mir ja selbst ausgesucht :-D. Mein Obstkonsum ist seit dem Fasten noch weiter gestiegen und das ist ja nicht der schlechteste Effekt. Von einmal im Monat Obst zu nahezugut jeden Tag finde ich für mich persönlich eine sehr positive Veränderung, die ich weiterführen möchte. Daher führe ich auch seitdem ein Essenstagebuch, um mal zu gucken, was man wirklich so am Tag isst und trinkt. Dauerziel bei mir ist nämlich, mich bewusster, gesünder, vegetarisch (Fisch esse ich weiterhin) und mehr mit Bioprodukten zu ernähren. Dazu mache ich aber keine Radikalumstellung, sondern werde nach und nach mein Ess- und Einkaufsverhalten verändern. Ein Sportfreak bin ich sowieso, da muss ich keinen inneren Schweinehund überwinden, aber beim Essen war ich immer der Meinung: Ich bin schlank, muss nicht abnehmen, daher ist ungesund und schnell essen schon ok, denn ich habe ja den Sport als positiven Ausgleich. Das dass reiner Selbstbetrug ist, war mir auch immer klar. Und ich merke seit meiner Umstellung schon die ersten positiven Effekte: besseres Hautbild, weniger schlapp, weniger Kopfschmerzen. Mein Körper entgiftet scheinbar schon und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Nach der Fastenzeit werde ich jedoch nicht wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen, sondern einfach alles in Maßen genießen. Dafür esse ich Kuchen und Kekse dann doch zu gerne, um für immer darauf verzichten zu wollen und im Sommer Campari Soda im Milestones ist auch ein MUSS :-D. Aber Vegetarier und Bio-Liebhaber werde ich trotzdem bleiben und hier dauerhaft meine Ernährung umstellen. Bewusster auf die eigene Ernährung achten ist hier meine Maßgabe. Denn mit meinen Körper muss ich das ganze Leben klarkommen und ich denke, er wird es mir danken, wenn ich ihn nicht nur äußerlich, sondern auch von innen heraus pfleglich behandeln werde. ABER: Das geht nur mit einer grundsätzlichen veränderten Einstellung zum Leben einher! Aber das würde hier jetzt zu weit führen. Diejenigen, welche diesen Prozess schon durchgemacht haben, wissen eh, was ich meine ;-). Und dank meines neuen Kochbuches “Vegetarian Basics” habe ich zum Start schon tolle gesunde Rezepte. Da ich nun in Hamburg wohne, in der übrigens schönsten Stadt Deutschlands, und zwei Bioläden um die Ecke habe, wird meine Lebensumstellung sicher auch leichter sein als in meiner ehemaligen Heimat Bielefeld und Paderborn.
So, das wars von meiner Seite aus. Was das Subwort von seiner ersten Fastenwoche so denkt, dass muss er hier schon selbst schreiben ;-).

Ach kleine Sache noch im Nachtrag: Interessant sind die Reaktionen des Umfeldes. Erst die Tatsache, dass man nun Vegetarier ist. Da gucken alle schief und sagen mir dass, das ungesund sein, während sie ihre fettige Dönerpizza fressen.  Und nun auch noch Bio und Fasten dazu? Mit der Janina KANN ja was nicht stimmen! Die will sicher nur abnehmen, obwohl sie das gar nicht nötig hat.. Und bei der Bemerkung werden bei der Arbeit die Süßigkeiten vom Geburtstagskind in sich hineingestopft, während das frische und gesunde Obst daneben verschmäht wird. Selbstbetrug und die Verurteilung anderer, die besser sowie bewusster mit ihrem Leben umgehen als man selbst, scheinen bei vielen zum Alltag dazuzugehören, um sich irgendwie besser zu fühlen. Schön zu wissen, dass ich mit diesem Selbstbetrug aufgehört habe :-).
Und weil Obst derzeit sehr wichtig in meiner Ernährung geworden ist, dieser Klassiker zum Ablachen zum Schluss :-D:

Veröffentlicht von

Janka

Janka

Ein Nordlicht, ein Stern, liebenswürdig, herzlich, emotional, redselig, manchmal laut, tollpatschig, organisiert chaotisch, ehrgeizig, sportlich, Bücherwurm, Vegetarierin, Weinliebhaberin, ungeduldig…. meistens und stur….zumindest gelegentlich.

2 Gedanken zu „Über Zürich, Schlemmen, Bio, Essensumstellung und Fasten“

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